Ghosting trotz perfekter Bewerbung: Was DU falsch machst!

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Libsyn. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere Informationen ‚Ghosting trotz perfekter Bewerbung: Was DU falsch machst!
Ghosting Bewerbung – du schickst deine Unterlagen, wartest, und nichts passiert. Keine Eingangsbestätigung, keine Zwischenmeldung, keine Absage. Tote Leitung. Fast jeder Bewerber kennt dieses Gefühl. Doch die meisten liegen mit ihrer Deutung falsch. Funkstille ist selten böse Absicht. Dahinter stecken meist Chaos, Prioritäten und Prozesse, die nicht funktionieren. Genau das kannst du dir zunutze machen. Christopher Funk erklärt in dieser Folge, warum Unternehmen ghosten. Du erfährst, was du dagegen tun kannst – und warum ausgerechnet Dranbleiben dich zum Favoriten macht.
Ghosting Bewerbung: Funkstille ist selten Absicht
Ghosting Bewerbung bedeutet: Ein Unternehmen reagiert nach deiner Bewerbung nicht mehr. Das passiert nach dem Versand deiner Unterlagen. Es passiert nach einem Vorstellungsgespräch. Und es passiert sogar dann, wenn der Vertragsentwurf schon bei dir liegt. Für Bewerber fühlt sich das wie eine Abfuhr an. Doch die Realität in den Unternehmen sieht anders aus, als die meisten vermuten.
Die Ursache Nummer eins ist banal: Recruiting ist in vielen Unternehmen kein Kernprozess. Die Firmen konzentrieren sich auf Produkte, Dienstleistungen, Kunden und Rechnungen. Bewerbermanagement läuft oft nebenbei. Da kann schon einmal eine E-Mail-Box abstürzen. Plötzlich sind alle Bewerbungen weg. Christopher Funk hat selbst erlebt, dass der Ansprechpartner kündigte, krank wurde, in Elternzeit ging oder wochenlang im Urlaub war. Dann passierte einfach nichts mehr. Oft gewinnen auch andere Dinge: Ein Kunde droht abzuspringen. Ein Produkt wird nicht ausgeliefert. Ein Projekt brennt. Plötzlich ist alles wichtiger als eine Bewerbung. Absicht ist das fast nie. Dahinter steckt meist schlicht mangelhafte Organisation in HR und Recruiting.
Und das heißt nicht automatisch, dass es ein schlechter Arbeitgeber ist. Funk wurde selbst geghostet – und bekam den Job später doch. Der Geschäftsführer fand erst nach zwei Monaten und einem Anruf Zeit für seine Unterlagen. Auch große Konzerne ghosten, wenn auch seltener. Wer das weiß, ordnet Ghosting richtig ein: Es ist meist ein Signal für schwache Prozesse. Ein Urteil über deine Bewerbung ist es nicht.
Das lernst du in dieser Folge
Die drei Phasen des Ghostings: Wo Bewerber stranden
Ghosting kann in jeder Phase des Bewerbungsprozesses passieren. Nach dem Versand der Unterlagen. Nach einem guten Vorstellungsgespräch. Oder dann, wenn der Vertragsentwurf schon da war. Je weiter der Prozess fortgeschritten ist, desto größer ist der Frust. Aber desto näher bist du auch am Ziel. In allen drei Phasen gilt: Funkstille ist kein Urteil über dich. Sie entsteht fast immer im Unternehmen. Und sie hat fast nie mit der Qualität deiner Bewerbung zu tun.
Die meisten denken bei Ghosting an den Moment nach dem Absenden. Doch oft passiert es erst später – wenn die Hoffnung schon groß war. Nach einem guten Gespräch etwa. Oder nach einem Vertragsentwurf. Wer das weiß, ist nicht mehr überrascht, sondern vorbereitet. Und wer vorbereitet ist, handelt souverän.
Viele Bewerber machen außerdem einen Denkfehler: Sie werten Ghosting als persönliche Niederlage. Dabei hat das Unternehmen in dieser Phase längst Zeit investiert. Es wollte dich kennenlernen. Wenn danach nichts kommt, ist fast immer etwas Organisatorisches dazwischengekommen. Kein Zweifel an dir. Genau diese Erkenntnis nimmt den Druck raus. Sie macht den Kopf frei für die richtigen nächsten Schritte.
Wer das versteht, reagiert anders als die Masse. Statt zu warten und zu grübeln, fragst du nach. Du bleibst präsent und holst deine Bewerbung aus dem virtuellen Papierkorb zurück. In der Folge zeigt Funk das anhand seiner eigenen Geschichte. Er wurde geghostet und später trotzdem eingestellt. Sein Fazit: Ein Unternehmen, das schlecht organisiert ist, kann trotzdem ein großartiger Arbeitgeber sein. Wer das früh versteht, gewinnt einen entscheidenden Vorteil gegenüber allen anderen Bewerbern.
Vor dem Absenden: Ein Anruf senkt dein Ghosting-Risiko deutlich
Wer anonym Bewerbungen verschickt, wird am häufigsten geghostet. Wer vorher mit dem Personaler, dem Abteilungsleiter oder dem Geschäftsführer gesprochen hat, verschwindet deutlich seltener in der Versenkung. Deshalb lautet die Empfehlung: Ruf den Ansprechpartner vor dem Absenden an. Stell dich kurz vor. Frag nach den Bewerbungsvoraussetzungen. Und kläre den Prozess. Zwei Fragen helfen dir besonders: Wann kann ich mit einem Feedback rechnen? Und wie läuft die Auswahl ab?
Dieser eine Anruf macht dich zum bekannten Gesicht statt zum anonymen Absender. Er liefert dir außerdem wertvolles Wissen. Sagt dein Gesprächspartner, dass das Team drei Wochen auf einer Messe ist? Dann weißt du, dass du keine schnelle Antwort erwarten darfst. Steht der Betriebsurlaub an? Dann planst du deine Nachfrage einfach danach. Wer den Zeitplan des Unternehmens kennt, wartet entspannt – und wählt den richtigen Moment für den nächsten Schritt. Notier dir, was du erfahren hast. Aus einem Satz wie „frühestens in vier Wochen“ wird so ein konkreter Nachfasse-Termin. Und genau daraus entsteht dein Plan B, falls doch nichts kommt.
Keine Rückmeldung auf Bewerbung? Jetzt zählt höfliche Hartnäckigkeit
Keine Rückmeldung auf Bewerbung ist kein Grund zu warten. Es ist ein Grund zu handeln. Hat das Unternehmen eine Frist genannt? Dann meldest du dich kurz vor Ablauf. Beispiel: Die Firma ist vier Wochen im Betriebsurlaub. Dann schickst du nach dreieinhalb Wochen eine E-Mail. Du weist noch einmal auf deine Bewerbung hin. Danach rufst du freundlich an. Frag, wie der Urlaub war und welche Schritte jetzt anstehen. Klingt einfach? Ist es auch. Trotzdem machen es 95 bis 97 Prozent der Bewerber nicht.
Damit bist du nach einer Funkstille oft der Einzige, den das Unternehmen noch wahrnimmt. Alle anderen sind schlicht zu spät. Höfliche Hartnäckigkeit ist im Vertrieb ein Erfolgsprinzip. Im Bewerbungsprozess wirkt sie genauso. Bewerbung nachfassen ist keine Bettelei. Es ist ein Signal: Ich bin interessiert, organisiert und bleibe dran. Wer ein zweites Angebot hat, kann es übrigens erwähnen. Ein Satz genügt: „Ich habe hier ein anderes Angebot. Wie sieht es bei Ihnen aus?“ Das hält den Prozess in Bewegung. Die Nachfass-E-Mail selbst ist schnell formuliert: freundliche Erinnerung, Hinweis auf deine Bewerbung, eine Frage nach dem Stand. Mehr braucht es nicht.
Kontakte und Vorbeigehen: Bewerbung zurück ins Rennen holen
Am einfachsten ist es, wenn du jemanden im Unternehmen kennst. Nutze deine Kontakte. LinkedIn und Xing helfen dir dabei. Kenne ich jemanden, der dort arbeitet? Vielleicht einen Ex-Kollegen, einen Kommilitonen oder einen Lieferanten. Diese Person kann nachfragen, was mit deiner Bewerbung passiert. Sie kann dir auch erklären, warum gerade alles liegen bleibt. Vielleicht hatte der Abteilungsleiter einen Unfall. Vielleicht ist der Stellvertreter im Urlaub. Solche Gründe siehst du von außen nie. Mit diesem Wissen kannst du entscheiden, wie du weitermachst. Vielleicht gibt es einen neuen Ansprechpartner, dem du deine Unterlagen schickst.
Bei kleineren und mittleren Unternehmen lohnt sich oft der persönliche Weg. Du hast vor einer Woche deine Bewerbung geschickt und nichts gehört? Dann geh einfach vorbei. Melde dich beim Empfang oder in der Werkstatt. Sag freundlich: Ich habe mich beworben und habe noch Fragen. Viele Menschen hat das in null Komma nichts in den Job gebracht. Vorher dachten sie: Na tolle Firma, die melden sich ja gar nicht. Vor Ort sehen sie dann, wie alle damit beschäftigt sind, Lkw zu beladen. Auf einmal ist klar: Mit schriftlichen Bewerbungen kommt dieser Laden einfach nicht klar. Und genau dein Besuch kann der Grund sein, warum du den Job bekommst.
Ghosting als Signal: Chaos, Prioritäten – oder deine Chance
Ghosting kannst du auch als Information über deinen künftigen Arbeitgeber lesen. Die Frage ist nicht: Ist das Unternehmen böse? Die Frage ist: Was sagt mir diese Funkstille? Manchmal steckt ein chaotischer Laden dahinter. Dann weißt du, worauf du dich einlässt. Manchmal ist es nur eine Phase. Und genau dieses Problem kannst du als zukünftiger Mitarbeiter vielleicht lösen. Keine Antwort auf Bewerbung kann also auch eine Chance sein – wenn du sie richtig deutest. Der Job, den alle anderen abgeschrieben haben, kann richtig gut sein. Wer die Funkstille souverän übersteht, hat oft weniger Konkurrenz. Genau das macht Ghosting für dich nutzbar.
Viele Bewerber machen aus zwei Wochen Funkstille eine vorschnelle Aburteilung. Sie streichen das Unternehmen komplett. Dabei sehen sie von außen nie, was innen gerade los ist. Wer Ghosting als Chance nutzt, bleibt dort im Rennen, wo andere aufgegeben haben. Genau dort wartet oft der Job, den alle anderen abgeschrieben haben. Auch nach einem Ghosting gilt: Wer freundlich dranbleibt und Interesse zeigt, wird wahrgenommen. Diese Eigenschaften suchen Unternehmen. Nutze das zu deinem Vorteil.
Kurz zusammengefasst: Ghosting ist meist kein Urteil über deine Bewerbung. Wer vorher Kontakt aufbaut, wird seltener geghostet. Wer nachfasst, wird wahrgenommen. Und wer Funkstille richtig deutet, findet vielleicht genau den Job, der zu ihm passt. Darum geht es in dieser Folge: aus einem Ärgernis einen Vorteil machen.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge ist für alle, die auf eine Rückmeldung warten. Für Berufseinsteiger nach der ersten Bewerbung. Für Berufserfahrene nach einem Vorstellungsgespräch. Und für alle, die nach wochenlanger Funkstille nicht wissen, ob sie nachfassen dürfen. Wenn du lernen willst, wie du Ghosting verhinderst, bekommst du hier konkrete Antworten. Auch die Frage, wie du richtig nachfragst, wird beantwortet. Und du erfährst, wie du aus Funkstille eine Chance für deine Karriere machst – ohne Bewerbungsfloskeln. Auch wer schon wochenlang auf eine Antwort hofft, findet hier einen klaren Fahrplan für den nächsten Schritt.
🎧 Jetzt reinhören
Die komplette Folge gibt’s auf VertriebsFunk, Spotify und überall, wo’s Podcasts gibt. Was in den Köpfen von Personalern vorgeht, bleibt für Bewerber oft ein Rätsel. Dazu hat Christopher Funk ein Spezial-Video gemacht. Den Link findest du am Ende der Episode und in den Show Notes.
Hinweis: PDFs, Kurse, Coachings und Produkte, welche im Podcast/Video erwähnt werden, sind nicht mehr verfügbar.
Schon gehört?
Bewerbung: Was Personaler wirklich über dich denken! – Wie Personaler ticken, warum Bewerbungen liegen bleiben und was das für deine Bewerbungsstrategie bedeutet.
Vielseitig und mega interessant
★★★★★
Ich habe Christopher zufällig in YouTube bei Themen um Karriere entdeckt und gesehen, das er ein sehr interessanten Podcast führt. Ich habe gleich abonniert, die Themen und Gäste sind wertvolle Inputs um erfolgreich im Job zu werden.
Auch für Nichtvertriebler ein Muss
★★★★★
Obwohl ich nicht im Vertrieb arbeite, habe ich megaviel für meinen Job als Ingenieur und auch übers Leben allgemein gelernt.
Inhalte können viele, aber der Funk sendet auch gut rüber
★★★★★
Ich hege Interessen am Vertrieb, aber meine bisherigen Aufgaben beinhalteten maximal Berührungspunkte mit Pre-Sales. Zu dem Podcast bin ich vor wenigen Wochen gekommen und bereits nach wenigen Folgen habe ich entschlossen, ihm von Anfang an zu hören. Jede Folge ist wie eine Booster-Impfung. Besonders gefällt mit die Themenvielfalt, es wird nicht langweilig.
EINFACH ABONNIEREN:
Top Themen:
Ausgewählte Links zu dieser Episode
Personen in der Folge:
Transkript anzeigen
Dieses Transkript wurde maschinell erstellt und entspricht dem Inhalt der Audioepisode. Es kann kleinere Fehler enthalten.
[00:00:16 - 00:08:02] | Christopher Funk
Was Bewerber am meisten hassen, ist, wenn sie von Unternehmen keine Rückmeldung bekommen. Gar keine Rückmeldung – einfach nichts, tote Stille. Das sogenannte Ghosting. Das kann in verschiedenen Phasen der Bewerbung vorkommen: Du schickst deine Unterlagen ein und hörst nie wieder etwas. Du warst schon beim Vorstellungsgespräch und hörst danach nie wieder etwas. Es kommt sogar vor, dass du bereits einen Vertragsentwurf bekommen hast und danach nie wieder etwas hörst. Heute erkläre ich dir, warum Ghosting auch bei professionellen Unternehmen vorkommen kann – und was du proaktiv unternehmen kannst. Du kannst Ghosting sogar als Chance für dich nutzen, um den Job für dich zu sichern. Die Ursache Nummer eins: Recruiting ist in vielen Unternehmen kein Kernprozess. Die kümmern sich darum, Produkte herzustellen, Dienstleistungen zu erbringen, Kunden zu gewinnen, Rechnungen zu stellen. Recruiting und Bewerbermanagement laufen oft so nebenbei. Da kann es schon mal passieren, dass eine E-Mail-Box abstürzt und plötzlich alle Bewerbungen weg sind. Ich habe schon erlebt, dass der Ansprechpartner gekündigt hat, krank geworden ist, schwanger geworden ist oder lange im Urlaub war – und plötzlich passierte nichts mehr. Oder andere Sachen waren einfach immer wichtiger: Ein Kunde hat gedroht abzuspringen, ein Produkt wurde nicht ausgeliefert, ein Projekt hat gebrannt. Plötzlich mussten sich alle um etwas anderes kümmern, und alles war wichtiger als gerade deine Bewerbung. Es ist selten, dass jemand sagt: Ich lasse mir jetzt Bewerbungen schicken und ärgere die Bewerber, indem ich ihnen einfach nicht antworte. Dass man das wirklich mit Absicht macht, ist sehr selten – auch wenn es das gibt. Es ist meistens einfach so, dass alle anderen Probleme wichtiger waren und man im Bereich HR und Recruiting nicht gut organisiert ist. Und das bedeutet nicht, dass das Unternehmen per se schlecht ist. Ich kenne sehr viele Fälle – mir ist es persönlich auch schon passiert. Ich bin auch schon geghostet worden und habe den Job später tatsächlich bekommen. Auch dort hat sich herausgestellt: tausend andere Prioritäten. Der Geschäftsführer hat sich um die Bewerbung gekümmert, und nach zwei Monaten hat er – nachdem ich ihn angerufen hatte – noch einmal Zeit gefunden, sich die Bewerbung anzusehen. Dann wurde ich eingeladen. Ein Unternehmen, das ghostet, ist also nicht unbedingt ein schlechter Arbeitgeber mit schlechten Jobchancen. Das muss nicht so sein. Es kann ein Indiz sein, muss es aber lange nicht. Und selbst großen und sehr großen Unternehmen passiert es, dass Bewerber geghostet werden. Immer seltener, weil die sich mit dem Thema beschäftigen. Aber selbst da kann es vorkommen. Jetzt ist die Frage: Kannst du etwas dagegen tun? Die Antwort ist: Ja. Du kannst vorher etwas dagegen tun, aber auch im Laufe des Prozesses. Was kannst du vorher tun? Es ist relativ selten, dass jemand geghostet wird, den man persönlich kennt. Auch das kommt vor, aber es ist deutlich seltener, als wenn du einfach anonym bleibst. Wenn du dafür sorgst, dass vorher schon ein persönlicher Kontakt da war – dass du mit dem Personaler, dem Abteilungsleiter oder dem Geschäftsführer schon gesprochen hast –, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass du geghostet wirst. Und du hast natürlich immer die Chance, selbst wieder in den Prozess einzusteigen: nachzufragen, anzurufen und so weiter. Du bekommst oft auch ein Gefühl dafür, was gerade los ist. Wenn die sagen: Wir sind gerade in der Messevorbereitung, wir fahren nächste Woche in die USA auf eine Messe, dann kannst du dir vorstellen, dass die nächsten drei Wochen wahrscheinlich kein Feedback kommt. Wenn du das weißt, kannst du viel besser damit umgehen. Empfehlung Nummer eins: Sorge dafür, dass du den Ansprechpartner vorher telefonisch kontaktierst. Sprich über die Bewerbungsvoraussetzungen, stell dich selbst vor und kläre vielleicht schon den Prozess. Nach dem Motto: Wenn ich meine Bewerbung jetzt einschicke, wann kann ich mit einem Feedback rechnen? Wie ist grundsätzlich der Prozess? Schritt zwei: Bleib an dem Prozess dran. Schreib dir idealerweise auf, was die sagen. Wenn die sagen: Wir sind jetzt drei Wochen im Betriebsurlaub und müssen erst einmal schauen, dass alles wieder läuft, frühestens in vier Wochen können wir uns wieder mit Bewerbungen beschäftigen, dann meldest du dich nach dreieinhalb Wochen. Schick eine E-Mail, weise noch einmal auf deine Bewerbung hin, ruf den Ansprechpartner an, frag, wie der Urlaub war, ob er sich gut erholt hat – und was die nächsten Schritte sind. Das machen die allerwenigsten Bewerber. Ich würde sagen, 95 bis 97 Prozent der Bewerber machen das nicht. Wenn du anrufst und nachfragst, bist du oft der Einzige. Wahrscheinlich kann es dann sein, dass du auch der Einzige bist, dessen Bewerbung noch beachtet wird – weil alle anderen vier Wochen zu spät sind. Nachfassen und im Prozess bleiben: Im Vertrieb sagt man, höfliche Hartnäckigkeit hilft. Im Bewerbungsprozess ist das sicherlich genauso. Wenn du ein anderes Jobangebot hast, kannst du auch sagen: Hey, ich habe hier ein anderes Angebot, wir wollten mal fragen, wie es bei Ihnen aussieht. Alle diese Optionen halten dich aktiv im Prozess. Und oft bist du dann der Einzige, mit dem man sich überhaupt noch auseinandersetzt. Das Ghosting-Problem von Unternehmen kann also durchaus dein Vorteil sein. Einfacher ist es natürlich, wenn du jemanden in der Firma kennst. Nutze deine Kontakte – zum Beispiel über LinkedIn oder Xing. Schau: Kenne ich jemanden, der in der Firma arbeitet? Jemanden, mit dem ich die Ausbildung gemacht habe, mit dem ich studiert habe? Einen Ex-Kollegen, einen Lieferanten, einen Kunden? Gibt es jemanden, mit dem ich Kontakt aufnehmen kann? Der kann vielleicht hintenherum nachfragen, was mit deiner Bewerbung ist. Und er kann dir erklären: Der Abteilungsleiter hatte einen Unfall, deshalb bleibt alles liegen, der Stellvertreter ist noch im Urlaub. Das sind oft die Gründe, warum plötzlich nichts mehr vorwärts geht. Wenn du das weißt, kannst du sagen: Okay, es macht Sinn, dass meine Bewerbung noch einmal geprüft wird. Oder: Wer ist jetzt der neue Ansprechpartner, wem soll ich meine Unterlagen schicken? Du holst deine Bewerbung aktiv aus dem virtuellen Papierkorb und bringst sie wieder ins Rennen. Das über Kontakte zu machen, über Menschen, die du kennst, ist eine sehr clevere Sache. Wenn du dich bei kleineren und mittleren Unternehmen in deiner Region beworben hast, kann es auch eine gute Idee sein, einfach einmal vorbeizugehen. Du hast vor einer Woche deine Bewerbung geschickt und nichts gehört? Dann geh einfach vorbei, melde dich beim Empfang oder geh in die Werkstatt und sag: Hey, ich habe mich beworben, ich habe noch Fragen. Wie sieht es aus? Können wir nicht direkt miteinander reden? Das sind oft die Sachen, die Menschen in null Komma nichts in den Job gebracht haben – obwohl sie vorher dachten: Na tolle Firma, die melden sich ja gar nicht. Wenn du dann siehst, dass alle damit beschäftigt sind, die Lkw zu beladen und raus zum Kunden zu fahren, merkst du: Die können mit schriftlichen Bewerbungen einfach nicht klarkommen. Wenn du persönlich vor Ort bist, kann genau das der Grund sein, warum du den Job bekommst. Und letztendlich ist Ghosting auch ein Signal, das du für dich interpretieren kannst. Überleg dir: Ist das wirklich ein Unternehmen, bei dem ich die nächsten Monate und Jahre verbringen möchte? Liegt es daran, dass es ein chaotischer Laden ist, der komplett unorganisiert ist? Oder gibt es ein Problem, das ich vielleicht sogar als zukünftiger Mitarbeiter lösen kann? Ghosting ist also auch ein Signal, an dem du entscheiden kannst: Macht es Sinn, diesen Weg weiterzugehen – oder vielleicht auch nicht? Viele Bewerber machen eine vorschnelle Aburteilung: Das Unternehmen hat sich zwei Wochen nicht bei mir gemeldet, also muss es schlecht sein.
[00:08:03 - 00:08:58] | Christopher Funk
Und das ist oft falsch, weil wir von außen auf das Unternehmen gucken und nie sehen, was da innen los ist. Nutze diese Information und interpretiere sie. Nutze sie vielleicht sogar zu deinem Vorteil, um den Job zu bekommen, den alle anderen schon abgeschrieben haben – der aber richtig gut sein kann. Ich glaube, es ist klar geworden: Nicht jedes Unternehmen funktioniert so, wie man es von außen gerne erwartet. Es gibt immer unerwartete Dinge, andere Prioritäten. Und gerade in der Personalabteilung passieren so viele Sachen, die Bewerber niemals vermuten würden. Personaler denken oft auch anders, als wir das erwarten. Wenn du wissen möchtest, wie Personaler denken, was in deren Kopf vorgeht, was deren Probleme sind und wie du dieses Wissen nutzen kannst, um dir deinen Job zu sichern – dann habe ich ein spezielles Video für dich gemacht. Das verlinke ich unten in der Beschreibung und natürlich in den Show Notes vom Podcast.