Joblos ab 50? Bewerbung zwecklos!

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Bewerbung ab 50: Du schickst deine Unterlagen raus, und dann wird es still. Keine Rückrufe, keine Einladungen – oft nicht einmal eine Antwort. Höchstens eine Absage, manchmal kommt sie sofort. Wer mit über 50 seinen Job verloren hat oder sich neu orientieren muss, kennt dieses Muster. Doch woran liegt das? Und was kannst du dagegen tun?
Genau darum geht es in dieser Folge. Christopher Funk zeigt, welche fünf Vorurteile bei Personalverantwortlichen über Bewerber über 50 kursieren. Und er erklärt, wie du diese Vorurteile mit einer klugen Bewerbungsstrategie zu deinem Vorteil nutzt. Die gute Nachricht vorweg: Es ist nicht so, dass du ab 50 keinen Job mehr finden kannst. Viele Menschen, mit denen er zusammenarbeitet, haben großartige Stellen gefunden. Über 50 wird es nur deutlich schwerer. Vor allem dann, wenn die Jobsuche unfreiwillig beginnt. Etwa durch Freisetzung, Umstrukturierung oder einen Markt, der sich verändert hat.
Dieser Beitrag fasst die wichtigsten Erkenntnisse der Folge zusammen. Du bekommst die fünf Vorurteile im Überblick. Du erfährst, wie dein Lebenslauf zur Verkaufsunterlage wird. Und du lernst, warum die Jobsuche mit 50 andere Wege braucht als mit 25.
Warum dieses Thema?
Altersdiskriminierung bei der Bewerbung bedeutet: Du wirst wegen deines Alters aussortiert – nicht wegen fehlender Qualifikation. Gegen dich sprechen keine harten Fakten, sondern Bilder im Kopf der Entscheider. Ältere Bewerber seien zu teuer, zu unbeweglich oder nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Diese Bilder entscheiden über Einladungen und Absagen. Oft geschieht das, bevor ein Mensch deine Unterlagen wirklich gelesen hat.
Für betroffene Bewerber fühlt sich das wie eine Sackgasse an. Tatsächlich ist es eine Kommunikationsaufgabe. Deine Bewerbung muss genau diese Vorurteile widerlegen – Punkt für Punkt. Wer die Stereotype kennt, richtet seine Unterlagen, seine Gespräche und seine gesamte Jobsuche gezielt darauf aus. Genau das unterscheidet Bewerbungen, die im Papierkorb landen, von Bewerbungen, die zum Vorstellungsgespräch führen.
Christopher Funk arbeitet seit Jahren mit Jobsuchenden, viele davon über 50. Täglich sieht er in seinem CV-Check Lebensläufe. Seine wichtigste Erkenntnis: Die meisten könnten deutlich besser sein. Nicht, weil die Menschen weniger leisten. Sondern weil sie ihre Erfahrung falsch verkaufen. Das lässt sich ändern – mit den Strategien aus dieser Folge.
Der Zeitpunkt könnte nicht besser sein. Viele Unternehmen klagen über fehlende Fachkräfte und übersehen dabei eine ganze Generation. Wer mit über 50 arbeitslos wird, hat oft mehr zu bieten als so mancher junge Kandidat. Zum Beispiel Urteilsvermögen, Krisenerfahrung und ein gefestigtes Netzwerk. Nur muss er es auch zeigen können. Genau dabei hilft diese Folge.
Das lernst du in dieser Folge
Du erfährst, welche Vorurteile gegen ältere Bewerber arbeiten. Du lernst, wie dein Lebenslauf sie entkräftet. Und du verstehst, warum Kontakt und Weiterbildung oft mehr bewirken als eine Bewerbungsflut.
Bewerbung über 50: Diese 5 Vorurteile musst du kennen
Fünf Vorurteile führen bei Bewerbern über 50 immer wieder zu Absagen. Vorurteil eins: Ältere Bewerber sind zu teuer. Viel Erfahrung bedeutet ein hohes Gehalt. Vorurteil zwei: Sie sind nicht up to date. Ihre Themen und Technologien von damals interessieren heute niemanden mehr. Vorurteil drei: Sie sind nicht mehr entwicklungsbereit. Die letzten Berufsjahre sollen nur noch hinter sich gebracht werden. Vorurteil vier: Sie sind ständig krank und nicht belastbar. Vorurteil fünf: Sie sind überqualifiziert. Wer angeblich jeden Job machen würde, ist morgen wieder weg. Sobald sich etwas Besseres findet, ist er weg – so die Befürchtung. Im Englischen heißt dieses Muster Reverse Mobility.
Keines dieser Vorurteile hält einer Prüfung stand. Trotzdem entscheiden sie im Alltag über Einladungen. Deshalb ist der erste Schritt, sie zu kennen. Der zweite Schritt: Du räumst sie in deiner Bewerbung gezielt aus dem Weg. Mit dem Lebenslauf, mit deiner Geschichte und mit der Art, wie du die Jobsuche angehst. Wer das ignoriert, überlässt dem Personalverantwortlichen genau das Bild, das dieser sich ohnehin schon gemacht hat. Ein einfacher Selbsttest hilft: Geh jede Seite deiner Unterlagen durch. Verstärkt dieser Satz ein Vorurteil – oder entkräftet er es? Nur was entkräftet, bleibt drin.
Bewerbung ab 50: Der Lebenslauf wird zum Verkaufsprospekt
Der wichtigste Hebel bei der Bewerbung ab 50 ist dein Lebenslauf. Genau hier machen viele Bewerber über 50 den größten Fehler: Sie schreiben ihre Biografie statt ein Verkaufsargument. Sechs Seiten, jede Station seit der Grundschule, jede Aufgabe im Detail. Doch wer den Lebenslauf liest, nimmt sich typischerweise eine Minute Zeit. Deshalb gilt die wichtigste Regel: Dein Lebenslauf ist keine Autobiografie, sondern ein Verkaufsprospekt – für dich als Arbeitnehmer.
Konkret heißt das: zwei, maximal drei Seiten, chronologisch aufgebaut, mit dem Aktuellsten ganz oben. Du bildest Schwerpunkte und lenkst damit den Blick des Lesers genau auf das, was für die neue Stelle zählt. Alles, was heute keine Rolle mehr spielt, wird gestrafft. Wer vor 20 Jahren eine Tankstelle betrieb und heute als Projektmanager arbeitet, braucht dafür keine Seite. Eine Zeile genügt. Je relevanter eine Station für die angestrebte Position ist, desto mehr Platz darf sie bekommen. Stell dir vor, der Personaler blättert deine Unterlagen auf. Was soll er in den ersten Sekunden sehen? Am besten genau das, was dich für die Stelle qualifiziert – nicht deine Anfänge vor 40 Jahren.
Ein hilfreicher Test: Schreib deinen Lebenslauf einmal aus Sicht der Stelle neu. Frage bei jeder Zeile: Beantwortet sie eine Frage des Personalers? Trägt sie zu deinem Ziel bei? Wenn nicht, fliegt sie raus. Bei der Bewerbung mit 50 entscheidet nicht die Länge über Qualität, sondern die Auswahl. Wer weglassen kann, wirkt fokussiert – und genau das widerlegt das Vorurteil von der verstaubten Biografie.
20 Jahre ein Arbeitgeber? So zeigst du Entwicklung statt Stillstand
Ein Lebenslauf mit 20 Jahren beim selben Arbeitgeber weckt schnell ein Vorurteil. Steht dort nur „Bilanzbuchhalter, ABC GmbH, 2005 bis 2025“, entsteht das Bild: Der hat sich nie weiterentwickelt. Genau dieses Bild musst du korrigieren. Deine Aufgabe ist es darzustellen, was in diesen 20 Jahren tatsächlich passiert ist. Kaum jemand hat zwei Jahrzehnte lang exakt dasselbe gemacht. Vielleicht hast du zunächst nur eine Niederlassung betreut. Später hast du das Geschäft international verantwortet. Vielleicht hast du mit einer Software angefangen und arbeitest heute mit einer völlig anderen.
Genau diese Entwicklung gehört in den Lebenslauf. Neue Themen, neue Technologien, wachsende Verantwortung – selbst auf derselben Position, in derselben Firma. Dazu kommen deine Erfolge. Was hast du erreicht, was umgesetzt, was ganz konkret geschafft? Statt „verantwortlich für die Buchhaltung“ wirkt „Aufbau der internationalen Bilanzierung für drei Standorte“ gleich ganz anders. Es zeigt: Dieser Mensch hat Dinge bewegt. So wird aus „derselbe Job seit 2005“ eine Geschichte von Wachstum. Und aus einem vermeintlichen Stillstand ein Beleg für Verlässlichkeit und Lernfähigkeit zugleich.
Und dann folgt der zweite Schritt: Streiche alles, was dich alt wirken lässt. Erwähnst du eine Software, die es seit 20 Jahren nicht mehr gibt, meldet sich der Leser innerlich ab. Der kommt aus einem anderen Jahrhundert, denkt er. Nur was relevant und modern ist, verdient einen Platz in deinen Unterlagen.
Jobsuche mit 50: Netzwerk, Anruf und Weiterbildung statt Bewerbungsflut
Wenn Bewerbungen mit 50 systematisch Absagen produzieren, liegt es oft nicht an der Qualifikation. Sondern am Kanal. Rund 70 % der Jobs werden über Netzwerke vergeben, nicht über Bewerbungsportale. Wer mit 50 plus eine Jobsuche startet, hat dafür einen riesigen Vorteil. Sein Netzwerk stammt aus Jahrzehnten Berufsleben. Ausbildung, frühere Jobs, Kollegen, Lieferanten, Kunden, Geschäftspartner – all diese Kontakte öffnen Türen, bevor überhaupt eine Bewerbung geschrieben wird.
Wer weiß, dass schon das Geburtsdatum im Lebenslauf schnelle Absagen provoziert, nimmt von der schriftlichen Bewerbung Abstand. Nicht als einzigen Weg, aber als Standardweg. Eine bewährte Alternative: interessante Unternehmen in der Umgebung direkt anrufen. Am besten in der Fachabteilung, in der genau solche Experten wie du gesucht werden. Dort sitzt nicht selten jemand, der selbst schon über 50 ist. Der weiß genau, wie leistungsfähig Menschen in diesem Alter sind.
Zusätzlich gilt: Zeige Weiterbildung, statt sie nur zu behaupten. Wer gerade einen Kurs zu neuen Methoden, Tools oder Arbeitsweisen macht, widerlegt das Vorurteil „nicht entwicklungsbereit“ mit einer aktiven Handlung. Es muss kein teures Zertifikat sein. Entscheidend ist, dass du dem Personaler etwas Konkretes vorweisen kannst.
Und falls es mit den Bewerbungen länger dauert? Dann führen auch Zwischenwege zum Ziel. Freelance-Projekte oder Zeitarbeit bringen dich zurück in den Job. Du sammelst frische Erfahrung und bleibst im Gespräch. Manche bauen sich sogar ein Job-Netz auf: ein bisschen Freelance-Arbeit, ein Nebenjob, kleine Projekte, etwas Beratung. So stabilisieren sie sich finanziell oft besser als vorher mit einer einzigen Festanstellung. Was junge Selbstständige längst tun, können ältere Arbeitnehmer erst recht.
Bleibt das Mindset. Wer im Berufsleben schon mehrere Krisen bewältigt hat, besitzt ein Argument, das kein Berufseinsteiger vorweisen kann. Nämlich die Gewissheit: Probleme lassen sich lösen. Einen Job finden mit 50 ist keine Frage des Könnens, sondern des Weges. Der Perspektivwechsel macht den Unterschied. Weg vom Gedanken „Mit über 50 hat man eh keine Chance“. Hin zu: „Das ist eine weitere Herausforderung, die ich meistern werde.“ Genau diese Haltung öffnet Türen.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge richtet sich an alle, die mit über 50 auf Jobsuche sind. Ob nach Freisetzung, Umstrukturierung oder einem freiwilligen Wechsel. Sie hilft auch Menschen Mitte 40, die sich frühzeitig absichern wollen. Und sie unterstützt alle, die Altersdiskriminierung bei der Bewerbung fürchten. Auch wer seinen Lebenslauf modernisieren möchte, profitiert davon. Ebenso alle, die überlegen, sich mit Freelance-Arbeit und kleinen Projekten ein eigenes Standbein aufzubauen. Wer selbst Bewerber auswählt, bekommt einen ehrlichen Blick darauf, welche Vorurteile gute Kandidaten aussortieren.
🎧 Jetzt reinhören
Die komplette Folge „Joblos ab 50? Bewerbung zwecklos!“ gibt es auf VertriebsFunk, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt. Wer lieber zuschaut, findet das Video zur Folge in den Links dieser Episode.
Hinweis: PDFs, Kurse, Coachings und Produkte, welche im Podcast/Video erwähnt werden, sind nicht mehr verfügbar.
Schon gehört?
Warum du mit Ü50 nur Absagen bekommst – 5 fatale Bewerbungsfehler – die Schwesterfolge zum Thema: dieselbe Zielgruppe, fünf weitere Fehler, die Bewerbungen über 50 scheitern lassen.
Vielseitig und mega interessant
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Ich habe Christopher zufällig in YouTube bei Themen um Karriere entdeckt und gesehen, das er ein sehr interessanten Podcast führt. Ich habe gleich abonniert, die Themen und Gäste sind wertvolle Inputs um erfolgreich im Job zu werden.
Auch für Nichtvertriebler ein Muss
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Obwohl ich nicht im Vertrieb arbeite, habe ich megaviel für meinen Job als Ingenieur und auch übers Leben allgemein gelernt.
Inhalte können viele, aber der Funk sendet auch gut rüber
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Ich hege Interessen am Vertrieb, aber meine bisherigen Aufgaben beinhalteten maximal Berührungspunkte mit Pre-Sales. Zu dem Podcast bin ich vor wenigen Wochen gekommen und bereits nach wenigen Folgen habe ich entschlossen, ihm von Anfang an zu hören. Jede Folge ist wie eine Booster-Impfung. Besonders gefällt mit die Themenvielfalt, es wird nicht langweilig.
EINFACH ABONNIEREN:
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Personen in der Folge:
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Dieses Transkript wurde maschinell erstellt und entspricht dem Inhalt der Audioepisode. Es kann kleinere Fehler enthalten.
[00:00:16 - 00:03:35] | Christopher Funk
Wenn du Ü50 bist, wird es Zeit, ehrlich zu sein. Du bekommst keine Rückrufe mehr, du bekommst keine Einladungen. Meistens hörst du gar nichts von deinen Bewerbungen oder du bekommst sofort eine Absage. Aber woran liegt das eigentlich? Und was – ja, was noch viel wichtiger ist – was kannst du dagegen tun? In diesem Video geht es genau darum: Was sind die Gründe für Altersdiskriminierung im Job und was kannst du dagegen tun, um gegen diesen Trend trotzdem erfolgreich zu sein? Zuerst einmal: Nein, es ist nicht so, dass du Ü50 gar keinen Job mehr finden kannst. Viele Menschen, mit denen wir hier zusammenarbeiten, haben großartige Stellen gefunden. Aber was klar ist: Über 50 wird es sehr schwer. Vor allen Dingen, wenn es sich um eine unfreiwillige Jobsuche handelt. Das heißt, du bist freigesetzt worden, du hast deinen Job verloren, es gibt eine Umstrukturierung oder der Markt hat sich geändert. Lass uns darüber sprechen, warum ältere Mitarbeiter überhaupt diskriminiert werden. Warum werden sie aussortiert? Was ist das im Kopf der Personaler und der Unternehmen, das dazu führt, dass es zu Absagen kommt? Das sind im Prinzip fünf Punkte. Ich zähle sie dir jetzt mal auf, ohne sie jetzt zu bewerten. Wir schauen uns dann später an, wie du diese Vorurteile zu deinem Vorteil nutzen kannst, wenn du dich bewerben willst. Vorurteil Nummer eins: Ältere Bewerber sind zu teuer. Die haben viel Berufserfahrung, die haben sich hochgearbeitet, haben natürlich Stück für Stück auch ihr Gehalt gesteigert. Die werden einfach zu teuer sein. Vorurteil Nummer zwei: Die sind nicht up to date. Die haben da ewig lang irgendwas gemacht, was heute gar nicht mehr spannend ist. Die haben sich nicht weiterentwickelt, die kennen sich mit neuen Technologien nicht aus, stehen dem eher abwehrend gegenüber. Mit denen habe ich eigentlich gar keine Lust, mich zu beschäftigen. Vorurteil Nummer drei: Die sind natürlich nicht mehr entwicklungsbereit. Die wollen die letzten Jahre nur noch irgendwie hinter sich bringen, aber sie wollen sich nicht mehr entwickeln, nichts dazulernen. Sie wollen sich vielleicht auch nicht mehr beruflich verändern. Vorurteil Nummer vier, höre ich auch immer wieder sehr oft: Die sind ja eh ständig krank, die sind nicht belastbar, mit denen ist nichts anzufangen. Und Vorurteil Nummer fünf, auch sehr oft: das Thema Reverse Mobility. Das heißt im Englischen so viel wie: im Prinzip, wenn du sagst, du bist über 50, du musst dringend einen Job suchen, dann sagst du vielleicht: Ich würde eigentlich jeden Job machen. Nicht nur das, was ich bis jetzt gemacht habe, sondern vielleicht auch eine Stufe tiefer von der Qualifikation. Hauptsache, ich habe wieder die Chance, einen Job zu bekommen. Und dann denkt man als Arbeitgeber: Der ist eh überqualifiziert und ist eh morgen wieder weg, wenn er etwas Besseres gefunden hat. Was kannst du konkret tun? Wie kannst du dich so präsentieren, dass du gerne eingeladen wirst? Da gibt es ganz klare Tipps, die bewährt sind. Wie musst du deine Unterlagen gestalten? Welche Aktivitäten kannst du machen, damit du gegen den Trend trotzdem eingeladen wirst und die Jobs bekommst, die du verdienst? Das Erste ist sicherlich dein Lebenslauf. Die meisten Lebensläufe, die ich von Menschen über 50 sehe, könnten deutlich, deutlich besser sein. Denn die wichtigste Regel hier ist: Dein Lebenslauf ist keine Autobiografie.
[00:03:36 - 00:04:43] | Christopher Funk
Dein Lebenslauf ist ein Verkaufsprospekt – ein Verkaufsprospekt für dich als Arbeitnehmer. Das bedeutet: Du musst nicht alles von der Grundschule über alle Stellen, die du jemals gemacht hast, im Detail auflisten. Ich habe schon von Leuten gehört: Ja, ich bin ja jetzt schon lange im Berufsleben, mein Lebenslauf hat mindestens sechs Seiten. Nein, das muss nicht so sein. Du musst Schwerpunkte bilden, und du hast natürlich auch die Chance, durch die Schwerpunkte die Aufmerksamkeit des Lesers zu lenken. Und diejenigen, die sich deinen Lebenslauf angucken, nehmen sich typischerweise so eine Minute Zeit. Deswegen muss der Lebenslauf kompakt sein. Ich empfehle zwei, maximal drei Seiten – und ja, das ist schwer, aber es geht. Ich biete ja für meine Zuschauer hier einen sogenannten CV-Check an, bei dem ich mir Lebensläufe angucke, und ich sehe dort wirklich täglich, dass hier Verbesserungen möglich sind. Wenn du dich für so einen CV-Check interessierst, verlinke ich dir das oben in meiner Infokarte. Da kannst du dir gerne die Informationen dazu anschauen. Also Punkt eins: Der Lebenslauf muss kurz und knackig zusammengefasst sein – eine Verkaufsunterlage.
[00:04:44 - 00:05:29] | Christopher Funk
Ja, chronologisch aufgebaut, mit dem Aktuellsten ganz oben, was du grundsätzlich gemacht hast. Aber du musst dir jetzt nicht jeden Punkt maximal ausführlich darstellen. Wenn du vor 20 Jahren eine Tankstelle gehabt hast, musst du jetzt nicht auf einer Seite erklären, was du alles an dieser Tankstelle gemacht hast. Wenn du heute als Projektmanager arbeitest, dann kann das auch nur eine Zeile sein, weil es einfach nicht mehr relevant ist für das, was du jetzt tust. Es ist aber immer wichtig, dass du auch zeigst: Du hast eine Entwicklung gemacht. Nehmen wir mal an, du hattest deinen Job die letzten 20 Jahre beim selben Arbeitgeber, vielleicht sogar auf derselben Position – zum Beispiel als Bilanzbuchhalter bei der ABC GmbH, 2005 bis 2025.
[00:05:30 - 00:06:47] | Christopher Funk
Da würde man natürlich jetzt davon ausgehen: Du hast eigentlich immer dasselbe gemacht. Und das ist genau das Vorurteil im Kopf: Du hast dich nicht weiterentwickelt, du wirst nicht mehr in der Lage sein, dich mit neuen Sachen zu beschäftigen. Das heißt, deine Aufgabe ist es jetzt darzustellen, was in den 20 Jahren passiert ist. Vielleicht hast du angefangen und das nur für eine Niederlassung gemacht, später hast du es international gemacht, dann hast du es erst mit dieser Software gemacht, dann mit jener. Diese Entwicklung darzustellen – dass du up to date bist, dass du dich mit neuen Themen beschäftigst, dass du dich auch persönlich weiterentwickelt hast, vielleicht auf derselben Position, in derselben Firma – das sind die entscheidenden Punkte, neben deinen tatsächlichen Erfolgen. Was hast du gemacht, was hast du erreicht, was hast du umgesetzt, was hast du ganz konkret geschafft? Das sollte im Lebenslauf vorkommen. Und dann solltest du möglicherweise auch auf die Sachen verzichten, die dich alt wirken lassen. Wenn du da zum Beispiel von einer Software schreibst, die es seit 20 Jahren nicht mehr gibt, dann zeigt das natürlich: Der kommt aus einem anderen Jahrhundert. Das muss dann vielleicht nicht mehr rein – konzentriere dich auf die Sachen, die wirklich relevant und modern sind.
[00:06:48 - 00:10:38] | Christopher Funk
Dann ist es vielleicht auch an der Zeit, deine Jobsuche anders anzugehen als ein 20-Jähriger, der gerade sein Studium beendet hat. Du hast wahrscheinlich viel Berufserfahrung, viel Lebenserfahrung, ein gigantisches Netzwerk an Menschen, die du kennst – aus deiner Ausbildung, aus den ganzen Jobs, aus dem Kollegenkreis, aus dem Lieferantenkreis, aus Unternehmen, mit denen du zusammengearbeitet hast, aus dem Kundenkreis. Ein riesiges Netzwerk, aus dem du mit Beziehungen natürlich schöpfen kannst. Wir wissen, dass 70 % der Jobs, die heutzutage vergeben werden, über das Netzwerk vergeben werden. Und wenn du zum Beispiel weißt, dass dein Lebenslauf aufgrund der Zahl im Geburtsdatum sehr schnell zu einer Absage führt, dann musst du vielleicht auch von schriftlichen Bewerbungen Abstand nehmen. Vielleicht überlegst du dir: Was sind denn überhaupt interessante Unternehmen in meinem Umkreis? Und dann rufst du die einzeln an. Vielleicht rufst du in der Personalabteilung an, vielleicht rufst du aber auch in der Fachabteilung an, wo solche Experten wie du gesucht werden, und stellst dich dort einfach vor. Und ganz oft triffst du da vielleicht jemanden, der genauso alt ist wie du oder vielleicht sogar ein bisschen älter, der genau weiß, wie leistungsfähig Menschen in diesem Alter sind, und der einfach sagt: Ist mir auch egal, was auf deinem Lebenslauf steht, welches Alter – wir brauchen genau so jemanden wie dich. Was kannst du noch tun? Du kannst natürlich auch jetzt schon proaktiv gegen diese Vorurteile vorgehen. Nehmen wir das Thema „nicht flexibel, will sich nicht mehr weiterentwickeln, will nichts mehr dazulernen“: Du kannst ja jetzt schon zeigen, dass du aktiv dazulernst. Was hast du dir in der Vergangenheit an neuen Techniken, Tools, Methoden, Arbeitsweisen angeeignet? Und was machst du vielleicht gerade? Du kannst dir jetzt einen Kurs raussuchen mit Themen, die dich interessieren, und dich aktiv auf das Thema Weiterbildung einlassen. Damit zeigst du ganz aktiv: Hey, Weiterbildung, Weiterentwicklung ist für mich überhaupt kein Problem. Wenn es mit den Bewerbungen jetzt nicht sofort klappt, wenn es ein bisschen länger dauert oder wenn es wirklich schwierig ist, dann kannst du überlegen: Kann ich irgendwo als Freelancer arbeiten? Kann ich irgendwo über die Zeitarbeit unterkommen, damit ich einfach in den Job reinkomme und Erfahrung sammle? Es gibt natürlich auch Menschen, die bauen sich quasi ein Job-Netz um sich auf. Das heißt, die machen ein bisschen Freelancerarbeit, die haben vielleicht den einen oder anderen Nebenjob, die haben kleine Projekte, die sie machen, die arbeiten teilweise noch in der Beratung, haben noch hier einen kleinen Job – und dadurch stabilisieren sie sich plötzlich so gut, dass es vielleicht sogar mehr ist, als sie vorher mit einem einzigen Job in der Festanstellung hatten. Auch das ist eine Idee. Es gibt viele junge Leute, die das machen – warum sollten das ältere Leute nicht können? Ich glaube, es macht keinen Sinn zu resignieren, sondern auch dieses Thema müssen wir anpacken. Wir haben in der Vergangenheit schon sehr, sehr vieles geschafft. Wir haben eine Menge Probleme bewältigt, wir haben schon X Krisen gesehen. Und das ist natürlich auch ein Riesenverkaufsargument von uns, das wir einbringen müssen. Ich glaube, dieser Perspektivwechsel – von „Ü50 hat ja eh keine Chance“ zu „Hey, das ist jetzt halt eine weitere Herausforderung, die ich meistern muss. Und wenn ich weiß, wie, werde ich auch das schaffen“ – das ist es, was wir in unserem Kopf ändern müssen. Und ich bin mir sicher: Auch du wirst deinen Job finden, wenn du dich dranmachst, wenn du dich engagierst und wenn du dich nicht aufgibst. Es gibt auf diesem Kanal sehr viele Beispiele, wie du deinen Lebenslauf optimierst, wie du ein richtig gutes Anschreiben machst, was du beachten musst, wenn du ein Online-Interview hast, wie du clever dein Gehalt verhandelst. Es gibt jede Menge Informationen. Wenn du die nicht verpassen willst, dann klick einfach auf Abonnieren und auf die Glocke, damit du kein Video mehr verpasst. Und schreib in die Kommentare: Wie waren deine Erfahrungen? Wie hast du diese Challenge gemeistert, mit Ü50 einen neuen Job zu finden? Ich finde es immer super spannend und versuche, auf jeden Kommentar persönlich zu antworten. Okay, jetzt fragst du dich bestimmt: Ich weiß jetzt, wie ich das mit der Bewerbung mache – aber was passiert eigentlich im Interview? Wie gehe ich im Interview mit diesen Vorurteilen um? Und wie du das genau machst, wie es andere Bewerber gemacht haben – wir haben die Erfahrungen hier zusammengetragen. Dazu empfehle ich dir das Video, das du hier unten in der Beschreibung und in den Shownotes zum Podcast findest.