Vom Sprachkurs zur intelligenten Bildungsplattform: Wie Traditionsfirma Berlitz sich zu Apps & KI positioniert. Mit Teila Klemp


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KI Sprachtraining klingt nach der Zukunft des Lernens. Eine App, ein Avatar, und die Fremdsprache sitzt. Doch die Realität ist komplexer. Berlitz, die 150 Jahre alte Marke, setzt genau jetzt auf den Mix aus KI und echten Menschen. Wie das funktioniert, warum Sprache trotz Übersetzungs-KI wichtiger wird und was interkulturelle Kompetenz mit Umsatz zu tun hat, erklärt Teila Klemp, Head of Marketing bei Berlitz, in dieser VertriebsFunk-Folge.
Warum dieses Thema?
KI Sprachtraining bedeutet heute weit mehr als Vokabeln pauken mit App. Die Technologie erkennt in Echtzeit, wo ein Lernender steht. Sie sieht, wo es hakt und welche Fehler typisch sind. Dann passt sie das Training sofort an. Das gibt Tempo und Sicherheit. Laut Berlitz lernen Menschen mit KI-Unterstützung im Schnitt 40 Prozent schneller. Das klingt nach dem Ende klassischer Sprachschulen.
Doch die Kehrseite zeigt sich in jeder Firma, die Sprache für den Vertrieb braucht. Verhandeln, Überzeugen, Vertrauen aufbauen, das lässt sich nicht durch eine Übersetzungs-App abdecken. Tonfall, Nuancen, Respekt, Gestik und Mimik tragen die wahre Bedeutung. Deshalb entsteht hier eine spannende Frage: Wie positioniert sich ein Marktführer zwischen KI-Beschleuniger und menschlicher Beziehung? Und was bedeutet das für deine Firma und deinen Vertrieb?
Gleichzeitig verändert sich der Wettbewerb stark. Früher konkurrierte Berlitz mit anderen Sprachschulen und internen Trainern. Heute kommen Software-Firmen dazu, die es vor fünf Jahren noch nicht gab. Ein Konzern kauft schnell einen Corporate-Account einer Sprach-App. Im Marketing und Vertrieb muss Berlitz deshalb den Unterschied erklären: eine fundierte Lösung statt eines KI-Features. Genau darum geht es in dieser Folge.
Über den Gast
Teila Klemp ist Head of Marketing bei Berlitz Deutschland. Sie verantwortet die Positionierung einer Marke, die seit 150 Jahren für Sprachkompetenz steht. Aktuell wandelt sich das Unternehmen zur Bildungsplattform. Ihr Blick kombiniert Markenführung mit dem Anspruch, messbare Lernerfolge für Unternehmen zu liefern. Dazu gehören KI-gestützte Plattformen genauso wie interkulturelle Trainings und Business-Seminare für B2B-Kunden. In Deutschland beschäftigt Berlitz rund 500 feste Mitarbeitende, global kommen diverse Franchises dazu.
Das lernst du in dieser Folge
Warum KI Sprachtraining 40 Prozent schneller macht
KI Sprachtraining wirkt dort am stärksten, wo traditionelle Lernsysteme blind sind: bei der individuellen Lernreise. Die Technologie erkennt in Echtzeit den Stand des Lernenden. Sie misst Fortschritt, typische Fehler und Problemstellen. Daraus leitet sie sofort angepasste Übungen ab. Das gibt Tempo und Sicherheit. Und es skaliert: Ein Lehrer mit zehn Schülern kann unmöglich jedem dieselbe Aufmerksamkeit geben. Eine Plattform schon.
Bei Berlitz schlägt sich das in Zahlen nieder. Lernende, deren Trainer KI einsetzen, lernen im Schnitt 40 Prozent schneller. Das ist der Effizienzfaktor. Doch er entfaltet sich nur in Kombination mit echten Menschen. Denn schneller lernen heißt nicht automatisch, nachhaltig zu lernen. Empathie, Motivation und konstruktives Feedback liefert nach wie vor der Mensch. Genau das hält Lernende dranbleiben.
Die eigene Lernplattform von Berlitz kombiniert beides. KI-Avatare und Speaking-Tutors stehen für das Üben rund um die Uhr bereit. Live-Online-Einzel- oder Gruppentrainings bringen den echten Trainer dazu. Die Plattform sammelt dabei Daten und optimiert das Lernen laufend. Das Ziel formuliert Teila Klemp so: so einfach zugänglich wie ein Streaming-Dienst, aber so wirksam wie Coaching. Sprachkurse gibt es weiterhin vor Ort, online und im Self-Study-Format. Die Formate sind frei kombinierbar.
Die Tendenz ist dabei klar digital. Online-Kurse sind flexibler, man kann sie überall in den Alltag einbauen. Doch es gibt weiterhin Lernende, die sich in der Gruppe vor Ort treffen wollen. Gerade im B2B-Kontext ist beides gefragt. Berlitz bedient Privatpersonen genauso wie Unternehmen. Firmenkunden stellen sich ihre Programme je nach Branche und Größe individuell zusammen. Die Kombination aus Live-Training, App und KI-Tutor wird zum Standard.
Warum Übersetzungs-KI Sprachkompetenz nicht ersetzt
Sprache transportiert nicht nur Informationen. Sie transportiert Bedeutung und Beziehung: Tonfall, Nuancen, Vertrauen, Respekt. Genau das ist durch eine Übersetzungs-App nicht abdeckbar. Wer im Vertrieb international verhandelt, merkt schnell: Verständigen und Verstehen sind zwei verschiedene Dinge. Christopher Funk kennt das aus eigener Erfahrung. Nach einem Jahr mit einer Sprach-App kann er sich auf Spanisch ausdrücken. Das schnelle Spanisch seines Gegenübers zu verstehen, bleibt aber die größere Aufgabe.
Apps sind ein guter Einstieg, aber keine Lösung für Fortgeschrittene. Wer ein Level darüber hinaus will, muss ins Hören und Sprechen kommen. Gestik, Mimik, Tempo, all das fällt in der App weg. Die Berlitz-Methode setzt genau hier an: Sprache in der Zielsprache lernen und anwenden. Egal ob online, im Self-Study-Format oder im Präsenzkurs. So bleibt der Lernerfolg nachhaltig, statt zu verpuffen, sobald man aufhört, Vokabeln zu wiederholen.
Dass die App allein an ihre Grenzen stößt, kennt Christopher Funk aus eigenem Erleben. Er lernt Spanisch mit Duolingo, jeden Tag ein bisschen, ganz ohne Regeln. Die Satzbau sitzt trotzdem, weil das Gehirn Muster übernimmt, ähnlich wie beim Spracherwerb von Kindern. Doch bei echten Gesprächen fehlt dann der nächste Schritt. Genau dort setzen Trainings mit echten Menschen an, denn die können erklären, warum etwas so gesagt wird. Eine App kann das nicht.
Seine erste Lernerfahrung machte Christopher Funk übrigens auf dem klassischen Weg. Nach dem Abitur studierte er BWL und belegte einen Englisch-Kurs. Der brachte wenig, denn erst im Kurs fiel ihm auf, wie wenig er konnte. Also ging er zur VHS und machte ein Cambridge Certificate. Zwei Mal pro Woche, einmal Konversation, einmal klassischer Unterricht. Genau diese Anwendung fehlte vorher. Und genau die macht den Unterschied beim bleibenden Erfolg.
Interkulturelle Kompetenz: Vom Nice-to-have zum Business Asset
Interkulturelle Kompetenz ist kein Nice-to-have, sondern ein harter Wettbewerbsfaktor. Ein deutscher Verkäufer verhandelt mit chinesischen Partnern anders als mit Amerikanern oder Franzosen. Höflichkeit, Direktheit, Umgang mit Fehlern und Hierarchien, all das entscheidet über Abschlüsse. Berlitz entwirft diese Trainings individuell. Etwa für globale Vertriebsteams oder für Unternehmen mit internationalen Fachkräften in Pflege, Logistik und Industrie. Gerade dort, wo der Fachkräftemangel groß ist, treffen viele Kulturen aufeinander.
Christopher Funk erlebte den Effekt selbst in Bangkok. Seine Gesprächspartner nickten freundlich, doch es passierte nichts. Wer die kulturellen Regeln nicht kennt, zahlt Lehrgeld. Firmen, die hier investieren, verkürzen Ramp-up-Zeiten, reduzieren Fehler und stärken die Kundenerfahrung. Sprachkompetenz wird damit vom Lerninhalt zum Business Asset. Messbar am Return on Learning. Das ist kein nettes Extra, sondern ein Hebel für den Unternehmenserfolg.
Deshalb sitzen bei solchen Themen längst nicht mehr nur HR-Chefs am Tisch. Sondern Global Mobility, Operations und sogar Finance. Die Botschaft eines großen Logistikkunden bringt es auf den Punkt: Wir kaufen Weiterbildung nicht wegen Sprachkompetenz. Sondern weil Missverständnisse, Fehler und Zeitkosten teuer sind. Sprache ist damit kein Lerninhalt mehr, sondern echtes Business Asset. Berlitz belegt das mit einer eigenen Studie zum Thema Return on Learning.
Ein Satz aus der Folge bleibt dabei hängen: Die Weltsprache ist nicht Englisch, sondern schlechtes Englisch. Gerade im internationalen Vertrieb behindert das die Kommunikation enorm. Interkulturelle Trainings wirken genau hier. Sie machen Unterschiede sichtbar, etwa bei Höflichkeit, Direktheit oder im Umgang mit Fehlern. Und sie trainieren Verhalten, das in Verhandlungen direkt über Abschlüsse entscheidet.
Wichtig ist dabei: Es gibt keine Trainings von der Stange. Die Programme werden für die jeweiligen Kulturen und Branchen zugeschnitten. Ein Training für den China-Vertrieb sieht anders aus als eines für die Integration von Pflegekräften. Das macht die Vorbereitung aufwendiger, aber auch deutlich wirksamer.
Augmented Intelligence: Die neue Rolle des Menschen
Augmented Intelligence entsteht, wenn Unternehmen massiv in KI investieren und gleichzeitig die menschlichen Kompetenzen schulen. Die KI steigert die Effizienz. Sie schreibt Excel-Formeln, übernimmt Routinearbeit und liefert Wissen in Sekunden. Doch dadurch fallen die menschlichen Skills umso mehr auf. Empathie, Kommunikation, Konflikte, Anwendungswissen im Umgang mit der KI selbst. Berlitz nennt diese Felder Augmented Skills und bietet dafür eigene Trainings an.
Für den Vertrieb heißt das konkret: Rund 80 Prozent der Routinearbeit fallen durch KI weg. Das diskutierte Christopher Funk bereits mit Markus Härlin in einer früheren Folge. Übrig bleiben die Menschengewinner, die in der direkten Interaktion mit Kunden überzeugen. Der Wert persönlicher Nähe wird eher steigen als sinken. Firmen, die ihre Teams jetzt auf diese Rollenteilung vorbereiten, sichern sich einen Vorsprung, bevor die Konkurrenz reagiert.
Teila Klemp rät deshalb zu einem ehrlichenr Blick. Wo steht mein Unternehmen bei KI? Wo bei den menschlichen Kompetenzen? Wer heute damit beginnt, schult seine Leute früh und laufend. Geld in KI und Geld in Menschen müssen Hand in Hand gehen. Nur so entsteht echte Augmented Intelligence. Und nur so bleibt ein Unternehmen auch in Zukunft erfolgreich. Es ist kein Thema für später, sondern für jetzt.
Auch ein Randthema zeigt, wie tief das Thema geht: die Sprache im Umgang mit KI. Viele Menschen sagen der Maschine kein Danke mehr und kein Bitte. Wie wirkt sich das unbewusst auf andere Bereiche aus? Berlitz bietet dazu eigene Trainings an. Und Christopher Funk hat eine spannende Erkenntnis parat: ChatGPT antwortet als Sprachausgabe deutlich schlechter als als Text. Im Dialog fehlt die Zeit für den Thinking Mode. Die KI nimmt dann die einfachste Lösung. Kompetenz im Umgang mit KI ist also ein eigener Skill.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge richtet sich an Vertriebschefs, HR-Entscheider und Geschäftsführer, die international verkaufen oder expandieren. Du bekommst Argumente für die Frage, ob sich Investitionen in Sprach- und interkulturelle Trainings lohnen. Du erfährst, wie KI den Lernprozess beschleunigt und warum der Mensch im Vertrieb trotzdem unverzichtbar bleibt. Genauso wertvoll ist sie für alle, die selbst eine Sprache lernen und wissen wollen, wann eine App reicht und wann echtes Training nötig ist.
🎧 Jetzt reinhören
Die komplette Folge mit Teila Klemp gibt’s auf VertriebsFunk, Spotify und überall, wo’s Podcasts gibt.
Schon gehört?
Vom Auftragsannehmer zum Challenger: Die einzige Sales-Rolle, die KI nicht ersetzen kann — darin diskutiert Christopher mit Markus Härlin, warum 80 Prozent der Routinetätigkeiten im Vertrieb durch KI wegfallen.
Vielseitig und mega interessant
★★★★★
Ich habe Christopher zufällig in YouTube bei Themen um Karriere entdeckt und gesehen, das er ein sehr interessanten Podcast führt. Ich habe gleich abonniert, die Themen und Gäste sind wertvolle Inputs um erfolgreich im Job zu werden.
Auch für Nichtvertriebler ein Muss
★★★★★
Obwohl ich nicht im Vertrieb arbeite, habe ich megaviel für meinen Job als Ingenieur und auch übers Leben allgemein gelernt.
Inhalte können viele, aber der Funk sendet auch gut rüber
★★★★★
Ich hege Interessen am Vertrieb, aber meine bisherigen Aufgaben beinhalteten maximal Berührungspunkte mit Pre-Sales. Zu dem Podcast bin ich vor wenigen Wochen gekommen und bereits nach wenigen Folgen habe ich entschlossen, ihm von Anfang an zu hören. Jede Folge ist wie eine Booster-Impfung. Besonders gefällt mit die Themenvielfalt, es wird nicht langweilig.
EINFACH ABONNIEREN:
Top Themen:
Ausgewählte Links zu dieser Episode
- Dein Strategiegespräch mit Christopher Funk – Lass uns analysieren, wie du deinen Vertrieb zukunftsfähig aufstellst.
- Die Berlitz Website für Firmenkunden – Sprachkurse, interkulturelle Trainings und Business-Seminare für Unternehmen.
- Berlitz Studie: Zukunft der Weiterbildung – Faktenbasierte Insights zum Thema Return on Learning.
- Gastbeitrag: Mensch vs. Maschine – Verliert Sprache durch KI an Wert? – Teila Klemp im Fachmagazin HR Performance.
Personen in der Folge:
Transkript anzeigen
Dieses Transkript wurde maschinell erstellt und entspricht dem Inhalt der Audioepisode. Es kann kleinere Fehler enthalten.
[00:00:24 - 00:00:26] | Teila Klemp
An sich, die ganze Sprache,
[00:00:26 - 00:00:37] | Teila Klemp
transportiert auch Bedeutung und Beziehung, Tonfall, Nuancen, Vertrauen, Respekt. Das ist nicht durch eine Übersetzungs-App abdeckbar, sondern dafür brauchen wir echte Kommunikation zwischen Menschen.
[00:01:08 - 00:01:10] | Christopher Funk
Das ist echt super wichtig, das zu wissen,
[00:01:18 - 00:02:14] | Christopher Funk
Branche, die auch ganz besonderen Herausforderungen unterworfen ist. Gut, mittlerweile sagt man das fast für jede Branche irgendwie, aber hier ist es nochmal ganz besonders spannend. Das heißt, wir schauen uns mal an, wie verändert sich eine Branche durch technologische Einflüsse und wie reagieren die Marktplayer, vor allem die Marktführer darauf. Und dafür habe ich heute die Tyler bei mir. Sie ist Head of Marketing bei Berlitz. Berlitz kennt wahrscheinlich jeder, hat jeder schon mal gehört. Möglicherweise hat der eine oder andere auch schon einen Sprachkurs bei denen gemacht. So, jetzt kommt natürlich ganz oft, ja, okay, das ist das schlechteste Geschäftsmodell, weil wir jetzt KI haben, die alles übersetzen und so weiter. Und genau darum geht es. Also wir werden viele Geschäftsmodelle haben, die sich verändern durch Technologie. Und die Frage ist halt, wie reagiert eigentlich Berlitz jetzt darauf? Wie nehmen die diese Herausforderungen an und wie wollen sie weiter wachsen? Und das diskutieren wir heute. Und deswegen bin ich sehr froh, dass sich die Tyler die Zeit genommen hat, hier in den Vertriebsfunk zu kommen. Herzlich willkommen, liebe Tyler Klemp.
[00:02:14 - 00:02:19] | Teila Klemp
Ja, vielen Dank. Ich freue mich auch sehr, dass wir heute ins Gespräch kommen und die nächste halbe Stunde dafür nutzen.
[00:02:19 - 00:02:25] | Christopher Funk
Ich freue mich auch. Tyler, erzähl mal, Head of Marketing, was machst du da genau bei Berlitz?
[00:02:25 - 00:02:28] | Teila Klemp
Genau. Ich verantworte unser
[00:02:28 - 00:02:29] | Teila Klemp
und tatsächlich auch, wie
[00:02:29 - 00:02:37] | Teila Klemp
das unsere eigene Sprache, wie wir mit der KI sprechen? Weil wir wissen ja, das ist kein Mensch. Sagen wir da noch Danke und Bitte? Nee, in der Regel ja nicht.
[00:02:37 - 00:02:37] | Christopher Funk
Ich schon.
[00:02:37 - 00:02:38] | Teila Klemp
Kommt ja.
[00:02:38 - 00:02:39] | Christopher Funk
Sehr höflich.
[00:02:39 - 00:02:43] | Teila Klemp
Aber ich glaube, viele Menschen tun das nicht. Und wie
[00:02:43 - 00:02:45] | Teila Klemp
uns das auch unterbewusst
[00:02:45 - 00:02:48] | Teila Klemp
wirkt sich dann auf andere Bereiche aus? Finde ich zum Beispiel auch ganz spannend.
[00:02:48 - 00:02:59] | Teila Klemp
für die Vokabeln und die Grammatik, so wie du eben auch beschrieben hast, das, was man auch mit Eps theoretisch einfach wiederholen kann, sondern für Faktoren wie Empathie, Motivation und kulturelle Kontexte,
[00:02:59 - 00:03:08] | Teila Klemp
als Brücke zwischen Menschen, Bildung und unternehmerischem Erfolg. Und wir haben super viel Wandel in der Branche aktuell. Und ich freue mich sehr,
[00:03:09 - 00:03:11] | Teila Klemp
das in dem Kontext mitgestalten und vorantreiben.
[00:03:11 - 00:03:18] | Christopher Funk
Und das ist ja schon eine riesige Herausforderung. Berlitz ist ja eigentlich, man würde sagen, eine alte Marke. Also das kennt man auch so aus den... 150 Jahre. Ja, genau.
[00:03:18 - 00:03:57] | Teila Klemp
Genau, das ist schon eine beachtliche Zeit, die es das Unternehmen gibt. Aber was viele nicht wissen, wir sind eben kein reiner klassischer Sprachanbieter mehr, sondern wandeln uns immer mehr zur Educational-Plattform. Also neben natürlich dem klassischen Feld der Sprachkompetenzen, dass es auch über alle Möglichkeiten gibt, also immer noch vor Ort in unseren Sprachschulen, aber auch online oder im Self-Study-Format haben wir auch interkulturelle Kompetenztrainings oder unsere Business-Seminare, wo man dann wirklich ganz gezielt die unterschiedlichsten Kompetenzfelder stärken kann, die heute relevant sind. Und wir setzen dabei auch eine Kombination aus dem klassischen Teacher-led-Training, also wirklich mit dem echten Menschen, aber unterstützt durch KI und digitales Lernen.
[00:03:57 - 00:03:59] | Christopher Funk
Okay, das müsst ihr euch nochmal genauer erklären.
[00:03:59 - 00:04:30] | Teila Klemp
Das mache ich sehr gerne. Und wir haben dabei ein Ziel und das ist, dass das Lernen so einfach zugänglich wird wie möglich, also so wie ein Streaming-Dienst, aber so wirksam wie Coaching. Also dass man es tatsächlich wirklich anwendet und dadurch einen nachhaltigen Erfolg erzielen kann. So konnte man sich das vorstellen. Alle Ansätze sind auch miteinander kombinierbar. Und was ganz spannend ist noch oder gut zu wissen ist, wir haben es natürlich nicht nur für Privatpersonen im B2C-Kontext, sondern vor allem auch für Unternehmen im B2B-Kontext. Das wissen wir auch nicht.
[00:04:30 - 00:04:42] | Christopher Funk
Das heißt, wie viele Leute, oder sagen wir mal, wie hoch ist der Anteil der Kurse, wo die Leute tatsächlich noch physisch in die Klasse gehen und quasi so wie wir es in der Schule kennen, die Sprache da lernen?
[00:04:42 - 00:05:11] | Teila Klemp
Das ist über beide, zieht sich natürlich jetzt über beide Segmente. Das müsst ihr dann wieder auseinanderklammieren. Deshalb ist das ein bisschen schwer zu sagen. Aber steigende Tendenz im digitalen Bereich. Einfach deutlich flexibler ist, man das von überall machen kann. Das auch dann natürlich flexibel in den Alltag integrieren kann. Aber dennoch gibt es auch die Leute, die Lust haben, auch in der Gruppe dann vor Ort sich zu connecten und dann doch im Center erscheinen. Das dann aber auch wieder im B2B-Kontext. Also da bieten wir das auch an.
[00:05:11 - 00:05:17] | Christopher Funk
Und im B2B-Umfeld, also jetzt bei den Firmenkunden, wie viele Leute gehen dann auch in die Klasse und wie viele machen es online?
[00:05:17 - 00:05:20] | Teila Klemp
Da haben wir so mehr, die online machen.
[00:05:20 - 00:06:04] | Christopher Funk
Also ich erinnere mich noch, als ich aus der Schule kam, nach meinem Abi, ich habe dann BWL studiert und da hatte ich mir so einen Kurs belegt, das hieß Business Englisch. Und im ersten Semester, als mir das aufgefallen ist, als ich den Kurs gemacht habe, ist mir aufgefallen, dass ich überhaupt kein Englisch konnte. Also das war echt übel. Also das ist mir da erst richtig bewusst geworden. Da habe ich gesagt, ey, das kann nicht sein. Und dann bin ich tatsächlich zur Volkshochschule gegangen und habe da so ein Cambridge Certificate gemacht. Und wie gesagt, so richtig zweimal die Woche, einmal Konversationskurs, einmal in so einem klassischen Teaching-Kurs und so weiter. Und das hat mich so viel weitergebracht. Also das ist schon fast Oldschool-Learning.
[00:06:04 - 00:06:25] | Teila Klemp
Wahrscheinlich, weil du auch richtig in die Anwendung gekommen bist und eben nicht einfach nur, was du nicht gelernt hast, wie das läuft. Und das ist dann auch das, was letztendlich dann zum nachhaltigen Erfolg führt, ist eben diese Anwendung. Und das ist bei uns auch methodisch total stark verankert. Nicht nur Vokabeln lesen und übersetzen, sondern das dann wirklich sprechen lernen. Man
[00:06:25 - 00:06:28] | Christopher Funk
sagt ja, das ist so immersiv macht man das heute eigentlich.
[00:06:28 - 00:06:29] | Teila Klemp
Genau.
[00:06:29 - 00:06:37] | Christopher Funk
Man sagt ja immer, wenn du eine Sprache lernen musst, musst du in das Land fahren irgendwie und dein Handy wegwerfen. Ja. Weil dann musst du es eigentlich machen im Prinzip.
[00:06:38 - 00:06:38] | Christopher Funk
Extrem.
[00:06:39 - 00:07:10] | Christopher Funk
Sonst hast du ja Hilfe. Also die zweite Fremdsprache, die ich jetzt gerade lerne, ist Spanisch. Mhm. Und das mache ich mit Duolingo tatsächlich. Also ich mache jeden Tag, also das ist so eine Sprach-App im Prinzip, wo du ja eigentlich auch keine Regeln lernst. Also es ist ganz oft, dass ich dann quasi irgendwie aus dem Bauch sage, okay, das müsste sich jetzt so richtig anhören oder so. So würdest du ja eigentlich auch eine Sprache lernen, wenn du es von deinen Eltern lernst. Da kriegst du ja eigentlich auch keine Regeln. Die Regeln kriegst du ja erst in der Schule eigentlich beigebracht. Aber da kann man ja meistens seine Muttersprache schon sprechen.
[00:07:10 - 00:07:17] | Teila Klemp
Ja. Und warst du jetzt nach deiner App-Erfahrung schon mal wieder im Ausland, hast du die Sprache gesprochen?
[00:07:17 - 00:07:50] | Christopher Funk
Ja. Ja, ja. Also ich bin öfters in Spanien. Wir machen auch so Wanda-Mastermind jetzt auf La Gomera. Und da kommst du dann auch in Ecken rein, wo die Leute dann auch kein Englisch mehr sprechen. Mhm. Und also interessanterweise, also Verstehen ist immer schwierig bei Spanisch, weil die Leute halt extrem schnell sprechen. Also da muss man immer filtern. Aber also Verständigen, also ich kann mich schon ganz gut ausdrücken eigentlich. Da hört sich gut an. Das ist wirklich krass, vor allen Dingen, wenn du das dann nur von der App kannst und du fragst dich immer so, woher kann ich das jetzt eigentlich? Ja, ich habe ja gar keine Regel. Ich habe ja nie Vokabeln getrainiert eigentlich so.
[00:07:50 - 00:07:59] | Teila Klemp
Tatsächlich ist das was, das häufig uns wiedergespiegelt wird. Viele Leute starten mit einer App, die kommen dann aber irgendwann an den Punkt, dass es da nicht weitergeht, weil es hauptsächlich um das Übersetzen der Vokabeln geht.
[00:07:59 - 00:07:59] | Christopher Funk
Das gucken wir jetzt auch so vor, ja.
[00:07:59 - 00:08:43] | Teila Klemp
Und dann, wenn man nochmal ein Level drüber gehen möchte und das wirklich weiter ausbauen will, dann muss man wirklich ins Hören und Sprechen kommen. Genau wie du sagst, die Leute reden super schnell irgendwie, spielen dann noch total viele andere Faktoren eine Rolle, Gestik, Mimik, was man über eine App nicht abdecken könnte. Und das ist letztendlich das, wo dann die Methode ansetzt. Also hören und selbst anwenden, das Erlernen der Sprache in der Zielsprache, das ist unsere Methodik und die spiegelt sich auch in allen Formaten wieder. Also egal ob online oder im Self-Stardy-Format oder Blended Learning oder dann tatsächlich vor Ort, dass es was angewendet wird. Und das hat dann auch einen sehr nachhaltigen Erfolg, weil das bleibt und verschwindet nicht, wenn man dann aufhört, ab und an die Vokabeln durchzugehen.
[00:08:43 - 00:08:59] | Christopher Funk
Das glaube ich. Also es gibt ja mittlerweile bei Dooling und tatsächlich auch einen Avatar, mit dem du ganz normal reden kannst. Das ist schon krass. Aber du hast halt, also das, was halt fehlt, du kannst halt nicht sagen, okay, ich habe es nicht verstanden, warum hast du das jetzt so gesagt oder so. Das ist halt das, was da noch fehlt im Prinzip.
[00:08:59 - 00:08:59] | Teila Klemp
Genau.
[00:08:59 - 00:09:08] | Christopher Funk
Aber da sind wir ja schon mitten im Thema drin. Richtig. Das ist ja genau das, was gerade passiert. Also Berlitz ist eine alte Marke. 170 Jahre hast du gesagt. Wie viele Mitarbeiter habt ihr jetzt?
[00:09:08 - 00:09:08] | Teila Klemp
150.
[00:09:08 - 00:09:09] | Christopher Funk
150.
[00:09:09 - 00:09:21] | Teila Klemp
Global gesehen ist das schwer zu definieren. Und natürlich das Corporate Business, diverse Franchises und dann Deutschland. Ich würde sagen, um die 500 festangestallte Mitarbeitende in Deutschland. Krass.
[00:09:21 - 00:09:21] | Christopher Funk
Ja.
[00:09:21 - 00:09:23] | Teila Klemp
Frage will ich nicht fest auf die Zahl, aber ungefähr.
[00:09:23 - 00:09:25] | Christopher Funk
Ja, alles gut. Ist ja auch immer am Fluss.
[00:09:26 - 00:09:50] | Christopher Funk
Ja, also es ist ja ein großes Unternehmen. Und also die Frage, die dir wahrscheinlich ständig gestellt wird, wenn du sagst, hey, ich arbeite bei Berlitz. Yeah. Also, hey, braucht das überhaupt noch jemand? Ja, du hast ja jetzt schon ein paar Sachen aufgemacht. Blended Learning, KI-Unterstützungslernen, aber auch interkulturelle Skills. Das finde ich echt spannend. Erzähl doch mal, wie ihr euch jetzt neu aufstellt in der neuen Welt.
[00:09:50 - 00:09:54] | Teila Klemp
Du beschreibst es richtig gut. Da ist ganz viel Wandel in der Branche.
[00:09:55 - 00:12:40] | Teila Klemp
Und das ist tatsächlich eine sehr häufig gestellte Frage. Und ich bin froh, dass du sie auch stellst, weil man da auch eine sehr gute Antwort drauf geben kann. Die Leute fragen immer wieder, brauche es Sprache eigentlich noch, wenn ich jetzt einen Knopf im Ohr habe und das übersetzt es mir. Und ich habe da ganz klare Antwort drauf, die ist ja unbedingt. Weil Sprache eben viel mehr ist als die reine Übersetzung. Es ist ganz, ganz wichtig, dass man sich das vor Augen führt. Es sind eben nicht nur Wörter, sondern die Informationen transportieren, sondern die Sprache an sich, die ganze Sprache, die transportiert auch Bedeutung und Beziehung, Tonfall, Nuancen, Vertrauen, Respekt. Das ist nicht durch eine Übersetzungs-App abdeckbar, sondern dafür brauchen wir echte Kommunikation zwischen Menschen. Deshalb auf jeden Fall die Relevanz ist da, dass es Sprachkompetenz weiter braucht. Natürlich dann gerne auch in Kombination mit interkultureller Kompetenz. Und wie das die Branche beeinflusst, da sehen wir definitiv die Rolle von KI und die Rolle von Menschen. Und um uns nochmal anzugucken, wie jeweils die eingenommen wird, setzt man am besten da an, dass man sich nochmal anschaut, wie lernen Menschen, welche Bedürfnisse haben die. Es gibt ja unterschiedliche Lernentypen und wann wird Lernen auch erfolgreich. Und wir haben bei uns auch erkannt, dass KI definitiv eingesetzt werden sollte und das auch verändern kann im positivsten Sinne. Das total nach vorne bringen kann als Beschleuniger, weil das kann nämlich was, oder die künstliche Intelligenz kann nämlich was, dass traditionelle Lernsysteme nur sehr begrenzt konnten. Und zwar kann sie in Echtzeit erkennen, wo jemand gerade steht, wie schnell der Fortschritte macht, wo es noch Probleme gibt, was typische Fehler sind und kann dann das Training daraufhin sofort anpassen. Das heißt, sie kann unterstützend genau dafür eingesetzt werden. Und das gibt den Lernenden dann total viel Tempo und Sicherheit. Wir haben natürlich diverse Daten, die wir gesammelt haben, die ausgewertet und sehen daran ganz deutlich, wenn unsere Trainer in KI mit einbeziehen oder unsere digitale Lernlösung, dann lernen die Lernenden im Schnitt 40 Prozent schneller. Also das ist der Effizienzfaktor des Lernens. Aber es wäre nicht erfolgreich, wenn wir das nicht kombinieren würden mit echten Menschen. Es bleibt einfach nach wie vor unverzichtbar, eben nicht für die Vokabeln und die Grammatik, so wie du eben auch beschrieben hast, das, was man auch mit Eps theoretisch einfach wiederholen kann, sondern für Faktoren wie Empathie, Motivation und kulturelle Kontexte, die nur durch echte Menschen auf dem Level vermittelbar sind. Ganz genau, weil jeder Mensch ja anders lernt und viele brauchen das, dass sie motiviert werden, dass man konstruktives Feedback bekommt, um dann wirklich nachhaltigen Lernerfolg zu erzielen und es nicht sofort verpufft, wenn ich aufhöre, die Vokabeln und die Grammatik zu lernen.
[00:12:41 - 00:13:38] | Teila Klemp
Deshalb nach wie vor super relevant. Und das ist auch der Ansatz, den wir fahren, auch mit unserer Lernplattform, die wir bauen, in der man die unterschiedlichen Sprachen lernen kann, wo man dann die unterschiedlichen Ansätze kombinieren kann. Und da haben wir KI-Avatare oder Speaking-Tutors, mit denen man interagieren kann. Man kann sich da eben aber auch die Live-Online-Einzel- oder Gruppentrainings mit echten Menschen buchen und dann ganz flexibel mit denen interagieren und kann so beides miteinander kombinieren. Gleichzeitig sammelt die Plattform natürlich dann aber auch die Daten, sodass das Lernen letztendlich optimiert wird. Und so stellen wir uns so auf, dass wir genau da aufspringen, das analysiert haben und im Grunde die perfekte Lösung haben, um da nachhaltig, langfristig auch weiterhin erfolgreich zu sein. Und ganz wichtig noch dazu zu sagen, die Methode, auf der das alles basiert, eben das Anwenden ins Sprechen kommen, das Immersive lernen, die ist auch in unseren digitalen Lösungen genauso das Fundament und das, wo alles drauf aufbaut.
[00:13:38 - 00:14:17] | Christopher Funk
Also was ich auf jeden Fall kaufe, ist, dass der Mix wahrscheinlich am effektivsten ist. Genau. Dass du halt, ja, dass du eine App hast, dass das, dass es ausgewertet wird, dass die App natürlich genauer erkennen kann. Wenn du jetzt zehn Leute in der Klasse hast, wissen wir, wie das ist. Das ist immer schwierig für einen Lehrer, das rauszubekommen, dass man da Support kriegt. Aber dass du halt dann immer auch einen menschlichen Lehrer hast, mit dem du halt in Interaktionen gehen kannst, wo du Feedback bekommst, wo du Fragen stellen kannst und so weiter. Das kann ich mir schon sehr gut vorstellen. Aber du musst mir gleich noch mal was zum interkulturellen Lernen erzählen. Das finde ich auch extrem spannend. Vor allen Dingen, wie man sowas macht.
[00:14:19 - 00:14:31] | Christopher Funk
Und dann sprechen wir mal darüber, also im Endeffekt habt ihr jetzt plötzlich ganz neue Wettbewerber. Früher waren es die anderen Sprachschulen, die internen Trainer. Jetzt sind es plötzlich irgendwelche Software Companies, die es vor fünf Jahren noch nicht gab.
[00:14:32 - 00:14:49] | Teila Klemp
Ja, auf jeden Fall immer noch beides. Und dadurch, dass wir ein relativ breites Portfolio abdecken, weil letztendlich die einzelnen Kompetenzfelder immer gut auch miteinander kombiniert werden können. Gerade im B2B sind die Bedürfnisse super unterschiedlich von Unternehmen. Je nach Branche, je nach Größe des Unternehmens kann man dann gut immer die Programme zusammenstellen.
[00:14:50 - 00:15:08] | Teila Klemp
Von daher ist es so individuell, dass dann viele unterschiedliche Wettbewerber dazukommen. Aber es ist, wie gesagt, immer noch eine methodisch basierte Lösung und kein KI-Tool, wo das Feature im Vordergrund steht. Sondern genau wie du gesagt hast, wird es kombiniert.
[00:15:10 - 00:15:13] | Teila Klemp
Und ja, deshalb ist das auch in Bezug auf...
[00:15:13 - 00:15:20] | Christopher Funk
Ich meine nur als Wettbewerb. Also wenn jetzt eine Firma sagt, hey, nee, komm, wir kaufen hier ein Corporate-Account von irgendeiner Sprach-App.
[00:15:21 - 00:15:33] | Christopher Funk
Dann sind das natürlich Leute, mit denen du zumindest im Marketing und im Vertrieb dann schon mal argumentieren musst, um halt die Unterschiede auch deutlich zu machen. Das meine ich. Das hättest du vor fünf Jahren wahrscheinlich noch nicht gehabt.
[00:15:33 - 00:15:57] | Teila Klemp
Ja, das stimmt auf jeden Fall. Deshalb tut sich extrem viel in der Branche und sollte man auch immer weiter beobachten und dranbleiben. Trotzdem kann man genau mit diesen Argumenten sehr stark punkten. Denn wenn ich nur die KI-Lösung habe und keinen Menschen mehr, der mit mir interagiert und mich nachhaltig zum Lernerfolg führt, dann werden auch die Unternehmen, die diese Lösung kaufen, schnell merken, dass das alleine eben ineffizient ist.
[00:15:57 - 00:15:58] | Christopher Funk
Ja.
[00:15:58 - 00:15:59] | Teila Klemp
Genau.
[00:15:59 - 00:16:07] | Christopher Funk
Eigentlich müsste man ja noch einen Kurs anbieten, wie man mit einer KI redet, oder? Wie bitte? Eigentlich müsste man ja noch einen Kurs anbieten, wie man am besten mit einer KI redet, oder?
[00:16:07 - 00:16:44] | Teila Klemp
Ja, wir haben tatsächlich auch diverse Kurse, wie wir gut mit der kommunizieren und wie man die am besten anwendet. Das ist auch tatsächlich ein Kompetenzfeld im Bereich der Augmented Skills, wie wir am besten mit dir umgehen, wie wir da das Maximale rausholen. Und es ist letztendlich einfach Anwendungskompetenz. Das ist auch eine Kompetenz, die in der heutigen Zeit unbedingt geschult werden muss, um da erfolgreich zu bleiben. Denn es ist ja auch unumgänglich, dass Unternehmen KI nutzen. Jeder geht da rein, immer mehr in Automatisierung, Tools generell. Und dann müssen alle Leute auch wissen, wie man damit gut umgeht. Und das ist ein Training, das wir tatsächlich bei uns im Portfolio haben.
[00:16:44 - 00:17:18] | Christopher Funk
Und das ist echt so wichtig. Also mir ist zum Beispiel diese Woche wieder was aufgefallen, was mir nicht klar war. Du kannst ja mit der KI mittlerweile auch sprechen, mit so einer App, mit ChatGPT oder sowas. Und mir ist dann aufgefallen, also wenn ich dann mal schnell was wissen wollte oder irgendwie über was nachdenken wollte, habe ich gesagt, die Antworten sind irgendwie lang nicht so gut, als wenn ich das als Text eingebe. Und dann habe ich dann jetzt ChatGPT in dem Fall und habe gesagt, hör mal, kann das sein, dass deine Antworten, die du hier als Sprachausgabe gibst, deutlich schlechter sind, als die, die ich als Text eingebe? Warte mal, was sie gesagt hat.
[00:17:19 - 00:17:20] | Teila Klemp
Wahrscheinlich schon.
[00:17:20 - 00:17:49] | Christopher Funk
Ja, sie hat gesagt, ja, das ist ganz genau so, weil wenn ich als Text auf Text basiert antworte, dann muss ich ja eigentlich sofort reagieren. Also wenn du den Thinking Mode hast, da kann es ja manchmal 15 Sekunden dauern, bis deine Antwort kommt. Das würdest du ja nicht akzeptieren, wenn du quasi im Dialog bist. Deswegen hat, ja, da nehme ich immer die naheliegendste Lösung und denke da nicht drüber nach. Das ist echt super wichtig, das zu wissen, zum Beispiel. Thema Kompetenz im Umgang mit KI.
[00:17:49 - 00:18:00] | Teila Klemp
Das und tatsächlich auch, wie beeinflusst das unsere eigene Sprache, wie wir mit der KI sprechen? Weil wir wissen ja, das ist kein Mensch. Sagen wir da noch Danke und Bitte? Nee, in der Regel ja nicht.
[00:18:00 - 00:18:00] | Christopher Funk
Ich schon.
[00:18:00 - 00:18:01] | Teila Klemp
Kommt ja.
[00:18:01 - 00:18:03] | Christopher Funk
Sehr höflich.
[00:18:03 - 00:18:20] | Teila Klemp
Aber ich glaube, viele Menschen tun das nicht. Und wie beeinflusst uns das auch unterbewusst und wirkt sich dann auf andere Bereiche aus? Finde ich zum Beispiel auch ganz spannend. Das geht nochmal in eine andere Richtung. Aber trotzdem definitiv auch ein Thema, mit dem man sich beschäftigen kann.
[00:18:20 - 00:18:56] | Christopher Funk
Da sind wir schon beim Thema interkulturelle Kompetenz. Interkulturell wäre ja auch ich und der Computer, wie reden wir miteinander? Aber das, wo quasi euer Kernbusiness ist, ist wahrscheinlich was anderes. Also gut, das im Vertrieb weiß ja jeder, wenn du mit einem Amerikaner verhandelst, ist was anderes, als wenn du mit einem Engländer oder einem Franzosen oder einem Italiener verhandelst oder mit einem Japaner oder Chinesen. Also die Geschichten sind da ja endlos, wie man das alles machen muss und wen man wann und wie lange unter den Tisch saufen muss, um mit dem ein Geschäft zu machen oder so. Ja, aber wie kann ich, wie macht ihr das? Das finde ich spannend.
[00:18:56 - 00:20:04] | Teila Klemp
Da haben wir natürlich unterschiedliche Trainingsformate, die auch wieder angepasst sind dann auf die Bedürfnisse des jeweiligen Unternehmens. Und letztendlich ist das immer einzuordnen in den Gesamtkontext. Also häufig haben wir das im Bereich von internationaler Fachkräftevermittlung, weil da dann einfach unterschiedliche Kulturen zusammenkommen. Die müssen gut integriert werden, gut zusammenarbeiten, um dann wirklich erfolgreich zu sein, weil sonst erstehen einfach Reibungsverluste, Missverständnisse, muss ich gut verstehen, um das möglich zu machen. Das haben wir vor allem in Branchen wie jetzt Pflege, Logistik und Industrien überall da, wo es einen Fachkräftemangel gibt. Da sind das dann ganz andere Formate, als wenn ich zum Beispiel in den globalen Vertrieb gehe und auch da gucke, was sind kulturelle Unterschiede in der Kommunikation. Stichpunkt Höflichkeit zum Beispiel. Das heißt, das sind natürlich total unterschiedliche Trainingsansätze, die wir dann je nach Bedürfnis wählen. Das kann man sich jetzt anhand der beiden Kontexte, die ich genannt habe, vielleicht vorstellen. Und das wird dann auch individuell dafür konzipiert, je nachdem, was das auch für Kulturen sind, die dann da aufeinandertreffen. Das heißt, es sind auch keine Trainings von der Stange, sondern es ist wirklich darauf zugeschnitten.
[00:20:04 - 00:20:09] | Christopher Funk
Das heißt, ich kann meine Leute trainieren lassen, wie sie jetzt zum Beispiel mit Chinesen verhandeln?
[00:20:09 - 00:20:10] | Teila Klemp
Ganz genau.
[00:20:11 - 00:20:11] | Christopher Funk
Das ist cool.
[00:20:13 - 00:20:20] | Christopher Funk
Also es gibt ja ganz viele Sachen, auch so wie direkt du bist. Also wenn in Deutschland sagt, ja oder nein, willst du das jetzt machen oder nicht?
[00:20:20 - 00:20:22] | Teila Klemp
Ja, genau.
[00:20:23 - 00:20:54] | Teila Klemp
So vor mir auch, was zum Beispiel Mimik angeht und Gestik, das ist eben auch der Stichpunkt Höflichkeit oder Direktheit oder der Umgang mit Fehlern. Das ist einfach, das sind so die häufigsten Themen, glaube ich, die genannt werden und die wirklich zu Missverständnissen führen kann und zu Reibungen oder Freundesfeldern, die dann da entstehen, die sich dann aber tatsächlich auch direkt auswirken auf den Erfolg von ganzen Projekten. Oder wenn man jetzt im Vertrieb denkt, wirklich auch auf den Abschluss natürlich von dir jetzt.
[00:20:54 - 00:21:20] | Christopher Funk
Naja, also muss man sehr viel, wenn du das nicht machst, musst du halt sehr viel Lehrgeld zahlen. Also wenn du keinen hast. Ja, jedenfalls. Ich war mal eine Zeit lang in Bangkok stationiert und sollte da Geschäft machen und das hat echt lange gedauert, bis ich nur annäherungsansatzweise die Regeln verstanden habe. Also du gehst da immer raus und denkst so, ja super, die sind alle total freundlich und nett und so weiter, das wird was und die nicken alle, aber da passiert dann erstmal gar nichts.
[00:21:20 - 00:21:36] | Teila Klemp
Total. Also das kann am Ende echt entscheiden über Zusammenarbeit, Kundenerfahrung und Geschwindigkeit und es deshalb auch als Business Asset zu bewerten. Also es ist kein nice to have Training, was jetzt schön wäre, mal anzubieten, sondern es wirkt sich wirklich direkt auf den Unternehmenserfolg aus.
[00:21:36 - 00:21:43] | Christopher Funk
Ja und normalerweise macht das ja dann der Vertriebsleiter oder sowas, der dann versucht, das seinen Leuten beizubringen. Aber eigentlich hat der ja noch andere Sachen zu tun.
[00:21:43 - 00:21:43] | Teila Klemp
Ja.
[00:21:43 - 00:21:49] | Christopher Funk
Das heißt aber, bietet ihr das dann da auch mit einem Blended oder Augmented Learning an, sowas?
[00:21:49 - 00:22:03] | Teila Klemp
Genau. Das ist alles möglich, das in unterschiedlichen Ansätzen zu kombinieren. Ich hatte das eben schon kurz erwähnt, es sind ja verschiedene Kompetenzfelder, die man sich im besten Fall angucken kann, basierend auf der individuellen Lage und dann kann man gucken, wie man das am besten zusammenstellt.
[00:22:03 - 00:22:24] | Christopher Funk
Ja, cool. So und okay, das heißt, ihr fangt ja an, euch neu aufzustellen. Was sind so die Demands, die von den Kunden auf euch zukommen? Ist das genau das, was wir jetzt besprochen haben? Hat sich das verändert? Also sagen die ja, wir wollen jetzt irgendwie 20 Leute in Englischschulen, beschicken sie mal einen Lehrer dabei? Oder was sind so die klassischen Demands, die jetzt vom Kunden auf euch zukommen?
[00:22:24 - 00:23:33] | Teila Klemp
Das ist tatsächlich super schwer zu sagen, weil das so unterschiedlich ist. Aber natürlich ist es genau das Thema, was wir eben schon kurz besprochen haben. Natürlich geht es um KI. Ich möchte eine moderne Lösung, die KI mitdenkt, die aber trotzdem nachhaltig zum Erfolg führt. Von daher ist das schon ein Thema, was häufig angefragt wird. Aber natürlich auch die KI-Trainings. Also wie gehe ich gut damit um? Das Thema ist auf jeden Fall nach wie vor im Vordergrund. Ansonsten sind die Anfragen sehr, sehr unterschiedlich, was die Leute beschäftigt. Grundsätzlich können wir aber zwei Dinge feststellen in der Branche, die sich verändern. Und das sind eher generelle Themen. Es ist gar nicht so themenfokussiert, wenn ich jetzt eine bestimmte Sache habe, die ich anfrage. Sondern es ist eher, wie damit umgegangen wird. Ich hatte das eben kurz erwähnt. Es ist nicht mehr nice to have, ein Training anzubieten als Mehrwert für meine Mitarbeitenden. Und meine Hauptansprechpartner sind dann aus der HR oder Learning and Development Representatives. Sondern es wird wirklich als klare Investitionsmaßnahme gesehen, wo ich auch einen Return habe. Wir nennen das immer gerne Return on Learning.
[00:23:34 - 00:24:06] | Teila Klemp
Schnellere Ramp-Up-Zeiten, weniger Fehler, bessere Produktivität und ein stärkeres Kundenerlebnis. Weshalb dann auch ganz andere Entscheider mit am Tisch sitzen. Wie zum Beispiel Global Mobility, Operations oder sogar Finance. Weil es eben Teil der Wertschöpfung ist und das halt konkret beeinflusst. Also das ist so die eine Sache, der Return on Invest, den ich habe, wenn ich da reingehe. Und das andere ist natürlich den Stellenwert von Investitionen in KI versus Stellenwert von Investitionen in den Menschen.
[00:24:08 - 00:25:25] | Teila Klemp
Weil Unternehmen massiv investieren in Tools, in Automatisierung, in KI. Und wir sehen, dass das Effizienz steigert. Das sehen die Unternehmen auch. Aber im selben Zuge merkt man, dass natürlich die Fähigkeiten, die durch den Menschen abgedeckt werden, immer wichtiger werden. Die Augmented Skills, damit die Unternehmen die Möglichkeit haben, Augmented Intelligence zu schaffen. Muss beides gut ineinander greifen. Und dann wird natürlich der Bedarf höher, genau da auch reinzugehen. Und da gehört Sprachkompetenz zu, aber auch die ganzen anderen Kompetenzen. Weil die Effizienz durch KI gesteigert werden kann. Aber erfolgreich wird das Ganze erst, wenn ich die Menschen richtig schule, nicht nur mit der KI umzugehen, aber auch alle anderen Fähigkeiten auszubauen und da rein zu investieren. Und das merkt man, dass das die beiden Felder sind, mit denen Unternehmen sich beschäftigen. Und die so auch an uns herangetragen werden. Wir hatten einen Logistikkunden, einen großen. Der hat das ganz gut auf den Punkt gebracht. Die haben gesagt, wir kaufen Weiterbildung nicht wegen Sprachkompetenz zum Beispiel, sondern weil Missverständnisse und Fehler und Zeitkosten und Sprache demnach nicht mehr nur Lerninhalt ist, sondern echtes Business Asset. Und das merken wir, dass sich das in der Branche tut.
[00:25:25 - 00:25:44] | Christopher Funk
Das war ja schon immer so, oder? Das wäre ja schon immer so gewesen. Also Deutschland ist ja eine Exportnation noch. Hoffen wir, dass es doch so bleibt. Ja, sicher nicht. Da wäre ja diese Sprachkompetenz gerade früher eigentlich noch höher. Also die Nachfrage hätte eigentlich früher höher sein müssen, weil es ja keine Alternative gab.
[00:25:46 - 00:25:58] | Teila Klemp
Nee, also den Trend sehen wir auf jeden Fall nicht, sondern das steigt nach wie vor, weil es so wichtig ist, in diese Kompetenzfelder reinzugehen. Und vorher wurde es halt immer eher gesehen als...
[00:25:58 - 00:26:04] | Christopher Funk
Weil es ist jetzt auch einfacher als früher. Früher musstest du die Leute dann halt alle in die Klasse sperren, irgendwie einen Lehrer schicken und so weiter.
[00:26:04 - 00:26:05] | Teila Klemp
Es ist einfacher zugänglich.
[00:26:05 - 00:26:14] | Christopher Funk
Jetzt können die Leute das an jedem Ort machen, können sich von überall einklinken, können es vom Haum auf das machen. Können vielleicht auch effektiver lernen als früher.
[00:26:14 - 00:27:00] | Teila Klemp
Ja. Den Trend sehen wir auf jeden Fall nicht, einfach weil es, glaube ich, früher gesehen wurde, eher als nice to have. Und das wäre jetzt ja auch wichtig, dass alle auch nochmal ein Sprachtraining bekommen. Aber jetzt wird es halt wirklich gesehen, dass es einen direkten Impact hat auf den Unternehmenserfolg und dass man das sogar messen kann. Und ja, den Trend sehen wir an allen Stellen, denn man muss natürlich auch gucken, wie ist die wirtschaftliche Lage gerade und wo wird das Geld investiert? Und oft ist es ja so, dass dann schnell mal im Learning und Development gestrichen wird. Aber wenn man das in einer wirtschaftlich schwierigen Phase und da in den richtigen Stellen investiert, hat das einen Einfluss. Und das haben viele Unternehmen erkannt und gehen dann deshalb da weiter rein. Aber deshalb ist es ein sehr präsentes Thema, was uns immer wieder zugetragen wird, das nicht unterschätzt werden darf.
[00:27:02 - 00:27:02] | Teila Klemp
Genau.
[00:27:02 - 00:27:05] | Christopher Funk
Das heißt, bei euch ist eher ein Wachstum angesagt?
[00:27:08 - 00:27:09] | Christopher Funk
So wie du es schilderst?
[00:27:09 - 00:27:27] | Teila Klemp
Naja, wir haben ja darüber gesprochen, wie wichtig es ist, beziehungsweise was die Branche beschäftigt. Und das sind die beiden häufigsten Themen, unabhängig davon, was am häufigsten angefragt wird. Es ist, wie gesagt, Stellenwert von Investitionen in KI für Effizienz.
[00:27:28 - 00:27:38] | Teila Klemp
Und dass es erst erfolgreich wird, wenn ich dann auch die menschlichen Kompetenzen schule und beides Hand in Hand greife und den Return on Invest, wenn es um Weiterbildungsmaßnahmen geht. Das beschäftigt die Branche am meisten.
[00:27:39 - 00:27:40] | Teila Klemp
Genau.
[00:27:40 - 00:27:57] | Christopher Funk
Punkt. Aber so allgemein werden natürlich auch einige Unternehmen sagen, okay, es geht uns nicht so gut. Wie du es gerade gesagt hast, das sind ja oft Sachen, die dann erst mal unter den Tisch fallen, wo man dann auch wirklich, ja gut, das ist ja dann euer Job im Marketing und Vertrieb, dagegen zu arbeiten und den Leuten zu sagen, ihr spart eigentlich an der falschen Ecke.
[00:27:57 - 00:29:25] | Teila Klemp
Genau. Und deshalb, das ist tatsächlich dann auch der Ansatz im Marketing, wirklich über hochwertigen Content rauszugehen. Wir beschäftigen uns wirklich mit den Inhalten, mit den Themen, die auch die Branche beschäftigen. Natürlich gibt es immer Unternehmen, die das nicht sehen, die da nicht reingehen. Genauso gibt es aber welche, die es tun, die das sehen, die sich damit beschäftigen, die sich auch auf Zahlen stützen. Wir haben auch selbst im letzten Jahr eine Studie dazu durchgeführt, weil es eben belegbar ist. Und darüber dann mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, ist auch einer unserer USPs gerade im Vertrieb, weil die Leute, das ist nicht ganz bemerkenswert, die bei Berlitz arbeiten, wirklich eine unglaublich hohe Identifikation damit haben, ein großes Interesse an unserem Kunden und dem potenziellen Kunden, wirklich verstehen, was sein Bedürfnis ist, was dahinter steht und da dann ansetzen. Das heißt, wir gehen genau mit diesen Inhalten raus, kommen dann mit den potenziellen Kunden ins Gespräch und können sie so dann auch oft für uns gewinnen. Und deshalb würde ich auch außen vor lassen, wie die wirtschaftliche Situation ist, weil das ist total im Einzelfall zu bewerten, meiner Meinung nach. Und auch natürlich gibt es dann die Industrien, die besser und schlechter aufgestellt sind insgesamt. Das ist aber unabhängig dann von unseren Leistungen, weil auch da gibt es immer Einzelfälle, die dann doch da Bedarfe sehen, wenn sie zum Beispiel internationale Fachkräfte anstellen und haben sie doch plötzlich einen Bedarf, da reinzugehen und dafür zu sorgen, dass das dann auch erfolgreich ist. Deshalb finde ich das schwer, generalisierende Aussagen zu treffen.
[00:29:26 - 00:29:32] | Christopher Funk
Früher hat man immer gesagt, ich glaube, hat sich nicht viel geändert, die Weltsprache ist nicht Englisch, sondern die Weltsprache ist schlechtes Englisch.
[00:29:36 - 00:29:43] | Christopher Funk
Und das kann natürlich die Kommunikation extrem behindern. Also gerade wenn wir... Ja, also da kann man natürlich was machen.
[00:29:44 - 00:29:49] | Christopher Funk
Lass uns nochmal kurz den Begriff Augmented Intelligence klären. Das finde ich sehr, sehr spannend.
[00:29:50 - 00:29:51] | Christopher Funk
Willst du da was zu sagen?
[00:29:51 - 00:29:52] | Teila Klemp
Ja, super gerne.
[00:29:53 - 00:30:31] | Teila Klemp
Also wir haben natürlich ja einmal die künstliche Intelligenz, die investiert wird, die da ist, die genutzt wird und die im ersten Schritt unsere Effizienz steigert. So, und dann haben wir die ganzen Augmented Skills, also alle Kompetenzbereiche, die in Zukunft wichtiger werden, heute und auch in den nächsten Jahren, Zukunft der Arbeit auch definieren werden, die dafür sorgen, dass ich mit der KI richtig umgehen kann und die aber auch alle anderen Bereiche, also wie löse ich Konflikte, wie kommuniziere ich gut miteinander, wie löse ich Probleme und wie wende ich aber auch die Technik richtig an.
[00:30:32 - 00:30:36] | Teila Klemp
Und da spielt Sprachkompetenz im Bereich der Kommunikation natürlich auch eine große Rolle.
[00:30:38 - 00:31:22] | Teila Klemp
Genau, dass ich da reingehe und die stärker, weil die einfach nicht abgebildet werden können und natürlich auch mehr auffallen. Wenn das ganze Wissen abrufbar ist, dann bleiben natürlich die Skills, die von Menschen abgedeckt werden. Empathie, das Miteinander, gute Kommunikation und beides zusammen ist dann die Augmented Intelligence, die für Unternehmen unglaublich essentiell ist, um auch in Zukunft weiter erfolgreich zu sein, weil man da einfach mithalten muss. Und deshalb ist es nichts, was man sich vielleicht dann in den nächsten Jahren mal anguckt, sondern es ist ein Bereich, in den man heute reingehen sollte, wo man heute mal eine Bestandsaufnahme machen sollte. Wie bin ich da aufgestellt als Unternehmen und da dann ansetzen sollte, die Mitarbeitenden rechtzeitig zu schulen, fortlaufend zu schulen und eben zukunftsträchtig dann vorzubereiten.
[00:31:23 - 00:32:52] | Christopher Funk
Ja, also Augmented Skills würde ich mal sagen, also wenn ihr jetzt zum Beispiel, wenn ich jetzt eine Excel-Tabelle programmieren will, früher musstest du dir dann halt die Formeln angucken und so weiter, musst du dir das irgendwie in ein Handbuch kaufen, in der Hilfe oder begoogeln. Jetzt gehst du halt in die KI rein, sagst, hey, ich hätte hier eine Tabelle, die soll das und das machen und die schreiben dir halt die kompletten Formeln raus und das funktioniert meistens auch relativ gut. Also wie gesagt, ich muss jetzt nicht mehr Excel-Spezialist werden, sondern ich muss nur noch in der Lage sein, der KI zu sagen, wie die Tabelle aufgebaut werden soll. Das ist halt cool. Und Augmented Intelligence für mich ist, man sagt ja, wenn du jetzt einen durchschnittlichen IQ hast und du kannst die KI gut benutzen, dann hast du halt einfach eine Steigerung von deinem IQ, weil du einfach zusätzlich quasi ein Intelligenzpäckchen dir oben drauf packen kannst, wo halt Sachen, die du selber noch nicht wissen kannst oder nicht durchdenken kannst, mit Unterstützung der KI durchdacht wird. Immer dabei gesagt, das ist natürlich nicht die ultimative Lösung. Also die Leute machen immer so lustige Beispiele, die ja auch gar nicht stimmen. Was hat letztendlich einer geschrieben? Ja, darf ich diesen Pilz essen? Dann sagt die KI, ja, und dann isst du den und vergiftest dich. Also tut mir leid, habe ich mich vertan. So in der Richtung. Also man muss natürlich immer hinterfragen. Und ich habe das mal mit ChatGPT durchprobiert, weil ich dachte, das ist ja total cool, um Pilze zu identifizieren. Aber da sagt die KI zum Beispiel immer, hey, Pilze ist so komplex, da musst du fühlen, sehen, schmecken und so weiter. Da würde ich mich immer raushalten. Also da kann ich dir auf keinen Fall den Tipp geben.
[00:32:54 - 00:32:57] | Christopher Funk
Und ich glaube, da ist es eigentlich schon weiter, als man gedacht hat.
[00:32:58 - 00:32:58] | Christopher Funk
Total.
[00:32:58 - 00:33:00] | Teila Klemp
Und zocken?
[00:33:00 - 00:33:02] | Christopher Funk
Ja, machen. Er redet nur.
[00:33:04 - 00:33:27] | Teila Klemp
Du beziehst es ja sehr auf die persönliche, individuelle Ebene. Wie ich es beschrieben habe, ist ja dann sehr stark irgendwie auf den Unternehmenskontext bezogen. Wenn ich dann schaffe, diese Excel schnell zu erstellen damit, habe ich ja viel mehr Zeit, dann mit meinen Kollegen gemeinsam zu kommunizieren. Wie gehen wir jetzt vielleicht schneller voran, dann darauf einzugehen, auf den Punkt zu bringen, da setzen dann die ganzen anderen Fähigkeiten an. Vorher war vielleicht der größte Teil meiner Zeit schon damit gefüllt, die irgendwie zu erstellen.
[00:33:27 - 00:33:29] | Christopher Funk
Oh ja, das ist ein guter Punkt.
[00:33:29 - 00:33:30] | Teila Klemp
Das ist ein guter Beispiel.
[00:33:30 - 00:33:51] | Christopher Funk
Ja, das ist ein sehr guter Punkt. Also, dass die Fachaufgaben vielleicht weniger werden und die kommunikativen Aufgaben eigentlich immer mal stärker werden. Das stimmt. Das stimmt. Ist ja die Frage, was aus Podcasts dann wird. Es gibt dann mittlerweile schon Avatare, da gibst du dann einfach den Text ein und die sprechen das dann runter. Aber ob du dann quasi das so rüberbringst, wie wir beide das jetzt hier rüberbringen.
[00:33:51 - 00:35:13] | Teila Klemp
Genau, das denke ich nämlich auch nicht, dass das passiert. Weil ich glaube, gerade die Empathie, die man mitbringt, wenn man es schafft, aufeinander einzugehen und die feinen Nuancen zu sehen, deshalb gucke ich auch so gerne Videopodcasts eigentlich, weil das einfach was ist, das kann die KI nicht abdecken. Den Empathie, die man miteinander kommuniziert, ich wage zu bezweifeln. Also, ich glaube sehr, dass die KI-Blase immer größer wird und ich sehe auch gerade den Trend, das doch viele erkannt haben, die jetzt in den letzten Monaten und Jahren letztendlich sehr intensiv in KI investiert haben, dass genau diese Themen plötzlich auffallen. Das emotionale Intelligenz kann geschult werden, Empathieverständnis kann geschult werden, wie man miteinander spricht, wie man sich ausdrückt, wie man das wirklich rüberbringen möchte, was dann Bedeutung hat und die Beziehung zueinander gestaltet. Das ist jetzt vielen aufgefallen, jetzt geht sich das langsam so um. Also, plötzlich ist es, ja, wir brauchen die KI und ja, sie ist schön für die Effizienz, aber da sind noch so viele Sachen, die die KI nicht abdecken kann und ich wage stark zu bezweifeln, dass das jemals so kommen wird. Also, sie ist wichtig, aber je wichtiger sie wird, desto wichtiger werden auch die menschlichen Komponenten, weil ohne die funktioniert es nicht und das kann man aus meiner Sicht auf jeden Kontext beziehen. Kann man auf den unternehmerischen beziehen, kann man auf den privaten beziehen, Und
[00:35:13 - 00:35:44] | Christopher Funk
auch auf den Vertrieb. Also, die Diskussion hatten wir letztens auch mit dem Markus Herrlin in der Folge, wo wir gesagt haben, hey, wenn die ganzen administrativen Tätigkeiten aus dem Vertrieb wegfallen, dann fallen ungefähr 80 Prozent dieser ganzen Routinetätigkeiten weg. Und was bleibt dann übrig? Dann bleiben eigentlich wirklich diese klassischen Menschengewinner und Überzeugungsthemen übrig. Also, die Leute, die sagen, hey, ich bin eigentlich am besten in der direkten Intech-Aktion mit dem Kunden, die werden dann wahrscheinlich gewinnen,
[00:35:45 - 00:35:53] | Christopher Funk
weil ich glaube auch, dass, glaube ich, der Wert von Aufmerksamkeit, zwischenmöglicher Aufmerksamkeit vielleicht sogar massiv steigen wird dadurch.
[00:35:53 - 00:36:19] | Teila Klemp
Und wenn man sich dann das Szenario überlegt, dass man das erkannt hat und da rechtzeitig reingeht, das schult, die Leute so gut werden, dann hat man einfach einen Wettbewerbsvorteil gegenüber seinen Mitbewerbern. Und deshalb lohnt sich das, aus meiner Sicht, da heute ganz genau hinzugucken und zu schauen, was dann auch die einzelnen Faktoren sind. Ist es die Empathie oder ist es vielleicht dann sogar interkulturelle Kompetenz, wo ich reingehen sollte?
[00:36:20 - 00:36:26] | Christopher Funk
Sehr, sehr spannend. Ich glaube, da haben wir uns auch ganz gut rund gemacht. Guck mal, wir mussten nichts rausschneiden.
[00:36:27 - 00:36:28] | Christopher Funk
Wir sind so durchgeflogen.
[00:36:30 - 00:36:43] | Christopher Funk
Und ich glaube, wenn ich jetzt nochmal aus meiner Sicht zusammenfasse, ich finde es sehr, sehr spannend, wie ihr da die Welt seht. Also ich glaube, dass man, wenn man jetzt von außen drauf geht, denkt man, hey, Berlis braucht kein Mensch mehr. Aber jetzt, wo wir mal drüber gegangen sind, ich fand auch gerade diesen Aspekt,
[00:36:45 - 00:36:47] | Christopher Funk
wie kommunizieren wir eigentlich mit der KI?
[00:36:48 - 00:36:58] | Christopher Funk
Und was bleibt eigentlich davon übrig? Das fand ich auch sehr, sehr spannend. Ich finde, das ist auch sehr, sehr gut rübergebracht. Und man merkt auch deine emotionale Bindung an das Unternehmen.
[00:36:59 - 00:37:10] | Christopher Funk
Sehr, sehr cool. Das finde ich immer sehr, sehr schön. Und ja, ich glaube, haben wir was Wichtiges vergessen? Gibt es noch ein paar Links, die wir den Kunden noch, den Hörern noch mitteilen können?
[00:37:10 - 00:37:30] | Teila Klemp
Vielleicht der Link, wie gesagt, zu unserer Studie, die wir dazu durchgeführt haben, zum Thema Return on Learning und eine umfangreiche Kundenbefragung unserer eigenen Kunden, was die machen, damit, wenn man in Weiterbildung investiert, das auch wirklich erfolgreich ist. Das sind natürlich super, wertvolle, faktenbasierte Insights. Die können wir sehr gerne verlinken. Mega. Das ist ein super passettenreiches Thema.
[00:37:30 - 00:37:36] | Christopher Funk
Das packe ich unten in die Show Notes rein. Wie kann man mehr von dir erfahren? Wie kann man mit dir in Kontakt treten, Tyler?
[00:37:36 - 00:37:39] | Teila Klemp
Gerne über LinkedIn vernetzen. Freue ich mich sehr oft.
[00:37:39 - 00:37:44] | Christopher Funk
Und Tyler schreibt man nicht so, wie man denkt, sondern T-I-L-A, Tyler.
[00:37:44 - 00:37:45] | Teila Klemp
Genau.
[00:37:45 - 00:37:50] | Christopher Funk
Wie man spricht eigentlich. Und Klemp, wie der Klempner, nur ohne N-E-R hinten. Wo kommt der Name her?
[00:37:50 - 00:37:52] | Teila Klemp
Das ist wunderbar erklärt. Der vorname, der Nachname.
[00:37:52 - 00:37:53] | Christopher Funk
Der vorname.
[00:37:53 - 00:37:56] | Teila Klemp
Das ist ein französischer Name.
[00:37:57 - 00:37:58] | Christopher Funk
Und habe ich es richtig ausgesprochen?
[00:37:58 - 00:37:59] | Teila Klemp
Hast du richtig ausgesprochen.
[00:37:59 - 00:38:02] | Christopher Funk
Okay. Das heißt, auf der ersten Silbe wird betont?
[00:38:02 - 00:38:04] | Teila Klemp
Tyler, wie man spricht.
[00:38:04 - 00:38:14] | Christopher Funk
Tyler. Sehr schön. Super. Tyler, das merken wir uns auf den Namen. Vielen Dank für deine Zeit. Schön, dass du dich bereit erklärt hast, im Vertriebsfunk aufzutauen. Ich finde, es war echt ein tolles Gespräch.
[00:38:14 - 00:38:14] | Teila Klemp
War mir ein Vergnügen.
[00:38:14 - 00:38:26] | Christopher Funk
Ich glaube, auch für alle, wer da war dabei. So ein Aspekt, über den man gar nicht nachgedacht hat, der ja eigentlich auch alle Unternehmensbereiche betrifft, vor allen Dingen auch den Vertrieb, hier nochmal ein bisschen zu beleuchten. Von daher fand ich es super, super spannend.
[00:38:26 - 00:38:29] | Teila Klemp
Sehr schön. Vielen Dank dir. Dann haben wir ein großes Vergnügen.
[00:38:29 - 00:38:29] | Christopher Funk
Danke. Bis dann.
[00:38:29 - 00:38:31] | Teila Klemp
Ciao. Tschüss.