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Frontline Obsession: Warum gute Vertriebsführung immer beim Kunden beginnt. Mit Sebastian Grosser

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Frontline Obsession: Warum gute Vertriebsführung immer beim Kunden beginnt. Mit Sebastian Grosser

Vertrieb FMCG findet meist dort statt, wo Kunden es nicht vermuten. Etwa neben dem Grill im Baumarkt oder an der Tankstellen-Kasse. Denn genau dort entscheidet sich der Impulskauf. Zwar konzentrieren sich die meisten Hersteller auf den klassischen Lebensmitteleinzelhandel. Dabei verkauft sich FMCG längst auch jenseits des Supermarktregals. Denn wer diesen Umsatz erschließen will, muss zuerst den Kunden verstehen. Sebastian Grosser von Brand Masters zeigt in dieser Folge, warum gute Vertriebsführung im Handel immer beim Kunden beginnt.

Warum dieses Thema?

Vertrieb FMCG im Non-Food-Handel bedeutet: Konsumgüter in Geschäften verkaufen, die keine Lebensmittelhändler sind. Baumärkte, Textilketten, Möbelhäuser und Tankstellen führen längst Süßwaren oder Pflegeartikel neben ihrem Kernsortiment. Trotzdem behandelt die Industrie diesen Kanal oft stiefmütterlich. Für den Handel sind Impulsartikel nämlich kein Kerngeschäft, sondern Zusatzumsatz. Sie bringen Marge, ohne das Personal zu belasten. Doch die Voraussetzung bleibt: Die Ware muss zum Geschäft passen.

Genau diese Passung ist das Geschäftsmodell von Brand Masters. Das Unternehmen aus dem niederländischen Breda verbindet Markenhersteller mit Non-Food-Händlern in ganz Europa. Dabei berät es beide Seiten – von der Artikelauswahl bis zur Präsentation im Regal. Deshalb ist das Thema gerade jetzt relevant. Nach mehreren schwierigen Jahren sucht der Handel jede Zusatzmarge. Hersteller brauchen gleichzeitig neue Absatzkanäle. Denn wer diese Gesetze kennt, kann im Handel klug mitverdienen. Im Kern geht es um eine einfache Erkenntnis. Ein Produkt verkauft sich am besten dort, wo die passende Kundschaft gerade kauft.

Über den Gast

Sebastian Grosser ist Vertriebsgeschäftsführer und Sales Director bei Brand Masters. Dafür verantwortet er die Märkte Deutschland, Österreich und Schweiz. Davor sammelte er rund zwei Jahrzehnte Erfahrung im klassischen Konsumgütervertrieb. Er betreute Großkunden wie Edeka, verkaufte Süßwaren bei CFP Brands und führte als Geschäftsführer die Districon GmbH. Diese Mischung macht ihn zum Brückenbauer zwischen Industrie und Handel. Bei Brand Masters stieg er vor rund vier Jahren ein. Sein Team besteht aus Vertriebskennern, die selbst aus dem Handel kommen. Von Drogerie über Bier bis Pharma – die Hintergründe sind nämlich bewusst breit. Denn sein Geschäft verlangt Spezialwissen für jeden Kanal. Grosser selbst bezeichnet sich lieber als Ausbilder und Coach denn als Chef. Dazu leitet er die deutsche Gesellschaft gemeinsam mit zwei Geschäftsführerkollegen.

Das lernst du in dieser Folge

Verbundkauf: Warum neben dem Grill ein Ketchup-Display fehlt

Verbundkauf heißt: Produkte dort anbieten, wo Kunden sie nicht suchen, aber im richtigen Moment gern mitnehmen. Grossers Lieblingsbeispiel: Ein Baumarkt verkauft Grillgeräte. Warum steht daneben kein Display mit Ketchup und Gewürzen? Genau solche Kombinationen sind der Kern des Brand-Masters-Geschäfts. Zahnpasta an der Tankstelle, Kinderkaugummi im Textilgeschäft, Reinigungsspray im Dekorationsmarkt. Der Kunde kauft also im Vorbeigehen. Der Händler macht Zusatzumsatz ohne Personalaufwand. Der Hersteller erreicht Menschen, die nie in sein Regal schauen. Am Ende gewinnen drei Seiten: Endkonsument, Handel und Produzent. Das Sortiment folgt dem Einkaufsanlass – nicht dem Wunsch des Herstellers. Auch der Buchhandel funktioniert so: Pralinen mit nettem Spruch ergänzen das Geschenk.

Entscheidend bleibt dabei die Passung. Brand Masters macht nach eigenen Worten nur Geschäfte, die Sinn ergeben. Meldet ein Hersteller den Wunsch, unbedingt in einen Markt zu wollen, folgt zuerst eine Diskussion über die Strategie. Passt der Artikel nicht zum Store, hilft das niemandem. Oft reicht eine andere Abpackung oder ein anderes Timing. Auch die Saison spielt mit: Grillzeit ist Ketchupzeit. Die Beratung beginnt bei einer einfachen Frage: Was braucht die Kundschaft dieses Geschäfts beim Einkauf zusätzlich? So entsteht Vertrauen auf beiden Seiten. Diese Rolle macht ihn zum gefragten Partner der Industrie. Deshalb sehen Lieferanten in dem Dienstleister einen Problemlöser. Er kennt den Kanal und erklärt ehrlich, was Sinn ergibt und was nicht.

Impulskauf steuern: Die Zielgruppe entscheidet, was ins Regal darf

Ob ein Impulsartikel verkauft, entscheidet zuerst die Zielgruppe des Geschäfts. Der Preis kommt erst danach. Ein Produkt mit klarer Männer-Soziodemografie hat in einem Laden mit fast nur weiblicher Kundschaft nichts verloren. Deshalb analysiert das Team jeden Kanal genau. Wer kommt hierher, und welche Shopping-Mission bringt die Leute mit? Sind sie offen für einen spontanen Kauf? Der Impuls ist nämlich biologisch: Das Gehirn entscheidet schneller als der Plan. Ein Möbelkunde mit Couch-Mission kauft anders als ein Autofahrer an der Tankstelle. Auch der Geschenkekäufer im Buchladen unterscheidet sich vom Planer des Sonntagseinkaufs. Mehr Frequenz allein reicht aber nicht, wenn die Mission nicht passt.

Dazu kommen handfeste Systemfragen. Kann das System des Händlers Mindesthaltbarkeiten überhaupt verarbeiten? Wie viel Durchfluss schafft der Markt wirklich? Sogar bei hoher Frequenz laufen manche Artikel ab, weil die Zielgruppe nicht passt. Manche Märkte pflegen zudem gar keine Mindesthaltbarkeit im System. Solche Details unterschätzt, wer neu in diesen Kanälen ist. Deshalb braucht es Vertriebsleute mit breitem Blick. Sie verstehen das Geschäftsmodell des Kunden und lernen ständig neue Kanäle dazu. Ihr Vorschlag reicht bis zur Verpackungsgröße, die an der Kasse liegen darf.

Das Spektrum der Kanäle ist riesig. Non-Food-Discounter wie Action sind der wichtigste Bereich. Action galt lange als Geheimtipp. Heute kennt jeder den Discounter. Dazu kommen Textilketten wie KiK oder NKD, Baumärkte, Möbelhäuser und Elektronikmärkte. Sogar Werkstätten oder Buchhandlungen zählen dazu. Jeder Kanal hat eigene Regeln und eigene Kunden. Deshalb bleibt der Lernaufwand hoch – auch für das eigene Team. Genau diese Breite macht das Geschäft komplex – und für Außenseiter schwer zu kopieren.

Vertrieb FMCG führen: Warum der Chef nicht mehr der beste Verkäufer sein darf

Wer Vertrieb FMCG führen will, braucht zuerst die richtige Haltung. Grosser nennt sie Obsession with the Frontline. Gemeint ist die Lust am Detail, egal auf welcher Ebene. Ein früher Chef stellte ihm so lange Fragen, bis Grosser fragte, ob er ihm nicht vertraue. Die Antwort prägte ihn: Er wollte das Geschäft selbst verstehen. Nur wer das Geschäft durchdringt, schätzt Gespräche richtig ein. So macht er seine Leute stark und coacht fundiert. Deshalb versteht er sich als Ausbilder, nicht als Vorgesetzter.

Zum Job gehört die berühmte Gradwanderung: Der Vertriebsleiter sollte nicht mehr der beste Verkäufer sein. Denn was dich hierher gebracht hat, bringt dich nicht weiter. Auch der Trainer läuft nicht selbst auf dem Platz. Doch wer glaubt, seine Leute seien zu schwach, und deshalb lieber selbst verkauft, macht einen Riesenfehler. Trotzdem rät Grosser, den Marktkontakt nie zu verlieren. Er betreut bis heute eigene Kunden und jagt aktiv Neugeschäft. Wer nur noch Prozesse optimiert, verliert nämlich die Verbindung zum Produkt. Sein Team sucht er nach einem klaren Muster aus: Intrapreneure. Das sind Leute, die handeln, als gehöre ihnen die Firma. Anteile brauchen sie dafür nicht, sondern das richtige Mindset. Sein Vorbild ist die Founder’s Mentality: Unternehmen wachsen besser, wenn Mitarbeiter wie Gründer denken.

Dazu gehört auch die Neugier auf neue Geschäfte. Grosser geht dafür selbst auf Events und sucht den Austausch. Neue Kunden entstehen dort, wo er einen Unterschied machen kann. Erwartungen managen gehört für ihn ebenfalls zur Führungsarbeit. Wer zu viel verspricht, setzt die ganze Organisation unter Druck. Klare Ansagen schaffen dagegen Vertrauen. Underpromising und Overdelivering – dieser Grundsatz schützt am Ende alle Seiten. Denn gute Leute sind rar: Wer im Vertrieb die Ochsentour macht, will ehrliche Führung statt leerer Versprechen.

Schokoladenpreise, Handelsmarken & E-Commerce: So verändert sich der FMCG-Markt

Der Markt für Impulsprodukte ist gerade in Bewegung. Die Schokoladenpreise treiben die Süßwarenbranche um. Eine 100-Gramm-Tafel kostet inzwischen 1,99 Euro – vor wenigen Jahren waren es 1,19 bis 1,29 Euro. Hersteller reagieren darauf mit kleineren Packungen. Händler setzen stärker auf Eigenmarken. Markenartikel geben dagegen Anteile ab. Handelsmarken legen massiv zu. Auch der Anteil der Promotions steigt. Viele Kunden weichen außerdem auf Zuckerware aus. Die Gummibärchen-Tüte stillt das Bedürfnis nach Süßem günstiger als die Tafel Schokolade. Die Preisspirale verändert auch die Regale. Günstige Alternativen rücken nach vorn. Für Vertriebsteams heißt das: Sortimente regelmäßig überdenken.

Der E-Commerce verändert zudem die Verkaufssituation. Wer online einen Grill bestellt, sieht kein Ketchup-Display daneben. Der digitale Checkout kennt keine Impulskäufe. Deshalb beobachtet Brand Masters genau, wie viele Shopping-Trips die stationären Kunden noch haben. Online gilt eine andere Logik. Die Größe einer Gumball-Machine oder die Haptik einer Verpackung ist am Bildschirm nicht erfahrbar. Sein Satz dazu: Begreifen kommt nicht umsonst von greifen. Wer beide Welten versteht, bleibt ein gefragter Partner. Denn im Laden entscheidet weiterhin der Moment: Haptik und Griffnähe zählen am Regal. Deshalb bleibt das Ladengeschäft für Impulsmarken zentral.

Brand Masters liefert dafür mehr als Ware. Dazu gehören Daten, professionelle Produktbilder und Services wie Repacking oder Etikettieren. Immerhin vierstellige Artikelzahlen werden eigens fotografiert und gepflegt. Im Hauptlager in Breda wird nach Kundenwunsch umgepackt – inklusive Recycling-Kennzeichen für verschiedene Länder. Auch das Qualitätsmanagement ist Teil des Angebots. In der Zentrale arbeiten rund 120 Menschen, sechs davon in der Qualitätssicherung. Dazu kommt ein komplettes IFS-Konzept. Denn manche Branchen verlangen mehr als den Lebensmittelstandard – etwa der Textilhandel. Sogar eigene Marken entwickelt der Dienstleister inzwischen. Dafür gibt es eine Design-Agentur in Amsterdam.

Für wen ist diese Folge?

Diese Folge lohnt sich für Vertriebsleiter und Sales Director, die neue Kanäle erschließen wollen. Auch Key-Account-Manager im FMCG-Umfeld profitieren davon. Dazu kommen Einkäufer im Non-Food-Handel, die mit Impulsartikeln Zusatzumsatz aufbauen wollen. Markenhersteller aus Süßwaren, Getränken und Pflege bekommen einen Blick hinter die Kulissen des Impulsvertriebs. Auch Geschäftsführer im Mittelstand finden hier Impulse. Auch Quereinsteiger lernen, wie Impulsgeschäft wirklich tickt. Denn wer Vertriebsführung mit klarem Kundenfokus lernen will, ist hier ebenfalls richtig.

🎧 Jetzt reinhören

Die komplette Folge mit Sebastian Grosser gibt’s auf VertriebsFunk, Spotify und überall, wo’s Podcasts gibt.


Schon gehört?

🎧 Entdecke die Prinzipien deiner Führung – die Good-to-Great-Folge, auf die sich Sebastian und Christopher in diesem Gespräch beziehen.

Vielseitig und mega interessant

★★★★★

Ich habe Christopher zufällig in YouTube bei Themen um Karriere entdeckt und gesehen, das er ein sehr interessanten Podcast führt. Ich habe gleich abonniert, die Themen und Gäste sind wertvolle Inputs um erfolgreich im Job zu werden.

Auch für Nichtvertriebler ein Muss

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Obwohl ich nicht im Vertrieb arbeite, habe ich megaviel für meinen Job als Ingenieur und auch übers Leben allgemein gelernt.

Inhalte können viele, aber der Funk sendet auch gut rüber

★★★★★

Ich hege Interessen am Vertrieb, aber meine bisherigen Aufgaben beinhalteten maximal Berührungspunkte mit Pre-Sales. Zu dem Podcast bin ich vor wenigen Wochen gekommen und bereits nach wenigen Folgen habe ich entschlossen, ihm von Anfang an zu hören. Jede Folge ist wie eine Booster-Impfung. Besonders gefällt mit die Themenvielfalt, es wird nicht langweilig.


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Top Themen:

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Dieses Transkript wurde maschinell erstellt und entspricht dem Inhalt der Audioepisode. Es kann kleinere Fehler enthalten.

[00:00:16 - 00:01:05] | Christopher Funk
Heute haben wir ein Thema, gut, alle meine Themen sind interessant, aber das Thema finde ich ganz besonders interessant, weil es auch sehr relativ selten vorkommt. Wir sprechen über das Thema Vertrieb im Handel, Vertrieb im Retail und vor allen Dingen im FMCG. Ich versuche immer wieder Leute hier vor das Mikro zu bekommen, die so ein bisschen was aus der Praxis erzählen, wie der Markt ist, was hier das Verkauf heute ausmacht, was die Trends sind. Und dazu habe ich heute den Sebastian hier, den Sebastian Grosser. Er ist Vertriebsgeschäftsführer und Sales Director bei Brand Masters. Was die genau machen, wird er uns gleich erzählen. Heute geht es darum, was passiert im Handel, was passiert im Retail, was ist hier spannend, was macht hier einen guten Verkäufer aus? Was sind hier die Aufgaben von dem Sales Director? Also das wird eine sehr, sehr spannende Folge und ich freue mich sehr, dass der Sebastian heute hier ist.

[00:01:06 - 00:01:08] | Sebastian Grosser
Ja, ich danke dir, ich freue mich auch.

[00:01:09 - 00:01:15] | Christopher Funk
Sebastian, erzähl doch mal Brand Masters, was macht ihr genau, was ist eure Nische, die ihr besetzt?

[00:01:16 - 00:01:22] | Sebastian Grosser
Ich glaube, vielleicht mal vorneweg, als ich bei Brand Masters vor vier Jahren angefangen habe.

[00:01:23 - 00:02:17] | Sebastian Grosser
Ich habe auch eine klassische Karriere hinter mir, dass ich die üblichen Großkunden im FMCG betreut habe, wie zum Beispiel in die Edeka. Da habe ich gesagt, Brand Masters, was soll das sein? Ich fand den Namen schon tatsächlich fast schon anstößig. Ich habe gesagt, okay, große Marken, schön. Wer steckt dahinter? Das ist ein eurlandisches Unternehmen, sitzt in Breda und es ist total spannend, wenn man sich damit beschäftigt, weil es geht hier wirklich um eine Nische, es geht darum, FMCG, also Fastmoving Consumer Goods, in den Bereichen zu verkaufen, in denen der Kunde sie nicht erwartet, in denen sie tatsächlich über ihre Impulskraft, sag ich mal, verkauft werden. Und ja, wenn man das so möchte, ist das ein Bereich, wo FMCG, also die Hersteller, ja, das so ein bisschen stiefmütterlich behandeln.

[00:02:19 - 00:03:00] | Sebastian Grosser
Der eine ist ein bisschen besser aufgestellt, der andere hat Kooperationspartner, besser die anderen schlechter, aber es ist auf jeden Fall im Randbereich des FMCGs. Und auf Einkaufsseite muss man sagen, die Einkauf mit denen wir reden. Für die ist es zwar wichtig, aber für deren Unternehmen ist das nicht Core. Das heißt, es ist nicht deren Kernsortiment. Das sind die niemals das zu bezeichnen, sondern damit wollen sie zusätzliche Umsätze generieren, vielleicht zusätzliche Kunden andocken oder vielleicht auch nur ein Neat, den jemand gerade hat beim Shopping, ich sag mal, Durst. Dose Cola, um es mal ganz profan zu sagen.

[00:03:00 - 00:03:10] | Christopher Funk
Dose Cola im Baumarkt, vor der Kasse, ins Nickas irgendwie, im Regal, die Zahnpasta irgendwie in der Tankstelle vielleicht?

[00:03:12 - 00:03:58] | Sebastian Grosser
Ja, Zahnpasta in der Tankstelle, tatsächlich Tankstellenbereich würde ich als tatsächlich klassischen Retail in dem Moment bezeichnen. Aber ja, das kann man beliebig weiterspinnen. Also wenn du in einem Textilunternehmen auf einmal, ich sag mal, ein Kinderkaugumie siehst, wenn du in einem Dekorationsgeschäft auf einmal Reinigungsspray siehst, dann reden wir hier über Verbundkauf. Für der klassische Fall, den ich immer erzähle, das ist, warum eigentlich ein Baumarkt, der Grill verkauft, daneben nicht ein Display hat mit Ketchup und daneben noch ein Display mit, sag ich mal, Gewürzen. Und das ist genau das, der Verbundkauf der Kerne unseres Geschäftes.

[00:03:58 - 00:04:03] | Christopher Funk
Okay, aber dann sind ja quasi die Kanäle, die ihr bedient, relativ vielfältig, oder?

[00:04:04 - 00:04:20] | Sebastian Grosser
Unfassbar, also ich sage immer, der Markt ist endlos, weil du kannst tatsächlich ja sogar in den Kfz-Werkstab reingehen. Das Entscheidende für unser Geschäft ist tatsächlich die Anzahl an Shopping-Trips, die dort erzeugt werden. Also wie viele Leute laufen dadurch?

[00:04:21 - 00:04:30] | Sebastian Grosser
Was für eine Shopping-Mission sind die? Sind die überhaupt offen für In-Impulse-Kauf und passt das Produkt, was wir anbieten, zur Einkaufstätte?

[00:04:32 - 00:04:47] | Christopher Funk
Seid ihr dann eigentlich ein Mittler? Das heißt, ihr braucht dann quasi die Hersteller, mit denen müsst ihr quasi den Absatz verhandeln, aber ihr habt ja auch dann quasi die Handels, den Point of Sale, mit dem ihr dann quasi auch verhandeln müsst, dass ihr dort die Regalplätze kriegt, ne?

[00:04:48 - 00:06:15] | Sebastian Grosser
Ja, das ist nicht das klassische Listungsgespräch, wie du es jetzt bei einem Retailer führst. Aber tatsächlich, ja, wir haben auch Kunden, mit denen wir längerfristige Listungen haben, wo wir am Anfang, sag ich mal, vielleicht nicht ganz so klassisch mit Riesenkonditionsgesprächen etc. pp. Wenn da relativ schmalen Kalkulation, dass du halt genau so wenige Positionen hast und auch viel weniger über Marktung etc. sprichst, dann wirklich ganz konkret über welche Artikel, welcher Net-Net-Preis, wo im Markt bringt, tatsächlich etwas. Und das spannende ist, ich bezeichne uns eher als Dienstleister in dem Fall, weil das Wissen, was wir haben, ich denke, das ist halt schon Spezialwissen, weil das für den Baumarkt was anderes ist, als für einen Textiler, für einen Buchhändler was anderes ist, als ich sag mal für einen Non-Food-Discounter. Da musst du überall anders arbeiten und deswegen sind wir auch so interessant für die Industrie, weil die Industrie in uns einen Problemlöser sieht für einen Bereich, der hochkomplex ist. Das erfordert extrem intelligente Vertriebler. Also meine Leute, die müssten sehr, sehr breit aufgestellt sein,

[00:06:16 - 00:06:37] | Sebastian Grosser
damit sie im Gegenum über wirklich verstehen, dass sie richtig ins Geschäftsmodell einsteigen können und verstehen können, was ist der richtige Artikel für diesen Kanal. Du musst immer wieder neue Kanäle lernen. Und ich glaube, das ist unfassbar spannend. Das reiht tatsächlich mich und es macht mir so viel Spaß, weil du so ein breites Portfolio auch an Menschen hast, den du gegenüber sitzt.

[00:06:37 - 00:06:44] | Christopher Funk
Aber deine Verkäufer sind dann vor allen Dingen auf den Handel ausgerichtet. Das heißt, die machen quasi die Gespräche mit dem Handel?

[00:06:44 - 00:07:07] | Sebastian Grosser
Das ist korrekt. Also ich habe ganz klassische Skiercounter, die auch tatsächlich größtenteils in... Also einfach in rühmlicherweise aus dem Retail kommen, dass wir alles gelernt haben, das Geschäft, vielleicht mal Drogerin betreut haben oder... Ich habe einen, der hat vorher klassisch Bier verkauft, von einem großen Bierbrauer, also bis hin zu, ich sag mal,

[00:07:08 - 00:07:26] | Sebastian Grosser
Pharma zeutika. Also es ist wirklich echt viel, auch an unterschiedlichen Wisten. Was sie alle bewiesen haben und was die alle können müssen, ist, die müssen eine Kombination im Kopf hinkriegen zwischen dem Kunden und dem unfassbar breiten Sortiment, was wir haben.

[00:07:26 - 00:07:26] | Christopher Funk
Ja.

[00:07:26 - 00:07:50] | Sebastian Grosser
Wenn du ein Industrie-Kiercounter bist, dann hast du dein Sortiment, dann hast du deine Vorgaben, dann hast du deine Listungsziele und dann muss halt der Artikel, ich habe mal bei CFP Brands zum Beispiel gearbeitet, da muss halt der Mentos dreier, also ich war es die Promo im Winter, die muss deine abgesprochen sein bis zum gewissen Zeitpunkt, da muss deine Mengenplanung im System sein, das muss alles durch sein.

[00:07:51 - 00:07:56] | Christopher Funk
Ja, wenn du bei Proc. Gamble bist, dann hast du halt Ariel und Lenore und... Genau.

[00:07:57 - 00:08:26] | Sebastian Grosser
Ja, ich möchte das gar nicht kleinreden, ich finde das ist ja selber jahrelang gemacht, das ist einfach ein ganz anderes Arbeiten, als wenn du dir überlegen musst, okay, ich habe jetzt hier ein Buchhändler, was hat der für eine Soziö, was sind dafür Menschen, die dort einkaufen, warum gehen die dort einkaufen, ist das eher Geschenke, ist das eher für sie selber, ist das eher... Und dann fängst du an zu überlegen, was könnten die in dem Moment zusätzlich brauchen und da fängt dann die Beratungsleistung an.

[00:08:27 - 00:08:29] | Sebastian Grosser
Was wäre das für ein Buchhändler?

[00:08:31 - 00:09:31] | Sebastian Grosser
Naja, ich sag mal, beim Buchhändler ist das einfach, ja, da ist ein Schokoladenpackung, Pralinen wie auch immer mit einem netten Spruch drauf, der gut passt, das ist wirklich der einfachste Fall. Aber ich kann zum Beispiel sagen, wir arbeiten mit Möbelhäusern zusammen und Möbelhäuser, da hast du von ganz, ganz teuer, bis, ja, ich sag mal so, der eher für den kleinen Geldbeutel aufgestellte Möbelmarkt und dann halt die Discountketten im Möbelbereich. Hast du alles, aber das definiert ja auch, was für eine Kundschaft drin ist und was du anbieten kannst. Bei dem einen gehst du vielleicht auf einen hochpreisigen Artikel und den sage ich mal in einer schönen Promo, vielleicht auf ein Geschenkenset oder wie auch immer und bei dem anderen ist es halt vielleicht erstmal wichtig, dass der Kohler an der Krass ist. Die Frage ist ja auch, wo steht der selber? Wie weit ist der mit dem Thema FMCG? Bist du nur einer, der dazukommt oder bist du einer, der von Anfang an das Geschäft mit dem Kunden aufbaut? Wir haben beides.

[00:09:31 - 00:09:51] | Christopher Funk
Das hängt, glaube ich, auch viel mit der Frequenz dann auch zusammen, die da ist und ob das wirklich eine zusätzliche Marge ist. Also, Möbel haben wir eine spezielle Marge, jetzt hast du plötzlich hier andere Produkte drin, wo du halt nochmal echt Zusatzumsatz und Zusatzmarge erzielen kannst, ohne dass du deine Verkäuferheit stark belastest. Das ist halt auch ein Mehrwert.

[00:09:52 - 00:10:02] | Sebastian Grosser
Ja, also genau das ist total spannend, weil es gibt ganz viele Ebenen, die man sich gar nicht vorstellen kann. Kann der Kunde im System überhaupt ein MHD pflegen?

[00:10:02 - 00:10:05] | Christopher Funk
Also klassischer Kierkarte ist MHD.

[00:10:05 - 00:11:09] | Sebastian Grosser
Ja, ein klassischer, Entschuldigung, Mindesthaltbarkeit ist da zum Richtig. Also ein Kunde, der aus einem Retail kommt und süß daran Retail verkauft hat, dem ist überhaupt nicht bewusst, da geht es teilweise um wie viel Stellen. G10 gibt es 13, 40 Stellen gibt es auch, das ist auch egal, aber kann das System das verarbeiten oder genau wie viel Durchfluss ist. Aber es gibt Artikel, die zum Klassischen Retail wird zu sagen, das kann ja niemals ablaufen. Und du hast einen Kunden, du hast eine Superfrequenz, aber der Artikel läuft ja trotzdem in den Markt ab, weil die Zielgruppe eine andere ist. Und das musst du alles durchdenken. Ja, ich meine, was willst du mit einem Artikel, der total eine Männersocio hat? Was willst du mit dem in dem Geschäft vor 95 Prozent, sag ich mal, weibliche Personen einkaufen? Ja, das klingt jetzt ein bisschen klassisch, aber die Regeln gelten immer noch. Es gibt Artikel, die haben eine eindeutige Verteilung und eine eindeutige Socio und dann musst du danach auch gerade beim Impuls kauf, dein Sortiment danach ausrichten.

[00:11:09 - 00:11:12] | Christopher Funk
Was sind so die wichtigsten Handelskanäle für euch?

[00:11:13 - 00:11:44] | Sebastian Grosser
Also ganz vorne weg ist der Non-Food-Discount. Einfach, weil der sehr agil ist, weil der sehr schnell ist. Ich sag mal, unser größter Kunde als Gesamtunternehmen, also wie gesagt der Breeder, der Mutter, ist Action. Action ist heute in aller Munde, aber als wir mal angefangen haben mit Action zu arbeiten, da war das noch ein überschaubar großes Unternehmen, das in Deutschland kaum jemand kannte. Das ist also jetzt mal so typisch klassisch in Non-Food.

[00:11:44 - 00:11:46] | Christopher Funk
Kommen wir auch aus, kommen wir nicht auch aus Deutschland?

[00:11:46 - 00:12:28] | Sebastian Grosser
Richtig korrekt. Das ist auch ein Teil der Keimzelle unseres Unternehmens, aber das macht heute einen relevanten, aber nicht den Großteil des Businesses aus. Das kann quer durch die Borgen, sind das inzwischen die Großen, mit denen wir dort zusammenarbeiten? Wenn du mal in den Textilbereich reingehst, ist das extrem wichtig für uns. Ich meine, die Namen kennt jeder, das fängt bei Kick-NKD und so weiter sofort an. Das sind natürlich die im Textilbereich, die dort stark unterwegs sind, in TKMX zum Beispiel. Und das geht dann halt weiter im Baumarktbereich, also auch im Baumarktbereich sind wir inzwischen aktiv.

[00:12:30 - 00:13:01] | Sebastian Grosser
Aber wir haben genauso im Bereich Media, im Bereich Elektronik, also in allem dort, wo man sich's vorstellen kann, ganz großer Bereich aktuell. Ich hatte es eben erwähnt, Möbelhäuser, unfassbar, was man Gutes in Möbelhäusern an Zusatzgeschäft machen kann, wo drei Leute gewinnen, nämlich der Endkonsument, der, sag ich mal, Händler, der die Ware dann in seinem Markt hat und natürlich auch der Produzent.

[00:13:03 - 00:13:13] | Christopher Funk
Also das ist ein spannendes Geschäft. Ja, das ist mega spannend. Das waren wir auch gar nicht so bewusst, muss ich auch wirklich sagen. Wenn du jetzt sagst, Kunde, an wen denkst du zuerst, an die Industrie oder an den Handel?

[00:13:13 - 00:14:01] | Sebastian Grosser
Nein, nein, ich denke zuerst an den Endkunden. Das heißt also tatsächlich, und das ist so ein bisschen mein Mantra, ich sage immer zu jedem, der mir sagt, das musst du doch deinem Kunden anbieten, dann sage ich immer zuerst zuerst, muss es interessant für den Konsumenten sein. An denen denke ich zuerst. So, wenn ich weiß, der Konsument, das ist der richtige Konsument und der ist da. Ihr kommt dahin. Dann habe ich eigentlich schon meine Antwort, was ich tun muss. Wo ich hingehen muss. Aber es stimmt, deine Frage ist extrem gut, weil wir arbeiten an zwei Fronten. Wir haben natürlich auf der einen Seite unsere Lieferanten und wir wollen für die einen tollen Job machen. Wir wollen, dass die Artikel gut präsentiert sind, dass die an der Stelle liegen, wo auch die Lieferant sagt, dann möchte ich gerne es sein.

[00:14:01 - 00:14:21] | Christopher Funk
Ich könnte ja denken, ich habe jetzt einen Schokoriegel und den möchte ich jetzt möglichst überall verteilen, wo er gegessen werden könnte. Oder ich könnte auch denken, ich habe jetzt hier einen Baumarkt, was könnte ich da quasi an der Kasse platzieren, was die Leute gerne mitnehmen, was halt eine hohe um die Quote bringt im Prinzip.

[00:14:22 - 00:15:28] | Sebastian Grosser
Ja, also das Gute ist, wir machen nur Geschäfte, die Sinn machen. Das heißt nur, weil eine Industrie sagt, ich möchte unbedingt in diesen Markt rein. Dann würden wir immer sagen, warum? Also lass uns das mal diskutieren, ob das die richtige Strategie ist und man kommt dann gemeinsam immer zu guten Lösungen. Weil es ist niemandem geholfen, wenn Artikel und Store nicht zusammenpassen. Das ist das Wichtigste. Und deswegen sind unsere Lieferanten auch so zufrieden und Vertrauen auf uns. Weil wir denen den Kanal erklären können und erklären können, was Sinn macht und was keinen Sinn macht. Das kann auch einfach nur die Wahl einer anderen Abpackung sein. Oder die Wahl eines anderen Timings. Oder oder oder, aber wichtig ist, dass man sich darüber Gedanken macht. Die zweite Seite ist natürlich unser Kunde, der will Zusatzumsätze erzielen auf der, ich sag mal Handelsseite. Der quasi in deinem Bild zweite Kunde, den wir haben. Der will auf der Handelsseite natürlich gute Erträge erwirtschaften. Er möchte damit kein Geld verlieren. Er will Zusatzumsätze und er will vor allen Dingen selber inszufriedenen Endkunden haben.

[00:15:28 - 00:15:31] | Christopher Funk
Ja und der will wahrscheinlich möglichst wenig Aufwand damit haben.

[00:15:31 - 00:17:15] | Sebastian Grosser
Also es ist auch ein super Aspekt. Wir machen extrem viel im Bereich Services. Da geht es um Repacking, da geht es um Stickern. Das heißt also, wir Stickern bei uns im Hauptlager in Breda. Teilweise nach Kundenwunsch alles durch. Inklusive Preisen, inklusive, wir brauchen ja, da wir multinational unterwegs sind. Oft auch die verschiedenen Recycling-Logos, Frankreich, Triemann-Logo zum Beispiel. Und wir müssen auch dieses Marktwissen haben. Weil wir halt nicht nur an Deutschland unterwegs sind. Ich bin jetzt für Deutschland, Österreich, Schweiz verantwortlich. Aber das Gesamtunternehmen, das arbeitet in 46 Ländern. Und da musst du schon breites Wissen aufbauen. Und gerade gestern hatten wir einen Kunden-Meeting, in dem wir den erklärt haben, dass von den 120 Mann, die wir in der Zentrale haben, sechs Leute in Qualität arbeiten. Wir haben ein komplettes ISG-Konzept. Also da steckt extrem viel No-How dahinter. Und ich bin jedes Mal immer selber froh, wenn ich das im Rücken weiß. Weil das heute so eine große Relevanz hat. Und mal ein Gedanke im Bereich Textil zum Beispiel. Ein Kunde im Bereich Textil. Egal wer das ist, der hat ja Themen, was Qualität angeht. Je nachdem, wo die Produktionsstätten sind, und so weiter und so fort. Die Anforderungen, die die haben, die ändern die nicht für uns. Also das bedeutet, wir müssen ja auch teilweise wirklich hohe Standards erfüllen, die für die Branche spezifisch sind. Jetzt wird der eine oder andere denkt, was kann denn höher sein als Lebensmittel. Na ja, da gebe ich erstmal grundsätzlich recht. Aber das erfüllen wir sowieso. Aber es gibt halt einfach noch andere Sachen, die erfüllt werden müssen. Teilweise je nachdem, mit welcher Branche du unterwegs bist, ohne da groß auszuholen.

[00:17:16 - 00:17:50] | Sebastian Grosser
Wir brauchen auch da ein breites Branchenwissen. Und ja, da ist da ein oder andere Vertrag, den du dann da durch liest, wo du denkst, okay. Ja, wir produzieren aber nicht dort und dort. Und ja, also wir haben diese Themen gar nicht. Oder ja, es gibt, klar, Lebensmittel gibt es auch Farbstoffe drin. Aber diese Thematiken haben wir zum Beispiel nicht. Ja, dann führst du schon manchmal, ja, schon teilweise mit dir selbst Gespräche und sagst, dass wir das lesen, ja eigentlich durch. Was soll das eigentlich? Weil es sind immer keine Tüpfel fanden oder weiß ich nicht.

[00:17:50 - 00:17:54] | Christopher Funk
Aber das ist auch, ihr seid da kein Hersteller, ne? Ihr seid da eigentlich ein Mittler, ne?

[00:17:54 - 00:18:57] | Sebastian Grosser
Ja, ist korrekt. Ich möchte das ein bisschen erweitern, weil ja, wir sind kein Hersteller. Das ist korrekt. Aber wir haben tatsächlich auch Eigenmarke. Das heißt, irgendwann sind unsere Kunden an uns rangereten und haben gesagt, ist ja schön, dass ich von dir die und die Markenprodukte aus dem Handel alle aus einer Hand beziehen kann. Weil das ist für, das ist so die klassische Arrendierungsfunktion des Handels. Wir stellen ein Sortiment zusammen und bieten dieses Sortiment dann an und empfehlen das. Aber es sind schon relativ früh in unserer Firmengeschichte end auf und zu gekommen, haben gesagt, kannst du mir auch was machen, wo ich vielleicht entweder aus der Vergleichbarkeit raus bin oder wo ich einen anderen Preispunkt abbilden kann. Und tatsächlich haben wir deswegen eine Gänzungs-Sortiment, was inzwischen mehr als eine Gänzungs-Sortiment ist, wo wir eigene Produkte, auch eigene Marken entwickeln, haben eine eigene Design-Agentur in Amsterdam. Also du kommst schon mit vom Höchstgen auf Stöckstgen. Wenn man das komplette Bild zeichnen will, dann reicht unsere Zeit heute nicht aus. Aber tatsächlich, da ist noch viel mehr und das ist auch wichtig, weil du kannst dann aus dem großen Fundus schöpfen.

[00:18:57 - 00:19:12] | Christopher Funk
Das heißt, wie sieht jetzt so ein normaler Tag, den es natürlich nicht gibt, bei dir aus? Bist du eher dabei, deine Leute zu coachen? Bist du mehr beim Kunden? Bist du mehr mit internen Prozessen beschäftigt oder nimmst du noch mal mit auf die Reise?

[00:19:13 - 00:19:15] | Sebastian Grosser
Ja, also vielleicht erstmal grundsätzlich.

[00:19:16 - 00:20:03] | Sebastian Grosser
Ich bin ein großer Verfechter davon, dass man diese Founders-Mentality, da gibt es ein Buch, ich weiß nicht, ob du das kennst, der Founders-Mentality, sehr, sehr, sehr große Empfehlung zu lesen. Und da gibt es einen Punkt, die weisen halt nach, das heißt, wenn du in einem großen Unternehmen bist, du musst diese Founder-Mentality, die jemand hat, in einem Unternehmen gründet. Wenn du dir die in einem Unternehmen bewahrst, wenn du die etablieren kannst, dann bist du auf jeden Fall was so durchschnittliches Wachstum, wie er letzten Jahre angeht, meistens auf der Gewinnerseite versus den Average. Das kann man also mathematisch nachweisen. Ein ganz tolles Buch, also wirklich empfehle ich wirklich. Weiß nicht, ob ihr jetzt Werbeanzeige drunter reinblenden musst oder so.

[00:20:03 - 00:20:29] | Christopher Funk
Nein, das passt dann. Ich könnte noch Jim Collins erwähnen von Good to Great, da wird das eigentlich auch schon beschrieben, weil er sagt, du musst erstmal gucken, dass du die richtigen Leute an Bord hast, vor allem die richtigen Führungskräfte. Genau das ist nämlich der Punkt. Wenn du die Leute an Bord hast, dann ist eigentlich egal, was du machst, da kannst du auch mal die Richtung wechseln usw. Also, get the right people on the bus. Wenn du die falschen Leute hast, denen du erklären musst, hey,

[00:20:30 - 00:20:41] | Christopher Funk
du darfst jetzt nicht erst der Klasse fliegen oder du darfst jetzt nicht deinen Auto privat tanken, wenn du das und das machst und anfängst, diese ganzen Regeln aufzubauen, das treibt eigentlich die guten Leute irgendwann raus, weil die sagen, ich habe keinen Bock,

[00:20:42 - 00:21:02] | Christopher Funk
jetzt irgendjemand zu erklären, warum ich jetzt irgendwie hier mit einem Taxi gefahren bin, weil ich jetzt schon das umkunden musste. Also je komplexer du das machst, umso eher treibst du solche Leute raus. Und deswegen ist es immer gut, dass du Leute hast, die von sich aus wissen, dass es keinen Sinn macht, was ich 1.000 km jetzt mit einem Taxi zu fahren oder sowas. Und einfach im Sinne der Firma handeln, jetzt nicht nur auf der administrativen Ebene, sondern natürlich auch Richtung Markt und Kunden.

[00:21:04 - 00:22:36] | Sebastian Grosser
Also ich mag das. Das ist genau das, was ich immer sage. Ich sage immer, wenn du Leute einstellst, die diese Frauen das Mentalität nicht haben, die nicht, es gibt ja diesen schönen Begriff, das Intraprendenörs. Das heißt, das ist jenen, der im Unternehmen handelt, als würde es ihm gehören. Und dafür braucht er keine shares. Also dafür braucht er einfach Mindset. Und das sind die Charaktere, nach denen ich suche. Und tatsächlich ist meine Hauptarbeit, würde ich sagen, mit Menschen reden. Und verstehen, was sie für Bedürfnisse haben. Und diese Bedürfnisse zu, sage ich mal, adressieren und ihnen damit zu helfen, diese zu erfüllen. Und das ist egal, ob das ein Einkäufer, ein Fairkäufer, ob das, sage ich mal, intern irgendeine Abteilung ist, ob das jemand ist, der Interesse an unserer Firma hat. Ich habe immer diese Passivität. Mitarbeiter. Meinstets. Mitarbeiter. Ja, meine Key-Account einfach alles. Deswegen, also es ist ganz, ganz, ganz viele Menschen, die täglich in irgendeiner Form kommunizieren wollen und mit denen man sich zusammen auf die Reise gibt. Aber warum habe ich Foundas Mentality erwähnt? Das Allerwichtigste ist für mich, dieses Obsession with the Frontline interessiert, heißt das. Das heißt, du musst dieses, du musst Bock haben, dich egal, wo du in der Hierarchie Ebene bist, du musst Bock haben, dich mit dem Detail zu beschäftigen und das Geschäft zu verstehen. Ich hatte mal einen sehr guten Chef, der hat mir gesagt, der hat mir immer so viele Fragen gestellt. Da habe ich irgendwann mal gesagt, vertraust du mir nicht? Man hat gesagt, Sebastian, das ist es nicht. Ich will's selber verstehen.

[00:22:37 - 00:24:21] | Sebastian Grosser
Und da hat's bei mir einen Klick gemacht, da war ich sehr jung. Da hat's bei mir einen Klick gemacht, ich habe gesagt, ja klar. Ja, der will's verstehen, weil dann kann er selber auf egal welche Gespräche er führt, besser einschätzen, was möglich ist, was geht und wie kann ich meine Leute stark machen, wie kann ich ihn unterstützen und so weiter. Und das ist das, was ich immer sage, Obsession with the Frontline. Kennet die Kunden, kennen die Lieferanten, verstehe den Markt, beschäftige dich mit Zahlen, liest was Vernünftiges, also bildet dich weiter. Ja, und ich glaube, ja, da bist du ganz nah dran. Und ich hatte das eben, da schießt sich vielleicht so ein bisschen der Kreis, erklärt, dass wir ein sehr komplexes Business haben. Und du lernst bei uns nie aus, du musst immer wieder diesen Learning-Cycle haben. Das heißt, also ich bin auch, ich selber verstehe mich als Ausbilder und Coach. Also ich würde niemals sagen, ich bin Chef, würde immer sagen, ich bin Ausbilder und Coach. Und ja, das ist so, ja, tägliche Arbeit, du kannst dir das vorstellen, das ist wieder total langweilig. Meetings, intern, wo man Budgets vorstellen, verteidigen, Vorkass vorstellen, verteidigen, Pläne entwirft, ja, und so weiter und so fort. Dann gibt es diese klassischen Phasen, wo das nächste Jahr planst, da hat das mehr Oberhand, dann hast du die klassischen Phasen, wo du mit den Kunden die Strategie fürs nächste Halbjahr bespriehst, fürs nächste Quartal, wo ich bei den großen Kunden mit dabei bin. Ein großer Teil von meinem Geschäft ist, ich habe so ein bisschen so eine Hunter-Mentality, Neukunden ranzukriegen, ich beschäftige mich oft damit, auf Events zu gehen und zu verstehen, wo können wir auch neues Geschäft generieren, wo können wir irgendwie ein Unterschied machen. Und ja, deswegen bin ich auch viel unterwegs. Wie du siehst, ich bin Sitz am Auto, ja, das ist auch wieder zwischen dem Lieferantentermin und dem Kundentermin. Ja,

[00:24:22 - 00:24:23] | Sebastian Grosser
das ist halt so ein bisschen ein Leben.

[00:24:23 - 00:24:40] | Christopher Funk
Ich fand auch, das ist ja auch Frontline-Mentality, also im Endeffekt, der Erfolg entscheidet sich immer draußen beim Kunden. Und deswegen muss ich, glaube ich, auch, also es gibt ja Werten, das ist im Vorgespräch. Also und wie weit musst du als Vertriebsleiter selber verkaufen?

[00:24:42 - 00:24:47] | Christopher Funk
Und da hast du ja gesagt, das ist eher eine Support-Funktion. Und wir müssen den Kunden auch immer klarmachen,

[00:24:49 - 00:24:59] | Christopher Funk
der Account Manager, der Key Account Manager, der mit dem musste verhandeln, ich bin nicht nur dabei, um zu Support. Manchmal muss man auch nur sein Gesicht einfach in den Raum reinhalten, damit es dann wichtig ist irgendwie.

[00:24:59 - 00:25:10] | Sebastian Grosser
Ja, das stimmt. Tatsächlich muss ich dir sagen, ich halte mir immer die Option, ein paar Kunden selber zu betreuen. Ich habe auch jetzt aktuell zwei, drei Kunden, die ich selber betreue.

[00:25:11 - 00:25:12] | Sebastian Grosser
Ich muss sagen,

[00:25:13 - 00:26:05] | Sebastian Grosser
ich finde das, ich brauche das einfach. Ich bin so ein, ich will es mal sehr lobformulieren, schon so eine Vertriebssaub. Ich brauche das schon manchmal zu sagen, ja, du hast die Listung, hast du erkämpft oder... Und das ist auch egal, wie groß der Kunde ist oder wie auch immer. Eigentlich ist es, wie groß ist die Aufgabe und wie viel Spaß macht das. Und das mache ich ganz gerne. Und dann bist du auch ein guter Ansprechpartner, weil du verstehst, du bleibst dabei, du verstehst das Business und wie gesagt, durch das Neukundengeschäft schon ohnehin, wo ich versuche, diese initialen Gespräche zu führen und Neukunden anzuführen. Aber ja, tatsächlich, wenn du die Verbindung zu deinen Produkten verlierst, die Verbindung zu deinem Markt, dann bist du relativ schnell jemand, der nur noch bürokratisch agiert und versucht, Prozesse zu optimieren. Das macht mir einfach keinen Spaß. Vielleicht wäre das richtiger, aber es macht mir keinen Spaß, das nur zu haben. Ich brauche die Kombination.

[00:26:05 - 00:26:11] | Christopher Funk
Das ist ja eigentlich immer so dieser Grad, auf dem wir als Führungskräfte im Vertrieb gehen.

[00:26:13 - 00:26:18] | Christopher Funk
Also du darfst eigentlich nicht der beste Verkäufer sein. Du musst deine Mannschaft nach vorne stellen.

[00:26:20 - 00:26:30] | Christopher Funk
Du musst dafür sorgen, dass deine Leute erfolgreich sind. Das ist natürlich viel größer ein Hebel, als wenn du sagst, hey, ich mach's lieber selber. Das ist ja auch, dass die Leute sagen, meine Leute sind alle so blödlich verkauft selber. Das ist ein Riesenfehler.

[00:26:31 - 00:26:53] | Christopher Funk
Aber du darfst natürlich gleichzeitig den Kontakt zum Markt nicht verlieren. Genau. Das ist die Kunst. Und das ist ja gerade für Leute, also die meisten Vertriebsleiter waren ja vorher Verkäufer. So, eigentlich darfst du als Vertriebsleiter nicht mehr wirklich verkaufen. Und da quasi den richtigen Weg zu finden, deine Leute mitzunehmen und deinen Job noch richtig zu machen, das ist wirklich eine Kunst.

[00:26:53 - 00:27:25] | Sebastian Grosser
Ich glaube, also ja, was ist das jetzt eben so ein bisschen in dem Nebensatz, noch du darfst als Vertriebsleiter das nicht mehr verkaufen. Ist das so, weiß ich nicht. Möchte ich mal ein Fragezeichen hinterstellen. Ich glaube, dass du recht hast, dass die wichtigen Kunden, also die, wo es wirklich die Keykunden, dass die in der Hand deiner besten Leute liegen. Und wenn ein Vertriebsleiter glaubt, dass er der beste Verkäufer ist, was leider nur eine Unart ist, die im Vertrieb existiert, das ist noch der Motto, ja, da gilt der alte Spruch, dass was dich hierhin gebracht hat, bringt dich nicht weiter.

[00:27:26 - 00:27:28] | Sebastian Grosser
Das kann nicht funktionieren. Du musst ja auch...

[00:27:28 - 00:27:41] | Christopher Funk
Und selbst wenn es so wäre, wäre es nicht der richtige Weg. Selbst wenn du sagst, ich bin der Beste von allen, selbst wenn der Trainer auf dem Fußballplatz sagt, hey, ich kann besser Fußball spielen als es ist, alle anderen, macht trotzdem keinen Sitz die ganze Zeit auf dem Platz rum zu rennen. Nein.

[00:27:43 - 00:27:46] | Christopher Funk
Das macht aber keinen Sinn, weil du einfach nicht effizient bist.

[00:27:46 - 00:29:09] | Sebastian Grosser
Ja, ich finde das sympathisch, wie du das formulierst und genau das ist es. Ja, also du musst... Deswegen habe ich auch eben gesagt, Coach und Ausbilder. Du musst in der Lage sein, auch neue Leute einzurbeiten in dieses sehr komplexe Business und Wissen zu transferieren. Und du musst ein Ansprechpartner sein, du musst eine echte Hilfe darstellen, um den Leuten wirklich helfen zu können. Das glaube ich fest, ja, weil jeder hat gerne jemanden, zu dem er mit einem Thema hingehen kann, wo er nicht weiter kommt und sagt, kannst du wenigstens mit mir mal so ein Coaching machen, können wir uns mal darüber austauschen, Augenhöhe. Das ist ganz wichtig, das gibt Sicherheit, auch nachher, wenn er wieder rausgeht. Aber ich hatte das in unserem Vorgespräch gesagt, mit Superman is flying in. Das kostet nur Geld. Das Schlimme ist gar nicht, was wir bisher schon erwähnt haben, das Schlimme ist, dass das am Ende des Tages alle Seiten Geld kostet. Geld und Zeit. Und die haben wir alle nicht. Und deswegen, ja, 100%ig, wer ist vergisst, eine ordentliche Strategie zu kombinieren mit einer ordentlichen Personalpolitik. Der ist verloren vor allen Dingen, weil War of Talent ist ein alter Hut. Aber im Vertrieb ist es noch schlimmer. Du kriegst kaum noch die Leute, die bereit sind, diese Ochsenturen zu machen, die teilweise nötig sind.

[00:29:09 - 00:29:12] | Christopher Funk
Die auch Spass daran haben. Die, die ich nur bereit sind, sondern die auch Spass daran haben.

[00:29:13 - 00:29:16] | Sebastian Grosser
Auch für den Satz bin ich die extreme Pan vor.

[00:30:14 - 00:30:15] | Sebastian Grosser
Ich glaube, das nicht alles rüberkommt.

[00:30:43 - 00:30:45] | Christopher Funk
Ich finde einfach einen wahnsinnig wichtigen Aspekt.

[00:31:06 - 00:32:12] | Sebastian Grosser
Ich finde einfach einen wahnsinnigen Aspekt. Und jeder weiß, was, ich sag mal, in unserem Bereich, auch mal ein Reiniger ist oder ein Waschmittel, oder wie das funktioniert. In Wahrheit sind diese ganzen Businesses unterschiedlich komplex. Und du musst auf die Fragen, der, der, der, sage ich mal, deiner Partner gut vorbereitet sein, ausgrundfähig sein. Aber das ist was, das lernt man über die Zeit. Man lernt auch die verschiedenen Kategorien kennen. Wir verkaufen sogar Petfood. Ja, also wir sind sogar mit, ich sag mal, Hundefutter, Katzen, von uns weiter und sofort.

[00:32:42 - 00:32:48] | Sebastian Grosser
Das ist genau das, was ich meine, diese, diese Komplexität, die sich erhalten sollte. So dieses, oh Gott, der Kunde hat mich angerufen. Ich sage, dann ich rufe eine halben Stunde zurück.

[00:32:49 - 00:33:02] | Sebastian Grosser
So, weil ich bereite mich jetzt erstmal emotional und fachlich vor. Sondern das finde ich dann schwierig, finde, man sollte schon immer in der Lage sein, erst mal im Gespräch auch führen zu können, auch auf einem gewissen Niveau.

[00:33:04 - 00:33:16] | Sebastian Grosser
Um dann zu sagen, wenn es auf Fragen kommt, wo man sagt, da bin ich jetzt nicht auskunftsfähig. Dann zu sagen, pass mal auf, dieses Gespräch hat spontan stattgefunden. Ich möchte mich dort erst mal rückversichern. Ich möchte dir das für einen guten Vertriebler aufmachen.

[00:33:16 - 00:33:27] | Christopher Funk
Sind auch auf Sachen, die du gar nicht beurteilen kannst. Haben wir das dann? Was für Lieferzeiten, bla bla bla und so weiter. Also dann sagt man, okay, ich mach mich schlau. Wann reden wir wieder?

[00:33:27 - 00:33:32] | Sebastian Grosser
Ja, es ist ja dieser berühmte Begriff des Expectationmanagements. Das heißt,

[00:33:33 - 00:33:57] | Sebastian Grosser
das ist etwas, was ich meinen Leuten auch immer beibringe. Ich sage immer, don't overpromise. Das ist ganz, ganz wichtig. Wenn du hingehst und denkst, du kriegst nur den Deal, wenn du das und das sagst, aber dir gar nicht sicher bist, ob das wirklich möglich ist, dann setzt du deine Organisation unter einen Stress, der am Ende auch sich auf das Geschäft wieder auswirkt. Im schlimmsten Fall musst du anrufen und zurückruh dann.

[00:33:58 - 00:34:24] | Sebastian Grosser
Und dieses Overpromising, das ist echt eine Krankheit, die man nicht haben sollte. Da sollte man ganz schnell irgendwie in Expectationmanagement besser werden. Also wirklich ganz klare Auskunftsange und dann sagen, fass mal auf, das und das ist, was wir versuchen, das und das ist das, was ich garantieren kann. Ich glaube, dann macht man sich ehrlicher und auch langfristig vertrauen, hast du eben gesagt, einer meiner Lieblingsbegriffe, langfristig brauchst du genau dadurch Vertrauen auf.

[00:34:24 - 00:34:29] | Christopher Funk
Underpromising overdelivering, sag ich immer. Das ist immer besser als overpromising und underdelivering.

[00:34:29 - 00:34:40] | Sebastian Grosser
Den kenn ich noch nicht, wenn ich klauen. Also wenn er jetzt irgendwo wieder von mir kommt, dann vielleicht erwähne ich mal, dass es Copyright bei dir ist.

[00:34:40 - 00:34:54] | Christopher Funk
Aber Sebastian, lass uns nochmal kurz über die Trends reden. Wir sind ja im dritten Krisenjahr jetzt in Deutschland, irgendwie was man so mitbekommt. Die Stimmung ist eigentlich allgemein mies. Wie läuft das Geschäft bei euch? Wie sind so die Markttrends?

[00:34:55 - 00:36:39] | Sebastian Grosser
Ja, also da wir ja auch unterschiedlichen Märkten unterwegs sind, gibt es nicht die Antwort. Aber was ich sagen kann, ist bereits Süßware zum Beispiel, haben wir aktuell die Schokoladenpreise. Die treiben gerade den Preis, du wirst es selber gesehen haben, wenn du in den Markt reingehst, kostet die Tafel Schokolade 100 Gramm. Ich möchte jetzt keine Marken nennen, aber 1,99, die möglicherweise noch vor 2, 3 Jahren eher bei 1,19, 1,29 gelegen hat. Das ist also für die ganze Branche eine Umweltsung. Da geht auch jeder anders mit rum. Manche versuchen es mit Downsizing, die Produkte werden klein. Aber das ist erstmal eine ganz große Geschichte bei uns im Bereich Süßware, die uns einfach abverlangt, dass wir Sortimenten überdenken. Teilweise gibt es Bewegungen, dass Kunden mehr auf Eigenmarke gehen. Handelsmarken sind ein Trend, was du gelesen haben. Massive Zuwächse bei Handelsmarken, Abrains gehen zurück, die Promotionanteile steigen im Bereich Abrains. Dann haben wir den ganzen Bereich Zuckerware, der wächst, weil Leute in Ersatzkauf tätigen, die sagen, ich will mir die Schokolade nicht mehr leisten, aber ich kriege so und so viel Gramm, ich sag's mal so, irgendwie Goldbärchen oder wie auch immer für ein niedegerem Preis. Also ich kann meinen Zucker nicht, kann ich besser erfüllen, mit einer anderen Süßware. Das hat Auswirkungen, da sind unfassbare Umweltsungen gerade im Markt. Und das führt auch dazu, dass, ja, sage ich mal, sowohl die Produktionskapazitäten, die natürlich nicht kurzfristig veränderbar sind, dass die teilweise auf der einen Seite zu eng sind, auf der anderen Seite Überkapazität närchen. Wie ist das mit den Preisen, wie entwickelt sich der Konzument? Wir müssen das eng tracken. Das ist ein großer Bereich.

[00:36:40 - 00:37:05] | Sebastian Grosser
Ich glaube, ein anderer Trend, den wir, den der viele hier betreffen wird, die das hören, ist, ja, der Bereich im E-Commerce, dass unsere Kunden, das, das will ich immer sagen, man muss ja nicht nur sein eigenes Geschäft verstehen, sondern auch das Geschäft seiner Kunden, dass unsere Kunden auch immer mehr mit dem E-Commerce konkurrieren. Egal, ob der jetzt aus Asien ist oder ob das heimischer E-Commerce ist, hat auch viel damit zu tun, wie sich Lebenswirklichkeiten in Deutschland verändern.

[00:37:06 - 00:37:14] | Sebastian Grosser
Und also da kann ich dir sagen, wenn die Shopping-Trips bei unseren Kunden abnehmen, weil die bei unseren Kunden stattdessen ihr um Online-Store bestellen,

[00:37:15 - 00:37:43] | Sebastian Grosser
dann ja, der Check-Out Online, da ist nicht noch von vorne bis hinten Süßigkeiten dran und da steht auch kein Display mehr mit. Ich sag mal, neben dem Grill, den du dir online kaufst, steht da dann eben nicht das Ketchup-Display direkt neben dran. Das heißt, also wir kämpfen natürlich in dem Bereich auch mit den Realitäten, mit denen jeder kämpft, der im FMCG unterwegs ist und suchen auch da immer nach neuen Möglichkeiten und Wegen. Und seien wir mal ehrlich, das macht es mir auch spannend.

[00:37:43 - 00:37:49] | Christopher Funk
Ja, aber unterstützt ihr eurer Kunden denn auch bei so Online-Geschäften? Weil, Tiro, könntest du ja beim Grill das mit einwandeln?

[00:37:49 - 00:39:24] | Sebastian Grosser
Ja, also ich sag's mal so, der Gedanke ist ja der gleiche. Aber wir bieten jetzt noch keine e-commerce-Plattform, wo wir dort unterstützen könnten oder wie auch immer. Wir sind schon darauf angewiesen, dass die Kunden ihre Prozesse in Griff haben. Am Ende des Tages haben wir auch e-commerce-Kunden. Wir arbeiten mit denen auch zusammen. Wir liefern auch die entsprechenden Daten. Wir machen nur das Bildmaterial übrigens. Stellen wir zur Verfügung. Also wir haben professionelle Bilder, die wir auch selber schuten von allen Artikeln und das ist ein hoher, vierstelliger, an Artikeln, die wir also immer wieder und auch wechseln, das Sortiment. Ja, also tatsächlich, natürlich ist e-commerce bei uns auch ein Thema, aber immer Hand in Hand mit unseren Kunden. Und ich glaube, dass da, du siehst doch einfach das andere Artikel online laufen, als die offline laufen. Du hast auch, wie gesagt, ich sag's immer wieder, die Shopping-Mission, der Shopping-Trip, er ist ein anderer, die Verkaufssituation ist ein anderer. Weißt du selber, wenn du in einem Möbelhaus dir eine Couch aus suchst, dann geht's dir anders, als wenn du jetzt zum Beispiel an der Tankstelle gerade dein Auto voll gemacht hast. Oder ob du gerade deinen Sonntagsessen einkaufen willst und beim Supermarkt stehen. Absolut. Was anderes meinst du, und das, wir sind nun mal biologisch gesehen. Unser Gehirn ist nicht voll unter unserer Kontrolle und der Impuls ist brutal. Sehr, sehr mal, was das mit uns macht. Und deswegen, also gerade bei Impuls gesteuerten Geschäften, ist es extrem wichtig zu verstehen, in welcher Situation befindet sich der Entkunft. Und der ist online ein ganz anderer.

[00:39:24 - 00:39:30] | Christopher Funk
Wenn du es anfassen kannst, weil es quasi auf Augenhöhe ist, und du es anfassen kannst, das ist etwas ganz anderes.

[00:39:31 - 00:40:04] | Sebastian Grosser
Na, ich meine, 100 Gramm Tafel weiß jeder, wie groß die ist. Aber ich sag's mal so, wenn du, zum Beispiel, wir haben einen schönen Artikel, eine Gumball-Machine, kennst du vielleicht so aus deiner Jugend? Ja, also bei mir war es in der Jugend, da kannst du so drehen und dann fangen du jetzt in deinen Kuchen und kannst so fertig gauchen und so. Wunderschöner Artikel ist ein bisschen so, ja, also lieb ich den Artikel. Und da gibt es aber unterschiedliche Größen. Du kannst online nicht sehen, nicht wirklich abschätzen, wie groß diese Gumball-Machine ist. Im Store siehst du direkt groß, mittel, klein oder wie auch immer. Und das sind schon so kleine Dinge. Ja, wo du sagst...

[00:40:04 - 00:40:12] | Christopher Funk
Und das ist auch etwas anderes, wenn du es anfassen kannst, wenn die Kinder schon da rumspielen können, dann ist das halt was anderes, dass du es halt nur als Bild siehst, das ist schon so.

[00:40:12 - 00:40:33] | Sebastian Grosser
Total, total. Also klar natürlich und ganz ehrlich die Verpackung und du fass das an und das ist wertig oder das fühlt sich nicht wertig an oder so, viele drücken sogar an so. Ich finde das persönlich nicht so schön, aber viele nehmen sich auch dann das Produkt raus und knistern erstmal daran herum. Ja, aber klar, das Haptik ist so wichtig.

[00:40:34 - 00:40:41] | Sebastian Grosser
Ich sage mal, ein Satz von mir ist immer, begreifen kommt nicht umsonst von greifen. Ja, das machst du natürlich ein, Barbara.

[00:40:41 - 00:40:45] | Christopher Funk
Super spannend. Sebastian,

[00:40:46 - 00:41:13] | Christopher Funk
also ich glaube, wir haben es ganz gut rund gemacht. Also es ist ein super spannender Bereich. Du hast so ein bisschen was von deiner Vertriebsphilosophie erzählt, wo glaube ich eine Menge Leute sich was von abschneiden können, die das auch teilen können. Du hast so ein bisschen mit in deine Welt genommen, sehr spannender Markt, also bevor wir hier miteinander Kontakt hatten, wusste ich gar nicht, dass es gibt. Dieses Art von Business, immer wieder super, super spannend. Danke, dass du uns hier mitgenommen hast. Wie kann man mit dir in Kontakt treten? Wie kann man mehr von dir erfahren?

[00:41:14 - 00:41:30] | Sebastian Grosser
Ja, er findet nicht auf LinkedIn überhaupt kein Thema. Also ich empfehle da Stichstand ergreifen, mir eine kleine Nachricht zu schreiben, sich mit mir zu verlinken. Und ja, also ich mag immer einen guten Austausch auch fachfremd. Muss ich ehrlich sagen, ja, also ich bin über jeden Kontakt froh.

[00:41:31 - 00:42:00] | Sebastian Grosser
Jeder von uns beschäftigt sich mit Artificial Intelligence, was ich dafür tolle Leute kennengelernt habe, was die für spannende Ideen haben und wie man dann weiterdenken kann. Aber genauso, sagen mal Leute, die sagen, hey, das ist spannend, was du machst, vielleicht können wir was zusammen machen oder ich habe eine Werkstatt. Was soll ich denn anbieten, so nach dem Motoren der Autowerkstatt? Was würdest du mir denn empfehlen, neben dem Papierautomaten? Ich kann nicht gar nicht garantieren, dass wir liefern können, aber ein gutes Gespräch darüber zu führen, was dort der richtige Impuls ist. Ich glaube, dafür stelle ich jemand zur Verfügung.

[00:42:00 - 00:42:18] | Christopher Funk
Sehr cool. Und Sebastian, wieder Sebastian und großer GRO, doppel SEA, der große Sebastian, kann man sich sehr, sehr gut merken. Sebastian, vielen, vielen Dank an euch da draußen. Nehmt ein paar Impulse mit, macht was draußen, draus, macht was draus. Bis zum nächsten Mal, euer Christopher.