💥 Dein Vertrieb ist tot – Wenn du diese eine Methode in Zeiten der KI ignorierst: Der Challenger Sale
Die kalte Dusche: 80% deiner Vertriebsarbeit verschwindet – und das ist gut so!
Der Challenger Sale ist in Zeiten der KI die Methode, die über das Überleben deines Vertriebs entscheidet. Hand aufs Herz: Wie viel Zeit verbringen deine Vertriebsmitarbeiter mit administrativen Aufgaben? Christopher Funk und Markus Härlin diskutieren eine revolutionäre Zahl: 50 bis 80 Prozent der Tätigkeiten im Vertrieb können eigentlich automatisiert werden. Wenn die künstliche Intelligenz (KI) die standardisierten Prozesse übernimmt, stellt sich die große Frage: Was bleibt dann eigentlich übrig? Die dringende Antwort auf diese Revolution ist der Challenger Sale, denn dieser Ansatz definiert neu, was einen Verkäufer unersetzlich macht.
In einer Zeit, in der Kunden – gerade durch KI – sehr viel besser informiert sind als früher (manche behaupten, heute seien es 80 bis 90 Prozent der Kaufentscheidung, die bereits getroffen sind, bevor der Kunde auf den Vertrieb zugeht), musst du als Verkäufer einen unschlagbaren Mehrwert bieten. Wenn ein Verkäufer zum Kunden kommt und ihm nichts erklärt, was dieser noch nicht weiß, ist das eigentlich verschwendete Zeit. Genau hier setzt der Challenger Sale an und macht den Unterschied.
Warum der Challenger Sale die Überlebensstrategie in der KI-Ära ist
Inmitten dieser tiefgreifenden Veränderungen ist der Challenger Sale sehr gut geeignet, die notwendige Richtung im Vertrieb einzuschlagen. Es geht nicht darum, neue Methoden zu erfinden, sondern darum, bewährte Ansätze zu adaptieren, denn es wird selten etwas wirklich Neues erfunden. Der Challenger Sale bringt Struktur, Klarheit und Fokus in eine Vertriebswelt, in der KI immer mehr Standardarbeit übernimmt.
Die Essenz des Challengers: Du bringst neue, spannende und andere Einsichten an den Tisch. Es geht darum, die Sicht des Kunden auf ein komplexes Thema zu ändern. Genau diese Fähigkeit macht den Challenger Sale zu einer unverzichtbaren Methode im modernen B2B-Vertrieb.
Der Challenger wendet eine spezielle Pitch-Strategie an, die den Challenger Sale von klassischen Ansätzen abgrenzt:
- Zuerst: Vertrauen aufbauen (Rapport): Du brauchst die Erlaubnis, einflussnehmen zu dürfen, bevor du den Kunden „challengest“. Der Kunde muss dich als kompetent und integer empfinden. Ohne Vertrauen funktioniert der Challenger Sale nicht.
- Der Reframe: Du präsentierst die These: „Die Welt ist eigentlich nicht so, wie du denkst, die Welt ist ganz anders“. Das ist die Essenz des Challenger-Pitches und damit des Challenger Sale.
- Die unbequeme Wahrheit: Du konfrontierst den Kunden damit, was er noch nicht weiß. Anstatt zu fragen, was den Kunden nachts nicht schlafen lässt (wie beim klassischen Solution Selling), fragt der Challenger: Was sollte dich nachts nicht schlafen lassen? Du sagst dem Kunden im Prinzip, dass er nicht up to date ist, aber du hilfst ihm, sich in dieser neuen Welt zu bewegen.
Challenger Sale vs. Spin Selling: Die Methoden des Challenger Sale
Obwohl der Challenger Sale oft als die „neue Methode“ bezeichnet wird – Neil Rakham, der Gründer des Spin-Selling, sah Challenger als die neue Methode an – ergänzen sich die traditionellen Methoden oft. Der Challenger Sale ersetzt also nicht zwangsläufig alles, sondern erweitert das Repertoire moderner Vertriebsteams.
Der Hauptunterschied liegt im Vorgehen, nicht im Ziel:
- Spin Selling: Nutzt eine Frage-Technik. Der Kunde verkauft sich selbst.
- Challenger Sale: Nutzt eine Sage-Methode. Du lieferst die Erkenntnis und änderst die Sicht des Kunden.
Beide Methoden nutzen eine „Achterbahnfahrt“: Es geht einmal tief ins Tal der Tränen (Implication/Problembewusstsein) und dann in die schöne neue Welt (Lösung). Doch der Challenger Sale geht noch einen Schritt weiter, weil er aktiv die Perspektive des Kunden verändert und nicht nur Fragen stellt.
So implementierst du die Challenger-Kultur in deinem Team
Viele Vertriebsorganisationen der letzten 15 Jahre sind überaltert oder sind mit reaktiven Problemlösern und Servicepersonal vollgesogen, die eher als Auftragsannehmer dienen. Um den Challenger Sale erfolgreich zu etablieren, brauchst du ein Team, das bereit ist, Kundenperspektiven zu challengen, statt nur Anfragen abzuarbeiten. Du kannst viele zum Challenger machen, du kannst aber nicht alle zum Challenger machen.
Um eine Challenger-Kultur zu schaffen, musst du auf dein Team achten:
1. Die richtigen Leute auf die richtigen Plätze: Finde deine Challenger
Du brauchst eine klare Teamaufstellung mit verschiedenen Rollen. Wichtig ist, die falschen Leute aus dem Bus zu nehmen und die richtigen Leute auf die richtigen Plätze zu setzen. Der Challenger Sale funktioniert nur dann, wenn die Menschen, die ihn leben sollen, die nötige Haltung und das passende Profil mitbringen.
- Identifiziere natürliche Challenger: Diesen Ansatz findest du oft beim Geschäftsführer oder bei bestimmten Lone Wolfs (Einzelkämpfern). Diese Einzelkämpfer sind oft sehr erfolgreich – lass sie ihr Ding machen und messt ihre Ergebnisse. Sie sind häufig die ersten, die den Challenger Sale intuitiv anwenden.
- Rollenverteilung: Konzentriere dich darauf, nur einige wenige (zwei oder drei) Leute mit Challenger-Potenzial zu fördern und sorge dafür, dass der Rest des Teams diese Challenger unterstützt, damit sie möglichst produktiv sind. So verankerst du den Challenger Sale Schritt für Schritt in deiner Organisation.
2. Das Wichtigste: Challenger-Führung und Thesen
Führung und Kultur sind der Motor deines Vertriebsteams. Viele Vertriebsleiter sind keine geborenen Challenger, sondern kontrollieren Reports und haben kaum Kundenkontakt. Für einen erfolgreichen Challenger Sale brauchst du Führungskräfte, die selbst bereit sind, Perspektiven zu hinterfragen.
Du brauchst Führungskräfte (oder Geschäftsführer), die bereit sind, die Weltsicht des Kunden zu challengen. Der Geschäftsführer ist oft schon ein Challenger.
- Marktwissen als Waffe: Verkäufer sitzen an der Quelle und sehen, was andere Kunden machen. Nutze diesen Marktblick, um deinen Kunden zu erzählen, was Wettbewerber oder Kunden in anderen Branchen machen. Genau das ist ein Kernelement des Challenger Sale.
- Entwickle Hypothesen: Setze dich hin und frage dein Team: Was sind unsere Thesen? Was sind die Hypothesen, die wir über die Entwicklung des Marktes haben? Kunden, die Open-Minded sind, wollen genau das von dir hören. So schaffst du die Grundlage für einen skalierbaren Challenger Sale.
Der Challenger-Turbo: KI und die Digitalisierung des Challenger Sale
Die Fähigkeit zu variieren ist die große Kunst im Vertrieb. Du musst erkennen, wann du den Challenger-Ansatz anwendest und wann du besser in eine andere Rolle (z. B. Solution Selling) schlüpfst. Der Challenger Sale ist kein starres Skript, sondern eine Denk- und Handlungsweise.
In der Ära von KI und Automatisierung wird der Challenger-Ansatz jedoch zunehmend wichtiger, da Standardprozesse verschwinden:
- Vorsprung durch digitale Präsenz: Ein Challenger muss heute digital denken. Er muss eine Online-Präsenz haben, um Vertrauen und Expertise aufzubauen, bevor er überhaupt den Tisch betritt. Man kennt dich, bevor du zur Türe reinkommst – ein zentraler Erfolgsfaktor für den Challenger Sale.
- Umgang mit KI: Durch die Automatisierung der administrativen Prozesse (50 bis 80 Prozent) erhältst du mehr Kapazitäten und Trainingsmöglichkeiten, um deine Verkäufer zu Challenger zu machen. Das Wissen wird durch KI unterstützt, wodurch möglicherweise weniger Fachwissen, aber mehr Methodenwissen im Umgang mit der KI benötigt wird. So wird der Challenger Sale noch effektiver.
Achtung: Selbst wenn du den CEO überzeugst und er nickt („Ja, super Idee, das machen wir mal“), hast du den Deal noch lange nicht gewonnen. Jetzt beginnt der komplexe Einkaufsprozess im Buying Center. Heute gibt es möglicherweise 11 verschiedene Leute im Buying Center, was den Prozess sehr komplex macht. Der Challenger Sale hilft dir, diese Stakeholder strukturiert zu adressieren.
Wenn du diese Ideen zum Challenger Sale jetzt zum ersten Mal hörst, versprechen wir dir: Du bist schon verdammt spät dran.
Der Challenger-Ansatz ist die Antwort auf die „Amazonisierung“ des Vertriebs, bei der standardisierte Dinge auf Plattformen und durch KI abgewickelt werden. Nur jene, die vorne am Kunden Wert schaffen – die Challenger, Experten, Thought Leader – bleiben relevant. Der Challenger Sale ist genau der Rahmen, der dir hilft, in dieser neuen Welt nicht nur mitzuhalten, sondern vorauszugehen.