2025: Die brutale Wahrheit – Karriere oder Leidenschaft?


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Passenden Beruf finden: Für viele Menschen ist das eine der schwierigsten Entscheidungen im Leben. Der häufigste Karriererat lautet: Folge deiner Leidenschaft. Doch diese Empfehlung führt oft in die falsche Richtung. Mehr als jeder zweite Arbeitnehmer ist in seinem Job unterfordert, genervt oder gelangweilt. Nur jeder fünfte arbeitet wirklich engagiert und begeistert. In dieser Folge erklärt Christopher Funk, warum die Frage „Karriere oder Leidenschaft?“ falsch gestellt ist. Deshalb zeigt er, wie du deinen passenden Beruf tatsächlich findest.
Warum dieses Thema?
„Karriere oder Leidenschaft?“ – diese Frage beschäftigt Berufseinsteiger, Jobsuchende und unzufriedene Angestellte gleichermaßen. Der Ratschlag „Folge deiner Leidenschaft“ kommt nämlich meistens von gut gemeinten Großeltern. Er klingt inspirierend, ist aber selten der beste Weg zu einem erfüllenden Job. Die Forschung zeigt das deutlich.
Karriereforscher haben über 60 Studien ausgewertet. Dabei haben sie sechs Punkte gefunden, die darüber entscheiden, ob Menschen in ihrem Beruf glücklich sind. Eine engagierende Aufgabe, ein Job mit Sinn, echte Expertise, ein unterstützendes Umfeld, faire Konditionen und eine passende Lebenssituation. Leidenschaft steht übrigens nicht auf dieser Liste.
Das Problem ist real: Nur 20 Prozent der Arbeitnehmer sagen, dass ihre Arbeit sie erfüllt. Die allermeisten würden schon jederzeit den Job wechseln, wenn sie nur ein anderes Angebot bekämen. Deshalb lohnt es sich, die Berufswahl anders anzugehen.
Statt „Was ist meine Leidenschaft?“ heißt die bessere Frage: „Worin kann ich richtig gut werden – und wofür zahlt mir jemand Geld?“ Genau hier setzt diese Folge an. Sie liefert die wissenschaftliche Basis für die Berufswahl und einen konkreten Weg zu deinem passenden Beruf. Genau diese Lücke schließt sie: Bauchgefühl wird durch belastbare Kriterien ersetzt.
Warum fällt uns das eigentlich so schwer? Zum einen wissen wir selten, wie wir uns in einer zukünftigen Aufgabe wirklich fühlen werden. Zum anderen kennen die meisten Menschen nur einen Bruchteil der Berufe, die es gibt. Dazu kommen gut gemeinte Ratschläge, die wenig mit dem Arbeitsmarkt von heute zu tun haben.
Das lernst du in dieser Folge
Warum „Folge deiner Leidenschaft“ als Karriererat selten funktioniert
Wer seinen Beruf nach Leidenschaft wählt, landet oft in einer Sackgasse. Das zeigen viele Beispiele aus der Praxis. Nehmen wir beispielsweise den Pferdepfleger: Er liebt Pferde, er hilft den Besitzern und er arbeitet mit vollem Einsatz. Trotzdem reicht das Gehalt kaum zum Leben. Dazu kommen Arbeitszeiten von fünf Uhr morgens bis 22 Uhr abends. So endet der Traumjob als Belastung für die ganze Familie.
Genauso ergeht es vielen Menschen in helfenden und pflegenden Berufen. Sie haben eine echte Leidenschaft für andere Menschen. Doch Schichtdienst, Nachtdienst und oft schlechte Bezahlung führen sie direkt in den Burnout. Diese Mischung aus Herzblut, wenig Anerkennung und kaum Geld treibt viele gute Menschen aus ihrem Beruf. Leidenschaft allein macht aus einem Job eben noch keinen passenden Beruf.
Dazu kommen drei weitere Nachteile des Leidenschafts-Prinzips. Erstens: Die beliebtesten Leidenschaften sind hoffnungslos überlaufen. Wer Fußballprofi anstrebt, hat Millionen Mitbewerber. Fast alle fliegen auf dem Weg in die Bundesliga aus dem Rennen. Zweitens: Interessen ändern sich im Laufe des Lebens. Was mit 16 spannend war, kann mit 30 langweilig sein. Drittens: Viele Menschen warten ihr ganzes Leben darauf, ihre Leidenschaft überhaupt erst zu finden. Stattdessen wartet die Karriere.
Denn die meisten Menschen sind nicht unzufrieden, weil sie nicht ihrer Leidenschaft gefolgt sind. Sie stecken in einem Job ohne Perspektive fest – und sie sehen keinen Sinn in ihrer Arbeit. Wer beides ändern will, braucht eine andere Leitlinie als die Leidenschaft.
Diese 6 Faktoren machen Arbeit erfüllend – laut Karriereforschung
Die Forschung nennt sechs Faktoren, die über berufliche Zufriedenheit entscheiden. Aber prüfe dich selbst: Wie viele davon erfüllt dein aktueller Job?
Erstens: eine engagierende Aufgabe. Der Job fordert dich, ist abwechslungsreich und bringt dich in den Flow. Zweitens: anderen helfen. Du unterstützt Menschen direkt oder indirekt dabei, besser zu arbeiten oder sich besser zu fühlen. Drittens: Expertise aufbauen. Du hast die Chance, richtig gut zu werden und als angesehener Experte zu gelten. Viertens: ein unterstützendes Umfeld. Kollegen und Teammitglieder fördern und fordern sich gegenseitig. Fünftens: keine gravierenden Nachteile. Unterirdische Bezahlung oder miserable Arbeitszeiten machen jeden Traumjob kaputt. Sechstens: passende Lebensumstände. Ein toller Job auf einer Ölplattform bringt nichts, wenn du deine Familie nie siehst.
Geh die Liste einmal mit deinem aktuellen Job durch. Danach weißt du schnell, wo es klemmt – und worauf du bei deiner nächsten Entscheidung achten solltest. Gerade ein unterstützendes Umfeld trägt dich durch schwierige Phasen. Diese sechs Punkte sind deshalb der Lackmustest für deine Berufswahl. Ein Job, der alle sechs Kriterien erfüllt, muss zwar keine Leidenschaft sein. Trotzdem erfüllt er dich langfristig – genau das ist berufliche Erfüllung.
Die bessere Leitlinie: Be good at something that helps others
Die deutlich bessere Leitlinie bei der Berufswahl lautet: Sei gut in etwas, das anderen hilft. Baue Fähigkeiten auf, die andere Menschen brauchen. Das klingt weniger glamourös als „Folge deiner Leidenschaft“ – funktioniert aber nachweislich besser.
Der Grund dafür ist einleuchtend: Leidenschaft ist oft das Ergebnis der Berufswahl, nicht ihre Voraussetzung. Wer in etwas richtig gut wird und positives Feedback bekommt, entwickelt dafür mit der Zeit Leidenschaft. Viele Aufgaben machen am Anfang keinen Spaß. Je besser man darin wird, desto lieber macht man sie. Denk an ein Musikinstrument: Am Anfang klingt es furchtbar, nach einem Jahr macht es richtig Freude. Bezahlt zu werden ist dabei kein Widerspruch, sondern ein Qualitätssignal. Wenn andere für deine Fähigkeiten zahlen, brauchen sie diese Fähigkeiten wirklich.
Konkret helfen dir vier Fragen: Was mache ich nicht vollkommen ungern? Worin könnte ich richtig, richtig gut werden? Worin kann ich zu den Besten gehören? Und: Wofür sind andere Menschen bereit zu zahlen? Deine Fähigkeiten sind dann ein Leistungsangebot, das anderen etwas wert ist. Dort entsteht berufliche Erfüllung – und oft eben auch die Leidenschaft, die du vorher vergeblich gesucht hast. Vielleicht entdeckst du dabei sogar ein Feld, an das du nie gedacht hast.
Ein weiterer Punkt der Forschung ist übrigens besonders stark: Helfen macht langfristig zufrieden. Wer andere Menschen dabei unterstützt, besser zu arbeiten oder sich besser zu fühlen, empfindet seine Arbeit als sinnvoll. Genau deshalb ist „Sei gut in etwas, das anderen hilft“ eine so starke Leitlinie: Sie verbindet Kompetenz, Sinn und Bezahlung.
Passenden Beruf finden: Selbstanalyse, Marktanalyse und Ausprobieren
Einen passenden Beruf findest du nicht durch Nachdenken allein, sondern durch ein klares Vorgehen in drei Schritten. Schritt eins ist die Selbstanalyse: Was sind deine Stärken, deine Werte, deine Interessen? Frag zusätzlich Menschen in deinem Umfeld, was sie an dir beobachten. Bitte dafür drei bis fünf Personen um ehrliches Feedback und vergleiche die Antworten. Diese Fremdwahrnehmung ist oft erstaunlich aufschlussreich.
Schritt zwei ist die Marktanalyse: Welche Branchen wachsen? Welche Berufe sind gerade besonders gefragt? Welche zahlen besonders gut? Danach suchst du die Schnittmenge: Wo treffen deine Fähigkeiten auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme? Dadurch kannst du echten Mehrwert leisten.
Schritt drei ist das Ausprobieren. Die meisten gefragten Fähigkeiten kannst du dir selbst aneignen – durch Onlinekurse, Projekte, Ehrenämter oder Weiterbildung neben dem Beruf. Praktika und Hospitationen zeigen dir, wie sich ein Job wirklich anfühlt. Und wenn du Erfahrungen nicht selbst machen kannst, dann sprich mit Menschen, die sie schon haben. Such dir jemanden, der den Job, den du anstrebst, heute schon macht. Frag ihn: Wie ist der Job wirklich? Würdest du ihn wieder machen? Was würdest du anders machen? Wir können nämlich nur schwer einschätzen, wie wir uns in einem Job fühlen würden. Andere haben diese Erfahrung aber schon gemacht. Solche Gespräche sind übrigens schneller und ehrlicher als jede Selbsteinschätzung.
Denk außerdem daran: Eine Karriere ist kein gerader Weg, sondern eine Serie von Experimenten. Wer regelmäßig ausprobiert, findet schließlich irgendwann den Punkt, an dem Arbeit wirklich Spaß macht. Genau dort entsteht dann auch die Leidenschaft.
Die häufigsten Fragen zur Berufswahl
Drei Fragen kommen in diesem Zusammenhang immer wieder auf. Erstens: Ich habe keine klare Leidenschaft – bin ich jetzt karrieretechnisch verloren? Nein, sagt die Forschung. Du kannst auch ohne klare Leidenschaft eine erfüllende Karriere finden. Leidenschaft entsteht nämlich meist erst, wenn du in etwas richtig gut bist.
Zweitens: Was ist, wenn ich mehrere Interessen habe? Dann kombiniere sie. Wer Technologie und Ökologie liebt, findet vielleicht im Energiemanagement seinen Platz. Wer berufliche Erfüllung sucht, muss sich nicht auf eine einzige Sache festlegen.
Drittens: Muss ich selbstständig werden, um frei zu sein? Nein, das ist nicht immer der Fall. Viele Selbstständige scheitern oder kratzen am Existenzminimum. Selbstständigkeit ist ein Weg – aber nicht für jeden der richtige. Manche testen sie nebenbei, bevor sie den sicheren Job aufgeben. Sprich mit Menschen, die diesen Schritt gegangen sind, und teste es, bevor du alles auf eine Karte setzt.
Für wen ist diese Folge?
Diese Folge ist für dich, wenn du am Anfang deiner Karriere stehst. Oder wenn du einen Job suchst, der wirklich zu dir passt. Sie hilft dir auch, wenn du im aktuellen Job unzufrieden feststeckst und einen Quereinstieg erwägst. Und sie richtet sich an alle, die glauben, ohne klare Leidenschaft verloren zu sein. Die gute Nachricht: Das stimmt nämlich nicht. Auch ohne Leidenschaft kannst du eine erfüllende Karriere aufbauen – Leidenschaft entwickelt sich meist erst unterwegs. Und wenn du gerade studierst oder in der Ausbildung steckst, gilt das ebenso. Diese sechs Faktoren sind ein Rahmen für jede spätere Entscheidung. Denn Zufriedenheit im Job ist kein Zufall, sondern das Ergebnis der richtigen Kriterien.
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Die komplette Folge „2025: Die brutale Wahrheit – Karriere oder Leidenschaft?“ gibt’s auf VertriebsFunk, Spotify und überall, wo’s Podcasts gibt.
Hinweis: PDFs, Kurse, Coachings und Produkte, welche im Podcast/Video erwähnt werden, sind nicht mehr verfügbar.
Schon gehört?
Die ultimative Berufswahl: Wie du den passenden Beruf findest! — Passend zum Thema: ein früherer Blick auf die Frage, wie du bei der Berufswahl systematisch vorgehst.
Vielseitig und mega interessant
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Ich habe Christopher zufällig in YouTube bei Themen um Karriere entdeckt und gesehen, das er ein sehr interessanten Podcast führt. Ich habe gleich abonniert, die Themen und Gäste sind wertvolle Inputs um erfolgreich im Job zu werden.
Auch für Nichtvertriebler ein Muss
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Obwohl ich nicht im Vertrieb arbeite, habe ich megaviel für meinen Job als Ingenieur und auch übers Leben allgemein gelernt.
Inhalte können viele, aber der Funk sendet auch gut rüber
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Ich hege Interessen am Vertrieb, aber meine bisherigen Aufgaben beinhalteten maximal Berührungspunkte mit Pre-Sales. Zu dem Podcast bin ich vor wenigen Wochen gekommen und bereits nach wenigen Folgen habe ich entschlossen, ihm von Anfang an zu hören. Jede Folge ist wie eine Booster-Impfung. Besonders gefällt mit die Themenvielfalt, es wird nicht langweilig.
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[00:00:16 - 00:11:27] | Christopher Funk
Was ist der meist ausgesprochene Karriererat? Folge deiner Leidenschaft. So erstmal können die meisten Leute damit nichts anfangen und zweitens scheint es nicht der beste Karriererat zu sein, weil mehr als jeder zweite in seinem Job unterfordert, genervt oder gelangweilt ist. Nur 20 Prozent, also nur jeder fünfte sagt, hey, das was ich hier mache, macht mir Spaß und ich bin voll engagiert. Und die allermeisten Leute würden jederzeit ihren Job wechseln, wenn sie denn nur ein anderes Angebot bekommen wird. Also follow your passion, scheint jetzt nicht der allerbeste Weg zu sein, einen Job zu finden, wo du glücklich zufrieden bist und idealerweise natürlich auch das Geld verdienst, um dich und deine Familie angemessen zu versorgen. Worum geht es denn eigentlich wirklich? Warum ist dieser Spruch so falsch und an was solltest du dich halten, um den richtigen Job zu finden? Das erkläre ich dir in dieser Folge. Die meisten Menschen wünschen sich eine Veränderung in ihrem Berufsleben, aber sie wissen nicht, wie sie das tun sollen. Und dieser Spruch von der Großmutter Folge deiner Leidenschaft ist halt meistens nicht das, was sich zum Ziel bringt. Aber auch da können wir mal einen Blick auf die Wissenschaft werfen, denn es gibt tatsächlich sehr große Studien, die rausgefunden haben, mit welchen Fragestellungen, mit welchen Ideen du einen Job finden kannst, der dich nicht nur erfüllt, sondern der auch deine Miete bezahlt. Karriereforscher haben über 60 Studien ausgewertet und dabei sechs Punkte gefunden, die entscheiden sind, ob Menschen in ihrem Job glücklich und zufrieden sind oder auch nicht. So, und diese Punkte sind für dich natürlich auch super wichtig. Punkt eins ist, ja klar, eine engagierende Aufgabe, was nicht immer dasselbe ist, was nicht so langweilig ist, was dich fordert, wo du in den Flow reinkommst und was auch abwechslungsreich ist. Punkt zwei ist, am besten einen Job, wo du direkt oder indirekt anderen Menschen helfen kannst, besser zu werden, sich besser zu fühlen, die Chance hast, andere Menschen dabei zu unterstützen, dass sie irgendwas in ihrem Leben oder ihrem Job besser machen können. Das dritte ist, dass du schaffst, dir etwas richtig gut zu werden, also Experten etwas zu werden, angesehener Experte. Und das vierte ist natürlich, dass du ein unterstützendes Umfeld hast, wo du einen Kollegen hast, Mitarbeiter in einem Team bist, die sich gegenseitig fördern und fordern. Dann ganz, ganz wichtig, der fünfte Punkt, es sollte keine gravierenden Nachteile mit sich bringen. Also zum Beispiel eine unterirdische Bezahlung oder sehr, sehr schlechte Arbeitszeiten. Und als Sechstes muss es natürlich auch in deine Lebensumstände passen. Also es kann sein, dass du einen ganz tollen Job auf einer Ölplattform hast, aber deine Familie nicht siehst, dann wird es vielleicht auch was langfristig nicht zu deinem Leben passt. Also auch das sollte man sich anschauen. Und an dieser Punkte kannst du sehen, dass Leidenschaft oft nicht genügt, um einen perfekten Job zu finden. Nehmen wir mal an, du liebst Pferde. Du bist leidenschaftlich mit Pferden zusammen, du kümmest dich gerne um die und du wirst jetzt Pferdepfleger. Du hast eine engagierende Aufgabe, wo du im Flow drin bist. Du hilfst anderen, nämlich den Besitzern von den Pferden, dass die versorgt sind und so weiter. Du wirst vielleicht auch ein richtig guter Pferdepfleger, der sich darum kümmert. Möglicherweise hast du sogar unterstützende Kollegen, aber das ist einfach so schlecht bezahlt, dass du selber Probleme hast, mit deinem Leben klarzukommen, wenn du ein bisschen Ansprücher hast. Du hast aber auf jeden Fall Probleme, wenn du eine Familie damit durchbringen willst. Und vielleicht passt es auch dauerhaft nicht zu deinem Leben, weil du halt jeden Morgen irgendwie um 5 Uhr im Stall stehen musst und bis 22 Uhr arbeiten. Du bist zwar deiner Leidenschaft gefolgt, aber du merkst, okay, es führt mich in eine Sackkasse. Dasselbe haben wir ganz oft auch in helfenden und pflegenden Berufen, dass Menschen eine Leidenschaft haben, andere Menschen zu unterstützen. Aber aufgrund zum Beispiel des Schichtdienstes, des Nachtdienstes und so weiter, aufgrund eines oft nicht so unterstützenden Collegiats und aufgrund der schlechten Bezahlung, ist es einfach was, was die Leute fertig macht und ausbrennt. Das heißt, sie folgen ihre Leidenschaft in den Burnouts. Da hat der Punkt Leidenschaft noch ein paar andere große Nachteile. Weil viele Menschen glauben, dass ihre Leidenschaft, was nicht Fußball ist oder Sport, das sind aber Felder, die oft sehr, sehr überlaufen sind. Ja, das heißt, wenn du Fußballprofi werden willst, da gibt es halt sehr, sehr viele Leute, die das machen wollen, nur nur ganz, ganz wenig gekommen zur Spitze. Und die allermeisten Leute fliegen irgendwo auf dem Weg in die Bundesliga und die Champions League aus dem Rennen und können damit ihre Leidenschaft nicht folgen. Das heißt, viele Leute vermeintlich glauben, dass ihre Leidenschaft ist, sind ganz, ganz viele andere unterwegs und deswegen wird es hier sehr, sehr schwer, durchzusetzen. Dann ist es natürlich auch so, dass sich unsere Interessen und Leidenschaften mit dem Leben ändern. Also das, was ich mit 16 Spannen fand, fand ich vielleicht mit 20 nicht mehr so spannend und mit 30 auch nicht. Also Leidenschaften verändern sich natürlich auch mit unserem Leben. Dann ist es auch ganz oft, wenn ich mit Menschen spreche, dann sagen die, ja, ich habe meine Leidenschaft noch nicht gefunden. Ich denke die ganze Zeit darüber nach, wofür ich leidenschaftlich bin, aber ich finde es nicht. Deswegen ist die deutlich bessere Leitlinie bei der Karriere- und Berufswahl. Be good at something that helps others. Also baue Fähigkeiten aus, die von anderen Menschen gebraucht werden. Leidenschaft entsteht sehr, sehr oft, wenn du in etwas richtig gut bist und ein positives Feedback bekommt. Leidenschaft ist oft das Ergebnis der Berufswahl und nichts, die voraussetzt. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass du jetzt was anfangen solltest, wo du sagst, das macht mir gar keinen Spaß. Aber oft kommt der Spaß ja auch mit der Expertise. Also es ist bei ganz vielen Sachen, so wie ich anfange, die machen am Anfang gar keinen Spaß und je besser ich darin werde, umso lieber mache ich diese Aufgabe. Also überleg dir, was mache ich jetzt nicht vollkommen ungern, aber was macht mir grundsätzlich Spaß? Worin könnte ich richtig, richtig gut werden? Worin könnte ich einer der besten werden? Und ist das auch was, wo andere Leute bereit sind, gerne für zu bezahlen? Also das ist eine Leistung, eine Dienstleistung, ein Arbeitsangebot, dass anderen Menschen etwas wert ist. Wie gehst du jetzt ganz konkret vor? Der Punkt eins ist, du machst eine Selbst- und eine Marktanalyse. Du machst beides. Bei der Selbstanalyse geht es darum, was sind meine Stärken, was sind meine Werte und was sind meine Interessen. Da macht es natürlich auch immer Sinn, im bekannten Kreis zu fragen, in der Verwandtschaft zu fragen, hey, wenn du mich anguckst, wenn du siehst, was ich so tue, was denkst du denn, worin ich besonders gut sein kann oder worin bin ich ganz besonders gut, was beobachtest du? Oft ist es ja so eine Fremdwahrnehmung, auch nochmal ganz spannend. Und wenn du das gemacht hast, dann gehst du in die Marktanalyse rein. Das heißt, du schaust dir an, was sind denn Branchen-Trends? Welche Branchen wachsen? Welche Berufe werden gerade ganz besonders nachgefragt? Welche Berufe werden besonders gut bezahlt? Da verlinke ich dir hier oben übrigens mal ein Video, wo ich dir Berufe vorstelle, die exorbitant gut bezahlt werden. Und wenn du deine Eigenwahrnehmung, also deine Interessen, Werte und Fähigkeiten überprüft hast, unter den Markt anguckst, dann schaust du im Prinzip, okay, wo ist die Schnittmenge? Wo gibt es wirtschaftliche und gesellschaftliche Probleme? Wo kann ich hier einen Mehrwert leisten, welche Berufe könnten hier im Fokus stehen? Das Schöne ist ja hier, die meisten Fähigkeiten, die heutzutage gefragt sind, kannst du dir selber aneignen. Teilweise sogar im privaten Umfeld, also durch Weiterbildung und so weiter. Gibt unfassbar viele Universitätskurse, digitale Onlinekurse, wo du gerade die Fähigkeiten, die heute sehr oft gefragt sind, auch nebenbei nebenberuflich aneignen kannst. Aber auch Projekte, vielleicht im beruflichen Umfeld, die du dich freiwillig melden kannst, oder auch ehrenamtliche Tätigkeiten oder auch Sachen, die du privat noch machen kannst, helfen dir natürlich hier besondere Fähigkeiten, besonders nachgefragte Fähigkeiten aufzupfen. Ausprobieren ist natürlich auch super wichtig. Also wenn du gerade am Anfang deiner Karriere stehst, sind praktiker super, super gut. Oder auch Hospitationen, dass du halt mal überall reinschnuppern kannst. Idealerweise auch außerhalb deiner Komfortzone, also dass du dich mit Sachen beschäftigst, die du vielleicht noch nicht richtig gut kannst. In anderen Fällen kannst du die Erfahrungen vielleicht nicht selber machen, aber du kannst immer mit Menschen sprechen, die diese Erfahrung schon gemacht haben oder gerade machen. Also wenn du sagst, ich will Form Manager werden, such dir jemanden, der das heute macht und sprich mit ihm. Wie ist der Job? Wirdst du ihn wieder machen? Macht dir das ganze Spaß? Was würdest du anders machen? Das heißt, du kannst ja davon profitieren, was andere Menschen für Erfahrungen gesammelt haben. Es ist für uns nämlich extrem schwierig, einzuschätzen, wie wir uns in einer zukünftigen Situation fühlen würden. Also wissen nicht, wie wir uns fühlen würden, wenn wir jetzt diesen Job machen. Deswegen macht es immer Sinn, Menschen zu fragen, die jetzt in der Situation sind und rauszufinden, wie die sich fühlen. Und einer der wichtigsten Tipps, denen die Forscher auch haben, ist, such dir einen Job, der anderen Menschen hilft. Also helfen macht uns langfristig zufrieden und glücklich. Das zeigen sehr, sehr viele Studien und das kann direkt oder indirekt sein. Im Endeffekt ist eine Karriere oft kein gerade Weg, sondern es ist eine Serie von Experimenten, wo ich merke, okay, das funktioniert gut, das funktioniert weniger gut, da bin ich gut, das macht mir Spaß, das macht mir keinen Spaß. Und wenn du das regelmäßig und oft machst und das muss ja jetzt nicht nur durch Jobwechsel sein, es gibt ja noch viele andere Möglichkeiten, dann ist es ein sehr, sehr guter Weg, wenn du halt viel experimentierst, dort anzukommen, wo du plötzlich sagst, wow, das macht mir jetzt richtig Spaß. Hier habe ich meine Leidenschaft gefunden. Lassen Sie nochmal ganz kurz die wichtigsten Fragen im Schnelldurchlauf durchgehen, die ich immer wieder dazu bekomme. Frage eins ist, ich habe keine klare Leidenschaft, bin ich jetzt karrieretechnisch verloren? Wie gesagt, hier sagt die Forschung was anderes. Du kannst auch ohne klare Leidenschaft eine erfüllende Karriere finden, weil die Leidenschaft sich eigentlich immer erst hinten entwickelt. Dann kommt auf die Frage, was ist, wenn ich mehrere Interessen habe, dann ist die Antwort, versuch sie doch irgendwie miteinander zu koordinieren oder zu kombinieren. Also vielleicht liebst du Technologie und Ökologie, dann ist vielleicht Energiemanagement oder Nachhaltigkeitsprojekte das Richtige für dich. Dann kommen Leute auf mich zu, die sagen, ja, ich muss selbstständig werden, nur wenn ich selbstständig bin, bin ich frei. Auch das ist nicht immer der Fall. Also es gibt natürlich auch viele Menschen, die mit ihrer Selbstständigkeit scheitern oder immer so einem Existenzminimum kratzen. Es ist nicht für jeden was. Also lasst ihr da auch nicht von außen irgendwas einreden, mal auf seinen Bauch hören oder das auch mal ausprobieren. Oder auch mit Leuten sprechen, die sowas ähnliches machen, was du machen willst als Selbstständige. Das hilft sicherlich weiter, um zu entscheiden, ist das der Weg, den ich gehen möchte oder nicht. Lass es uns nochmal zusammenfassen. Die meisten Menschen sind nicht unwirklich in ihrem Job, weil sie nicht ihrer Leidenschaft gefolgt sind, sondern weil sie in einem Job ohne Perspektive und Entwicklung feststecken und weil sie keinen Sinn in ihrer Arbeit sehen. Die reine Frage der Leidenschaft führt oft in sehr, sehr überlaufenen Felder, wo du sehr, sehr viel Konkurrenz hast, was ich meistens dann auch negativ auf die Entwicklung und die Bezahlung auslöse. Echte Erfüllung kommt in der Regel aus Kompetenzaufbau, etwas zu tun, was anderen Menschen nutzt und was auch mit einer vernünftigen Kompensation verbunden ist. Du musst deine Hobbys nicht aufgeben, aber lasst ihr dich dabei von Datenleiten, Baugefragte, Skills auf und finde Aufgaben, die mehr Wert schaffen. Dann entsteht vielleicht dahinten auch eine Leidenschaft. Und wenn du jetzt diese Übungen für dich machst, dann wirst du vielleicht oft feststellen, okay, das ist aber jetzt in der Branche, in dem Bereich, den ich arbeite, wird das so nicht funktionieren. Da werde ich diese sechs Regeln nicht erfüllen können. Das heißt, du bist jetzt jemand, der einen Quereinstieg, einen Quereumstieg braucht. Und wie so ein Quereumstieg idealerweise funktioniert, wie du das angehst, dafür habe ich ein spezielles Video gemacht. Das verlinke ich dir unten in der Beschreibung und natürlich in den Show Notes vom Podcast.